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Geldern: Strafe für Sperrmüllsammler

VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 23.03.2007

Geldern (RPO). Wer Sperrmüll als Gelegenheit ansieht, um Möbel oder anderes zu bekommen, muss mit einem Bußgeld rechnen. Auch im Gelderland ist es verboten, den Unrat mitzunehmen. Das Sammeln kann als Diebstahl gewertet werden.

Info

Passt nicht in die Tonne

Als Sperrmüll gelten nur Gegenstände, die wegen ihrer Größe nicht in die Mülltonne passen. Abfälle aus Modernisierungen oder Renovierungen (Türen, Fenster, Rollläden, Spanplatten, Deckenvertäfelung) oder Abfälle aus Produktionsbetrieben werden nicht mitgenommen. Das meldet die Stadt Geldern auf ihrer Internetseite. Baustellenabfälle können gegen Gebühr beim Wertstoffhof im Gewerbegebiet Geldern, Liebigstraße 34, abgegeben werden.

Die Anmeldung zur Sperrgutabfuhr erfolgt unter Tel. 0 18 01/78 78 78 bei der Firma Schönmackers Umweltdienste.

Normalerweise will den Müll anderer Leute keiner haben. Bei Sperrmüll aber ist das anders. Stehen die Sofas, Couchtische oder Kaninchenkäfige an der Straße, ziehen sie offenbar nahezu magisch Interessenten an. In einigen Städten ist das ein Riesenproblem – in Wuppertal etwa stach ein Mann kürzlich einen Konkurrenten im Streit um Sperrmüll nieder.

Dabei ist das Sperrmüll-Sammeln verboten – wer erwischt wird, zahlt ein Bußgeld. Wie die Bezirksregierung Düsseldorf mitteilt, handele es sich um eine Ordnungswidrigkeit, wenn Gegenstände aus dem Sperrmüll mitgenommen werden. „In bestimmten Fällen macht man sich sogar strafbar“, heißt es. Die Erklärung: Es kann sich um Diebstahl oder Unterschlagung handeln, wenn der Gegenstand noch gebraucht wird. Das klingt bei Müll zwar merkwürdig, ist aber so. Zum Beispiel, „wenn das Entsorgungsunternehmen, das den Sperrmüll einsammelt, ein wirtschaftliches Interesse an der Verwertung der Gegenstände hat“, so die Erklärung der Bezirksregierung. Da der unbedarfte Sammler nicht einschätzen könne, welche Gegenstände möglicherweise für das Unternehmen noch wertvoll sind, darf er den scheinbaren Müll nicht mitnehmen.

Illegale Touristen

Auch in Geldern waren jahrelang fleißige – und illegale – Sperrmülltouristen unterwegs. Der Müll wurde zerrupft, teilweise stellten Bürger einfach noch eigenen Unrat dazu. Die Straßen sahen an Sperrmüll-Abenden chaotisch aus. Bis die Stadt sich entschloss, das Prozedere zu ändern und verdeckte Termine einführte. „Danach gab es keine Probleme mehr“, erklärt Stadt-Sprecher Herbert van Stephoudt. In Geldern werde zudem der Wertstoffhof gut genutzt, so dass immer weniger Sperrmüll anfalle. Auf dem Hof, den die Entsorgungsfirma Schönmackers für die Stadt Geldern betreibt, können Bürger das abgeben, was sie normalerweise an die Straße gestellt hätten. „Immer mehr Leute liefern dort ihren Sperrmüll an“, erklärt van Stephoudt. Das sei kostenlos und zumindest für jene Menschen praktisch, die das Sperrgut selbst transportieren können. „Dann warten sie nicht auf den Sperrmüll, sondern können die Sachen direkt loswerden.“

Jörg Wagner, Prokurist bei der Firma Schönmackers Umweltdienste, die im Gelderland die Sperrmüllentsorgung im Auftrag der Gemeinden übernimmt, sieht das Problem der Sperrmüllsammler differenziert. Das Unternehmen sei im Auftrag einer Stadt unterwegs, und der an die Straße gestellte Müll gehöre der Stadt. Das Unternehmen sammle die Sachen zwar ein, verdiene aber nicht an einer möglichen Weiterverwertung: „Wir liefern das nur bei der Kreis Klever Abfallwirtschaftsgesellschaft ab. Was die dann damit machen, ist uns egal.“ Schwierig sei das Chaos, das durch die Sammler entstehe: „Die reißen Sachen auseinander oder nehmen etwas mit, um es dann woanders wieder wegzuwerfen. Und wir werden dann anschließend informiert, dass dort etwas nicht abgeholt wurde.“

Und: Professionelle Sperrmüllsammler kämen mit 40-Tonnen-Lastwagen. Die parkten sie dann außerhalb und schickten die Sammler mit kleinen Fahrzeugen los. „An den zentralen Punkten treffen sie sich dann und sortieren aus, was sie auf den Lastwagen packen. Den Rest werfen sie weg.“ Häufig blieben Müllberge auf entlegenen Parkplätzen zurück. „Das ist wirklich ein riesengroßes Problem“, so Wagner.

Quelle: RP

 
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