Geldern: Schulen fehlen die Schüler
VON MARC CATTELAENS - zuletzt aktualisiert: 18.11.2009Geldern (RPO). Die Gelderner Verwaltung hat den Schulentwicklungsplan vorgelegt. Sie rechnet damit, dass die Grund- und Hauptschulen immer weniger Schüler haben werden. Als Gewinner könnten die Realschulen hervorgehen.
Zwei Zahlen verdeutlichen am besten, wie dramatisch der Rückgang der Schülerzahlen in Geldern tatsächlich ist: Während im Jahr 1976 noch rund 1850 Kinder eine Grundschule in der Drachenstadt besucht haben, sind es im Schuljahr 2009/2010 gerade einmal 1370. Auch für die nächsten Jahre ist keine Trendwende in Sicht.
Bis 2014, so prognostiziert die Verwaltung im Entwurf des Schulentwicklungsplans, wird die Zahl der Grundschüler noch einmal um 100 abnehmen. Danach, so die positive Nachricht, könnten die Schülerzahlen wieder ansteigen.
Große Verlierer
Offener Ganztag
Seit dem Schuljahr 2004/2005 wird an den Gelderner Grundschulen der so genannte Offene Ganztag angeboten. Laut Schulentwicklungsplan handelt es sich dabei um ein Erfolgsmodell. Während im Schuljahr 2004/2005 219 Schüler das Angebot annahmen, sind es im Schuljahr 2009/2010 bereits 390 Schüler.
Die großen Verlierer dieser Entwicklung sind die Hauptschulen. "Die sinkenden Schülerzahlen werden [...] zu Problemen führen", heißt es im Schulentwicklungsplan. Und weiter: "Beide Hauptschulen werden kooperieren müssen."
Die Anne-Frank-Schule werde mittelfristig wieder jeweils zwei Eingangsklassen mit bis zu 51 Schülern haben. Die Schülerzahl werde sich dabei von aktuell 240 in zwölf Klassen auf bis zu 262 bei bis zu zwölf Klassen stabilisieren. Dabei wurde allerdings davon ausgegangen, dass je Jahrgang zehn bis elf Schüler von Nachbarkommunen das Ganztagsangebot nutzen.
Die Bezirksregierung in Düsseldorf hatte die Bildung einer Eingangsklasse mit 18 Schülern für das laufende Schuljahr geduldet. Damit wieder zwei Eingangsklassen gebildet werden können, hat die Schulkonferenz der Anne-Frank-Schule die Errichtung einer Ganztagshauptschule beantragt.
Die Schülerzahl der Geschwister-Scholl-Schule hingegen wird, so steht es im Schulentwicklungsplan, von aktuell 323 auf bis zu 256 sinken. Mit 20 Klassenräumen verfüge die Schule über ausreichend Platz. Auch die Gymnasien werden weniger Schüler haben. Am Friedrich-Spee-Gymnasium wird die Schülerzahl in den nächsten fünf
Jahren laut Plan von 902 auf 717 sinken. Die Zahl der Lise-Meitner-Gymnasiasten soll von derzeit 1017 auf bis zu 764 zurückgehen. Wesentlicher Grund für diese Entwicklung sei das Abitur nach dem 12. Schuljahr.
Die Gewinner der Entwicklung werden die Realschulen sein, prognostiziert die Verwaltung. Der "Run auf die Realschulen" werde anhalten. 51,5 Prozent aller Schüler, die eine Sekundarschule besuchen, würden im Verlauf der nächsten fünf Jahre eine Realschule wählen. Die Folge: Mit jeweils zehn bis elf Eingangsklassen an den Realschulen sei deren Kapazität erschöpft. Vergleichsweise entspannt sei die Situation an der Realschule am Westwall. Sie werde weiter vierzügig bleiben.
Die Realschule an der Fleuth soll ab dem Schuljahr 2012/2013 nur noch drei Eingangsklassen bilden, "um die räumlich angespannte Situation zu entschärfen".
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


