Geldern: Stadt braucht Stromzähler
VON SEBASTIAN DALKOWSKI - zuletzt aktualisiert: 10.02.2009Geldern (RPO). Im Frühjahr wird der Gelderner Rat über die Einrichtung eine Energiemanagers entscheiden. Bürgermeister Janssen möchte erst versuchen, vorhandene Möglichkeiten zu nutzen, der Leiter des Hochbauamtes ist für die neue Stelle.
Kevelaer hat die Stelle für einen Energiemanager bereits ausgeschrieben, Geldern hingegen überlegt noch. Im Frühjahr entscheidet der Rat darüber, ob die Stadt einen Energiemanager einstellen soll, um den Energieverbrauch zu senken. Kommunales Energiemanagement ist das Stichwort. Das Geld dafür ist im Haushalt eingeplant. Das allerdings bedeutet nicht, dass die Stadt eine solche Stelle einrichten muss.
Bürgermeister Ulrich Janssen spricht sich dafür aus, erst zu versuchen, die vorhandenen Möglichkeiten zu nutzen, bevor eine neue Stelle geschaffen wird. Er weist auf eine Mitarbeiterin der Verwaltung hin, die sich fortgebildet habe und eventuell als Energiemanagerin in Frage komme. "Wir müssen uns auch fragen: "Was macht der Energiemanager nach zwei, drei Jahren?"
KEM
Abkürzung KEM steht für kommunales Energiemanagement.
Definition Das meint die Versuche von Gemeinden und Städten, den Energieverbrauch in kommunalen Gebäuden zu senken.
Verantwortliche In Großstädten gibt es Energiebeauftragte oder ganze Abteilungen, in kleineren Kommunen ist Energiemanagement meist nur in geringem Umfang möglich.
Bisher ist Energiemanagement eine von vielen Aufgaben des Hochbauamtes. Doch Amtsleiter Lothar Bigge räumt ein: "Ohne Energiemanager geht es nicht. Unsere Abteilung ist damit überfordert." Denn der Energiemanager müsse ein Spezialist sein. Der könne am besten feststellen und kontrollieren, wo die Stadt in den Gebäuden den Verbrauch senken könne.
Bigge betont aber, dass die Stadt bereits vieles getan habe, um den Energieverbrauch zu senken. "Das Thema hatten wir immer im Hinterkopf, aber aufgrund der steigenden Energiepreise ist es nie so thematisiert worden wie momentan." So habe die Stadt in den vergangenen Jahren Schulen saniert, neue Dachflächen, Fenster und Heizungsanlagen angebracht, um den Verbrauch zu senken. Bereits 2006 erstellte die Verwaltung ein Merkblatt, das erklärt, wie sich Strom, Heizungsenergie und Wasser sparen lassen. Dieses Merkblatt hängt in allen öffentlichen Gebäuden aus.
Auch Hejo Eicker, Fraktionsvorsitzender der SPD Geldern, glaubt, dass das Hochbauamt das Energiemanagement nicht alleine bewältigen kann. Er ist zwar überzeugt, dass das Thema Energieverbrauch in der Verwaltung angekommen ist, denkt aber, dass es im Alltag untergeht. "Das Hochbauamt ist momentan mit anderen Dingen beschäftigt." Die SPD-Fraktion hatte sich bereits im Herbst vergangenen Jahres für einen Energiemanager ausgesprochen. "Wir werden darauf achten, dass das Thema auf die Tagesordnung kommt", verspricht Hejo Eicker.
Marianne Ingenstau, CDU-Fraktionsvorsitzende, möchte sich noch nicht festlegen, wie die Partei zum Thema steht. "Wir warten erst ab, bis die Verwaltung die Vorlage ausgearbeitet hat, bevor wir uns entscheiden, ob wir für einen Energiemanager sind."
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