Geldern: Schüler haben Handy-Verbot
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 09.02.2007Geldern (RPO). Schüler der Realschule an der Fleuth dürfen keine Mobiltefelfone und MP3-Spieler mehr auf dem Gelände der Lehranstalt benutzen. Ein Sechstklässler hatte pornographische Bilder in Umlauf gebracht.
Die Realschule an der Fleuth ist seit einigen Wochen klingeltonfrei: Schüler dürfen auf dem gesamten Gelände weder Handys noch MP3-Spieler benutzen. Auslöser des Verbots ist ein Vorfall, auf den Eltern aufmerksam gemacht hatten.
Ein Sechstklässler hatte per Handy „Pornographisches“ weitergegeben, wie Schulleiter Hans-Peter Bappert umschreibt. „Die Aufnahmen hat der nicht selbst gemacht, die hatte er von jemandem. Er hatte das Handy erst seit drei Tagen“, ist sich Bappert sicher. Er betont, dass dies „ein einmaliger Vorfall“ gewesen sei. „Wir haben es entdeckt und daraus die Konsequenzen gezogen. Und zwar, um die Kinder zu schützen und ihnen Informationen zu geben, wie sie mit den modernen Medien umgehen können.“
Per Brief informiert
Das Verbot, über das die Schulleitung die Eltern in einem Brief informierte, sei „in 99,9 Prozent der Fälle“ positiv aufgenommen worden, sagt Schulleiter Hans-Peter Bappert. Die Schüler hingegen hätten unterschiedlich reagiert. „Die Großen waren schon sauer“, erinnert sich sein Stellvertreter Hans-Peter Culp. Wird jemand mit Handy erwischt, kassieren die Lehrer das Gerät ein.
Heimlich Lehrer fotografiert
Allerdings gab es noch weitere Vorkommnisse, die für ein Handy-Verbot sprachen. Lehrer beschwerten sich darüber, dass Schüler von ihnen ohne zu fragen Handy-Fotos machten. Zudem seien Teile des Unterrichts ohne Wissen der Pädagogen mit MP3-Spielern mitgeschnitten worden.
Und: „Es wurden von Schülern Situationen provoziert, in denen Leute sich aufregen sollten. Das führte zu verbalen Auseinandersetzungen.“ Mit „Leute“ meint Bappert Schüler und Lehrer. Diese Szenen seien dann von Schülern gefilmt und in Umlauf gebracht worden. Möglicherweise sei zudem auf einem Schüler-Handy eine Aufzeichnung mit rechtsradikalem Inhalt gefunden worden, erklärt Hans-Peter Culp, stellvertretender Schulleiter. Allerdings sei die Qualität dieses Materials so schlecht gewesen, dass der Inhalt nicht eindeutig zu klären sei.
Kein Kontrollkommando
Das Handy-Verbot ist mit dem Kollegium abgestimmt worden und soll in die Schulordnung aufgenommen werden. Bappert und sein Stellvertreter Culp betonen, dass das Verbot nicht gegen jemanden gerichtet sei, sondern dem Schutz der Kinder diene. „Wir wollen einen geschützen Raum bieten“, sagt Culp. Kontrollen gebe es jedoch nicht: „Wir haben da kein Sondereinsatzkommando auf dem Schulhof“, sagt Bappert.
Wer aber mit eingeschaltetem Handy oder Musik-Spieler auf dem Schulgelände erwischt werde, müsse das Gerät abgeben. „Das kommt dann in einen Tresor, die Eltern können es abholen“, erklärt der Schulleiter die Regeln. Dies sei allerdings bisher noch kaum vorgekommen. Schüler müssten sich auch keine Sorgen machen, wenn die Geräte ausgeschaltet in der Tasche stecken.
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