Straelen: Straelen erneuert Energie
VON MICHAEL KLATT - zuletzt aktualisiert: 03.01.2009Straelen (RPO). In der Blumenstadt liefern Wind, Sonne, Biomasse und Deponiegas immer mehr Strom. Doch es gibt noch viel ungenutztes Potenzial.
Aus der Sonne
Fläche Laut Thomas Linßen gibt es an den städtischen Gebäuden 2200 Quadratmeter, die für Photovoltaikanlagen genutzt werden können.
Aktion Im Jahr 2004 trat Straelen der Aktion „Solar Lokal“ bei. Die Aktion mit mittlerweile 355 Teilnehmern ist eine Imagekampagne für Solarstrom.
Kontakt Solar Lokal-Büro Bonn, Kurt-Schumacher-Straße 12-14, 53113 Bonn, E-Mail sonnigezukunft@solarlokal.de, Tel. 01803 2000-3000.
Grün ist die Couch, das Logo der Stadt Straelen. Die Farbe wurde nicht nur wegen der dominierenden Gartenbaubranche ausgewählt. Dahinter steckt auch ein ökologischer Anspruch, auf den der Straelener Rat die Politik und die Verwaltung nicht zuletzt durch die Verabschiedung der Lokalen Agenda 21 im Februar 1998 verpflichtet hat. Nicht erst seit diesem Zeitpunkt nimmt der Anteil der erneuerbaren Energien in der Blumenstadt zu.
Eine Windkraftanlage
1992 wurden gerade mal fünf Kilowatt Spitzenleistung aus erneuerbaren Energien erzeugt. Lieferant war eine Windkraftanlage am Dreihöfeweg. Bis Ende 2007 stieg der Wert auf rund 16 760 Kilowatt installierter Leistung. Damit liegt Straelen unter den Kommunen im Kreis Kleve auf Platz zwei. Spitzenreiter ist Kalkar mit rund 23 000 Kilowatt. Wachtendonk rangiert mit rund 12 000 Kilowatt an dritter Stelle.
Die Windkraft ist der von der installierten Leistung her wichtigste Träger erneuerbarer Energien in Straelen. 7505 Kilowatt installierter Leistung kamen im Jahr 2007 durch die nicht von allen geliebten „Spargel“ mit Rotoren zusammen (45 Prozent). Die Biomasse brachte es auf 6063 Kilowatt (36 Prozent), die Photovoltaik auf 1723 Kilowatt (zehn Prozent) und das Deponiegas auf 1470 Kilowatt (neun Prozent).
Bei den Erträgen allerdings sieht die Rangliste anders aus. Spitzenreiter ist dort die Biomasse, durch die im Jahr 2007 insgesamt 32 369 Megawattstunden Strom erzeugt wurden (64 Prozent). Es folgt die Windkraft mit 13 598 Megawattstunden (27 Prozent) vor dem Deponiegas mit 2869 Megawattstunden (sechs Prozent) und der Photovoltaik mit 1319 Megawattstunden (drei Prozent). Alles in allem genug Strom für mehr als 11 100 Haushalte.
Das Nutzen erneuerbarer Energien hilft den Straelenern beim Vermeiden des Klimakillers Kohlendioxid. Im Jahr 2007 wurden insgesamt rund 40 000 Tonnen davon nicht in die Umwelt hinaus geblasen.
Doch auch wenn die Kurve erneuerbarer Energien stetig ansteigt, sieht Thomas Linßen noch reichlich Handlungsbedarf. „Es besteht Potenzial für zwei bis vier Windkraftanlagen“, sagt der städtische Umweltbeauftragte. Auch bei der Biomasse bieten sich aus seiner Sicht noch große Chancen. „Viel Material wird ungenutzt kompostiert.“ Und viel Platz ist noch für Sonnenkollektoren.
Aktion „Solar Lokal“
Eitel Freude und Sonnenschein herrscht jedoch nicht im Umweltschutzbereich. „Es gibt meist nur kleine Anlagen und das Engagement von Privatleuten“, lobt Stefan Kemmerling (Grüne Opposition) den Einsatz von Straelener Bürgern wie Hans Schmitz, der mit seiner Familie 1995 den Umweltpreis erhielt und einer der Motoren der Aktion „Solar Lokal“ ist.
Doch lässt Stefan Kemmerling direkt Kritik folgen: „Die Stadt und auch die Firmen, die die größten Stromverbraucher sind, schludern.“
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