Gelderland: Schulen wappnen sich für Virus
VON KATHARINA SCHMÜLLING, CORINNA KUHS UND MARC CATTELAENS - zuletzt aktualisiert: 10.08.2009Gelderland (RPO). Schulen und Schulämter treffen kurz vor Unterrichtsbeginn bereits Vorsorge-Maßnahmen gegen die Schweinegrippe. Vor allem strenge Hygiene-Vorschriften sollen dafür sorgen, dass sich keiner ansteckt.
Noch sind die Schulen im Südkreis still und verlassen. Doch das ändert sich bald: In einer Woche fängt der Unterricht wieder an. Die Kinder kommen aus dem Urlaub zurück – vielleicht auch aus Spanien. Möglicherweise mit im Gepäck: die Schweinegrippe. Die Schulen und Schulämter setzen deshalb auf Vorsorge.
"Die Schulen werden über das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales über Vorsichts- und Vorsorgemaßnahmen informiert", sagt Gerd Borghs vom Schulamt in Straelen. Die Tipps klingen simpel, sind aber effektiv: häufig Hände waschen, aufs Händeschütteln verzichten, beim Verdacht auf eine Erkrankung auf jeden Fall zu Hause bleiben.
Die Schweinegrippe
Was Die Schweinegrippe bezeichnet eine Virusinfektion des Menschen mit einer neuen Variante von Grippeviren.
Wie Ende April 2009 warnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einer weltweiten Verbreitung (Pandemie).
Wann Anfang Juni dieses Jahres wurde die Virusinfektion dann auf die höchste Alarmstufe hochgestuft.
Keine Gefäße für Einmal-Tücher
In Geldern hat Schulamtschef Helmut Holla bereits dafür gesorgt, dass vom Kreis Kleve verteilte Plakate des Robert-Koch-Instituts mit den Verhaltenstipps in den Eingangsbereichen der Schulen aufgehängt werden.
Die Stadt kümmere sich außerdem darum, dass Seifenstücke durch Flüssigseifen ersetzt werden und es keine Stoff-, sondern Einmalhandtücher in den Schulen gibt, sagt Bürgermeister Ulrich Janssen. Für die städtischen Angestellten – dazu gehören Hausmeister oder Sekretärinnen an den Schulen – werde Mundschutz zur Verfügung gestellt. Was sonst an den Schulen geschehe, sei noch nicht festgelegt. Man wolle abwarten, was die Landesregierung am Dienstag entscheide.
An der Realschule am Westwall in Geldern ist man schon gespannt, wie die Entscheidung ausfällt. Schulleiter Hans Rainer Tabke hat noch nichts davon gehört, dass die Stadt für Papierhandtücher sorgen will. Und selbst wenn – "dafür haben wir doch gar keine Gefäße", sagt Tabke. Er findet die Sorge um Ansteckungsgefahr berechtigt: "Da muss doch nur ein Ryanair-Flieger mit Infizierten landen. Das kann sich ganz schnell in die Schule tragen. Schule ist ganz klar ein Risikobereich."
Auch in Kevelaer laufen Vorbeugungen vor Schulbeginn. "Wir leiten die Infos vom Ministerium an die Schulen weiter", sagt Willi Winkels vom Schulverwaltungsamt. Er verweist außerdem an die Homepage der Stadt. Dort sind Tipps zur Gefahrenminimierung zusammengestellt.
Eduard Großkämper, Pressesprecher des Kreises Kleve, der im Südkreis für die Schulverwaltung der Gemeinden Kerken, Issum, Weeze und Wachtendonk zuständig ist, erklärt: "Die meisten Schulen halten sowieso schon die vorgeschriebenen Hygienestandards ein, falls nicht, sind sie jetzt dazu aufgerufen, das zu ändern." Konkret meint er damit zum Beispiel: Aufklärung von Eltern und Schülern, Einweghandtücher und Einwegseifen, die die Gefahr einer Virus-Übertragung minimieren sollen.
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