Geldern: Streitfall alte Kaplanei
VON MICHAEL KLATT - zuletzt aktualisiert: 07.09.2006Geldern (RPO). Über den Wunsch des Wankumer Geschichtskreises, einen Gemeindezuschuss für die Dorfstube im Gebäude der Kirchengemeinde umzuschichten, wird heute der Haupt- und Finanzausschuss debattieren.
Sitzverteilung
Stimmberechtigt Im Wachtendonker Haupt- und Finanzausschuss, der heute ab 18 Uhr tagt, sind stimmberechtigt fünf CDU-Politiker, je zwei von WWG und SPD und je einer von WBV und Bündnis 90/Die Grünen.
Wankum Den 32 000-Euro-Zuschuss der Gemeinde für die Einrichtung der Dorfstube will der Geschichtskreis Wankum vom alten Feuerwehrgerätehaus auf die alte Kaplanei umwidmen (die RP berichtete). Ginge es nach Bürgermeister Udo Rosenkranz, hätte der Geschichtskreis keine Chance mit diesem Ansinnen. „Ich befürworte eine Umschichtung nicht“, kündigte der Wachtendonker Rathaus-Chef ein entsprechendes Plädoyer in der heutigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses an. Es gehe darum, geradlinig zu bleiben, sonst würde man Dämme öffnen.
Muss Gemeinde gehören
Rosenkranz bezieht sich damit auf die in den vergangenen Jahren entwickelte Kultur der Vereinsförderung. Einzelanträge wurden nur bewilligt, falls dadurch gemeindeeigene Gebäude aufgewertet wurden. So geschehen bei einem Anbau der Freiwilligen Feuerwehr, praktiziert auch bei Zuschüssen für Proberäume der Trommlerkorps Wachtendonk und Wankum, die Dachräume in den Grundschulen nutzen. Die finanzielle Unterstützung für die Sanierung des gemeindeeigenen alten Feuerwehrschuppens passt laut Rosenkranz in diese Argumentationskette. Dass die Gemeinde der Kirche die renovierungsbedürftige Kaplanei abkaufen könnte, schloss er wegen der hohen Folgekosten aus.
Der Ausschuss wird heute im Saal des Bürgerhauses kontrovers diskutieren. Der WBV tendiert laut Fraktionschef Heinz Wachtendorf gegen eine Umwidmung des Zuschusses, hat aber noch Fragen. CDU-Fraktionsvorsitzender Joachim Oomen ist für das Beibehalten der Linie. „Sonst wecken wir Ansprüche, die wir nicht befriedigen können.“ Er kritisiert den Geschichtskreis als „wankelmütig“, weil er mittlerweile den vierten Standort für die Dorfstube ins Gespräch bringe.
Die übrigen Fraktionen stützen den Geschichtskreis. Hans-Joachim Ebel (SPD) und Dr. Ludwig Ramacher (Bündnis 90/Die Grünen) verweisen auf die bessere Bausubstanz der Kaplanei im Vergleich zum Schuppen. Die 32 000 Euro stünden eh im Haushalt. Für Matthias Küppers (WWG) ist es sinnvoller, die alte Kaplanei zu halten, als das Geld für einen Abriss und die Platzneugestaltung auszugeben.
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