Geldern: Stadt auf Energie-Sparflamme
VON MARC CATTELAENS - zuletzt aktualisiert: 29.09.2008Geldern (RPO). Gelderner CDU und SPD sind sich einig: Der Energieverbrauch der kommunalen Liegenschaften muss gesenkt werden. Die SPD fordert einen Energiemanager und städtische Autos, die auf Erdgas laufen.
Die Gelderner CDU und SPD reiten derzeit gemeinsam auf der grünen Welle. Neben dem Umweltgedanken bewegt die beiden Fraktionen vor allem dies: Die städtischen Ausgaben für Strom, Wasser und Gas klettern stetig in die Höhe. Deswegen setzen die beiden Ratsfraktionen das Thema Energiesparen nun verstärkt auf die politische Tagesordnung.
Die SPD fordert, dass die Verwaltung ein umfassendes kommunales Energiemanagement einrichten soll. „Nur mit einem solchen Energiemanagement können Kosten und Emissionen gesenkt werden“, erläuterte Fraktionsvorsitzender Hejo Eicker der RP den Hintergrund seines Antrags. Ein oder mehrere Energiemanager sollen den Verbrauch und die Energiekennzahlen der wichtigsten städtischen Gebäude ein oder zwei Mal im Monat ermitteln. „Nach Angaben der Energieagentur NRW kann bereits ab 10 000 Einwohner eine Personalstelle als wirtschaftlich betrachtet werden“, sagt Eicker. Die Energiemanager sollen den Ratsmitgliedern einen so genannten Energiebericht liefern. „Durch solch einen Bericht ließe sich der Energieausweis eigentlich sparen.“ Der Vorteil liege vor allem darin, dass „Ausreißer“ im Verbrauch schnell erfasst und die Ursachen behoben werden können.
Rathaus-Energiepass
Bescheinigung Der Energieausweis gibt Auskunft über die Gesamtenergie-Effizienz eines Rathauses und zeigt mögliche Modernisierungsmaßnahmen auf.
Stichtag Die Energiesparverordnung trat am 1. Oktober 2007 in Kraft und führte die Ausweis-Pflicht für Gebäude ein. Für öffentliche Nichtwohngebäude ab 1000 Quadratmeter Nutzfläche muss der Nachweis ab 1. Juli 2009 vorliegen.
Beispiel Gelderland-Stadion
Ein Beispiel für einen solchen „Ausreißer“ sei das Gelderland-Stadion, das eine zeitlang einen extrem hohen Wasserverbrauch gehabt habe. „Es hat sich herausgestellt, dass eine Pumpe ständig unnötig lief“, berichtet der Fraktionsvorsitzende.
Geht es nach ihm, werden außerdem städtische Autos („beispielsweise das Auto vom Bürgermeister, das hätte doch Vorbildfunktion“) bald auf Erdgas-Betrieb umgestellt. Die SPD will einen unabhängigen Fachmann von der Energieagentur NRW nach Geldern einladen, der den Rats- und Ausschussmitgliedern Vorschläge zu konkreten energiesparenden und umweltschonenden Maßnahmen liefern soll.
Die CDU drängt in ihrem Antrag darauf, „Konzepte zur Zentralisierung und Optimierung der energetischen Verbräuche, wie auch Ressourcen einsparende Maßnahmen an städtischen Gebäuden mit erhöhter Intensität umsetzungsreif zu machen“. Im Klartext: Die Verwaltung möge mit Hochdruck daran arbeiten, die Energiekosten zu senken. Ein besonderes Augenmerk legt die CDU-Fraktion dabei auf den neuen Stadtteil „Westpark“. Dort sollen laut Sprecher Karl-Heinz Lorenz Anreize geschaffen werden, in den neuen Wohnquartieren und Gewerbe- und Dienstleistungsgebieten energiesparend zu bauen und umweltschonende Energieträger zu nutzen.
Die FDP-Fraktion befürchtet laut Sprecher Stefan Bellgart, dass, wenn der Energiepass für öffentliche Gebäude kommt, unkalkulierbare Kosten auf die Stadt zukommen. „Investitionen in Energiesparmaßnahmen sind dringend notwendig, bringen aber nicht abschätzbare Kosten“, sagt Bellgart.
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