Gelderland: So erlebten wir das DDR-Ende
VON ANDREAS BUCHBAUER - zuletzt aktualisiert: 03.10.2009Gelderland (RPO). Heute ist der Tag der Deutschen Einheit. Mit dem Nationalfeiertag wird der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 gedacht. Das Ende des Eisernen Vorhangs begann 1989. Vier Bürger erinnern sich daran.
Jubel. Freudentränen. Und natürlich Gänsehaut. Am Tag, als die Berliner Mauer fiel, schaute die ganze Welt nach Deutschland. Auch für den in Issum lebenden Tobias Georgi (35) war der 9. November 1989 kein Tag wie jeder andere. Georgi war damals 16 Jahre alt und lebte in Dresden. "Als wir vom Fall des Eisernen Vorhangs erfuhren, haben wir uns um das Kofferradio versammelt und gespannt auf Neuigkeiten gewartet", sagt Georgi.
Die kamen bald, auch wenn seine Familie keine West-Sender empfangen konnte. "Was das anbelangt, lebten wir in Dresden ja im Tal der Ahnungslosen", erklärt Georgi. Heute, am Tag der Deutschen Einheit, mit dem die Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 offiziell besiegelt wurde, denkt er an die Ereignisse von 1989 zurück.
Feierlichkeiten
Jedes Jahr gibt es in der Bundesrepublik einen zentralen Veranstaltungsort für die Feierlichkeiten zur Einheit. Dieser wechselt jedes Jahr von Bundesland zu Bundesland. Heute sind die zentralen Feierlichkeiten in Saarbrücken, Nordrhein-Westfalen ist 2011 in Bonn wieder Gastgeber.
Georgi erinnert sich an den Mut und den Ruck, der durch die ostdeutsche Bevölkerung ging. An die Proteste, die Demonstrationen, die Sehnsucht nach Freiheit. "Ich bin froh, dass die Mauer gefallen ist", sagt er.
Alexander Reinke (57) packte damals in Kirgisien seine Koffer. Zwei Tage später reiste er mit seiner Frau und den drei Kindern nach Moskau und von dort in die Bundesrepublik. Er ist viel herumgekommen seit dem Mauerfall. Das ist Teil der neuen Freiheit, die es vor 1989 so nicht für ihn gegeben hatte. Derzeit wohnt er mit Tobias Georgi und dem Schweizer Daniel Fischli (29) in Issum. Fischli kennt die Einheit fast ausschließlich aus den Geschichtsbüchern. "Aber ein Freund von mir kommt aus Berlin und hat mir in der Hauptstadt viele historische Orte aus DDR-Zeiten gezeigt."
Gerda Engels (72) verfolgte den Fall der Berliner Mauer zu Hause in Geldern vor dem Fernseher. Noch ahnte sie nicht, dass sie eines Tages Verwandtschaft in Mecklenburg-Vorpommern haben würde – wenn auch nur angeheiratet. "Ich habe eine sehr nette Schwiegertochter aus Schwerin", sagt Gerda Engels. In ihrer Familie hat die Geschichte – und die Liebe – zusammengeführt, was zusammengehört.
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