Straelen: Straelen bekommt eigene Tafel
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 14.11.2009Straelen (RPO). Die Gelderner Tafel eröffnet Ende des Monats eine Dependance in Straelen. Der Bedarf sei auch in der Blumenstadt da, sagt Tafel-Chef Alfred Mersch. Damit entsteht die dritte Tafel-Einrichtung im Südkreis Kleve.
Ehrenamtler
Die Gelderner Tafel wurde im November 2001 eröffnet. Vorsitzender des Vereins ist Alfred Mersch.
Wer den Tafelverein unterstützen möchte – durch Spenden oder als ehrenamtlicher Helfer – wendet sich an Alfred Mersch.
Er ist zu erreichen unter Tel. 0173 2561475.
Den 26. November hat sich Alfred Mersch im Terminkalender geblockt. An diesem Tag wird die neue Dependance der Gelderner Tafel eröffnet – in Straelen. "Dann wollen wir zusehen, dass wir auch in Straelen die Menschen mit guten Lebensmitteln versorgen", freut sich der Gelderner.
"Jeweils donnerstags von 15 bis 17 Uhr werden wir in Straelen sein", sagt Mersch. Unterkommen werden die Helfer bei der evangelischen Kirche an der Bahnstraße. Dass Straelen ein geeigneter Standort wäre, hat Mersch schon vor einiger Zeit festgestellt. "Ich wurde immer wieder angesprochen", sagt er. Nachdem dann die Kevelaerer Tafel zum 1. März dieses Jahres in die Selbstständigkeit entlassen wurde, "haben wir gesagt, wir wollen diesem Wunsch nun nachkommen".
Klassisches Prinzip
Auch in der Blumenstadt werden die Ehrenamtler das klassische Tafel-Prinzip verfolgen: Menschen bekommen kostenlos jene Lebensmittel, die sie brauchen – sofern die Produkte vorrätig sind. Denn die Nahrungsmittel werden nicht eingekauft, sondern von Discountern und Einzelhändlern gespendet. Andere Tafel-Einrichtungen nehmen inzwischen Geld für ihre Leistung. "Maximal eine Münze, also höchstens zwei Euro", sagt Mersch. Dies sei vielerorts nötig, um die Aktion überhaupt noch finanzieren zu können. Im Gelderland allerdings stehe die Tafel noch recht gut da und habe viele Unterstützer. Dass selbst zwei Euro für einige Menschen viel Geld sind, hat Mersch bereits festgestellt: "Zu uns kommt zum Beispiel regelmäßig eine Frau, die 104 Euro im Monat zum Leben hat. Da kann man nicht zwei Euro abverlangen."
In Straelen startet Mersch mit dem Gelderner Team, das aus acht Ehrenamtlern besteht. "Wir hoffen natürlich langfristig auf eine gute Mannschaft aus Straelen", sagt er. "Wir bauen das Ganze peu à peu auf." Mersch lobt die Unterstützung, die er und sein Team von der evangelischen Kirchengemeinde erfahren haben. "Wir wurden sehr gut aufgenommen vom Pfarrer Rolf Krebber und dem Presbyterium." Im Pfarrzentrum bezieht die Tafel keinen eigenen Raum, sondern baut immer donnerstags vor der Essensausgabe Bierzeltgarnituren auf und nachher wieder ab. "Wir sind da nur zu Gast, machen anschließend alles sauber und sind dann auch schon wieder weg", sagt Mersch.
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