Wachtendonk: Streit um Wanderweg und Bürgerwald
zuletzt aktualisiert: 20.02.2010Wachtendonk (RPO). Das Bewusstsein für den Klimawandel und den Umweltschutz wollten die Wachtendonker Bruderschaften im vorigen Jahr vor den, während der und nach den Diözesanjungschützentagen (DJT) wecken. 2500 Waldwertpapiere verkauften die Schützen, was 2500 Bäume für einen Bürgerwald an Wankums Dorfbach bedeutet hätte. "Das alles war jetzt für die Katz'", schreiben in einer Stellungnahme Bernd Trienekens, Vorsitzender der St.-Sebastianus- und St.-Michaels-Schützenbruderschaft Gelinter, Christoph Schmitz, Vorsitzender der St.-Sebastianus- und St.-Laurentius-Schützenbruderschaft Ribbrocker, und Christoph Hügen, kommissarischer Vorsitzender der St.-Antonius- und St.-Johannes-Schützenbruderschaft Wachtendonk-Stadt.
Nach Süden abknicken
Ihre Kritik: "Einer fühlt sich nicht an eine Zusage für den Verkauf des für den Wald nötigen Grundstücks gebunden." Wie berichtet, kommt durch diese Rücknahme der von Wankum in Richtung Wachtendonk geplante Weg voraussichtlich nicht zu Stande. Im Raum steht auch ein Alternativvorschlag der Wankumer Wählergemeinschaft (WWG), die Route von Wankum aus erst 215 Meter am Bach entlang verlaufen und dann südlich zum Rochusweg abknicken zu lassen.
"Erst als wir die Möglichkeit erhielten, eingeräumt durch Bürgermeister und Gemeinderat, einen neuen Wald zwischen Wankum und Wachtendonk anzulegen, bekam die Waldwertpapieraktion einen enormen Schub", so die Bruderschaftssprecher. Jetzt fühlten sich viele verschaukelt.
Anderer Meinung ist Hans-Willi Verhaeg. Statt eines 20 Meter breiten Baumstreifens, den die Gemeinde als Ausgleichsfläche für das Gewerbegebiet Müldersfeld vorgesehen hatte, sei es besser, den Bürgerwald auf einem Grundstück zu komprimieren. Dafür stünden etwa acht Morgen Ackerland zum Verkauf bereit, so der Anwohner. Auch verhindere ein 20 Meter breiter Baumbewuchs am Wanderweg die Sicht auf die niederrheinische Kulturlandschaft. "Der Plan der Gemeindeverwaltung hätte zur Folge, dass wertvolles Ackerland unbrauchbar gemacht würde", sagt Verhaeg. Er favorisiert die WWG-Variante.
"Das ist kein Kompromiss, das ist eine Lösung nur für Wankum", kommentiert der CDU-Fraktionsvorsitzende Joachim Oomen den WWG-Vorschlag. Das trage die CDU so nicht mit. Oomen: "Es ist bedauerlich, dass nach den mündlichen Verkaufszusagen der Grundstückseigentümer ein Anlieger in der Lage ist, einen Besitzer derart zu beeinflussen, dass der Landeigentümer seine Verkaufsbereitschaft widerruft und damit die wohl einmalige Gelegenheit, Wachtendonk und Wankum auch über diesen Fuß- und Radwanderweg näher zu bringen, weggeworfen wird."
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