Gelderland: Sechs Orte machen gemeinsam Schulpolitik
VON MICHAEL KLATT - zuletzt aktualisiert: 16.10.2010Gelderland (RPO). Auf eine konzertierte Aktion in Sachen Gemeinschaftsschule haben sich die südlichen Kommunen im Südkreis Kleve verständigt. Das ist das Fazit eines Informations- und Beratungsgespräches, zu dem gestern Vertreter aus Geldern, Straelen, Wachtendonk, Issum, Kerken und Rheurdt im Schulministerium waren.
"Es ist klar, dass sich dieser Schulversuch auf alle weiterführenden Schulen auswirkt, und zwar über die Kreisgrenzen hinaus", teilte Straelens Bürgermeister Jörg Langemeyer mit, der für die Südkreis-Runde das Ergebnis der Fahrt nach Düsseldorf zusammenfasste.
Initiative
Nicht zum ersten Mal waren Kommunen wegen der Gemeinschaftsschule im Ministerium. Doch offensichtlich habe noch niemand die Absicht eines gemeinsamen Vorgehens geäußert, gab Langemeyer seine Eindrücke wieder. Als Vorbilder für Gemeinschaftsinitiativen im Kreis Kleve nannte er den Virtuellen Gewerbeflächenpool und den seit zwei Jahren bestehenden Hauptschulzweckverband Straelen/Wachtendonk.
Einhellig kritisierten die Delegationen aus den Rathäusern den Zeitdruck. Bekanntlich will die Landesregierung, dass der Einstieg in die Gemeinschaftsschule bis zum 31. Dezember erfolgt. Langemeyer und seine Kollegen sind dafür, auch einen späteren Start zu ermöglichen. Jetzt werden die politischen Gremien in den Kommunen über das Gesprächsergebnis informiert.
Gegen jeglichen "Kulturkampf" zwischen Befürwortern und Gegnern und gegen Kirchturmsdenken beim Thema Gemeinschaftsschule wendet sich Walter Seefluth aus Geldern. Aus pädagogischer Sicht sei die Gemeinschaftsschule eine große Chance, sagt das Mitglied im Kreisvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Die Fristsetzung zum 31. Dezember hält er allerdings für schädlich. Von der neuen Form profitieren nach Seefluths Überzeugung nicht nur die Hauptschulen in Straelen und Wachtendonk, sondern auch das Straelener Gymnasium. Die Gemeinschaftsschule mit einem Gymnasialzweig könnte die Schüler in Straelen halten. Straelens Schulzentrum biete sich für eine Mensa und eine Mediathek an.
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