Wachtendonk: Strom sparen dank "Heinz"
VON CARMEN PORSCHEN - zuletzt aktualisiert: 21.10.2011Wachtendonk (RP). Der Wachtendonker Unternehmer Johannes Hegmans hat mit seinem Team den intelligenten Stromzähler entwickelt. Das Konzept beinhaltet die Besonderheit, dass der günstigste Tarif ermittelt wird.
Johannes Hegmans schaut auf seinen Laptop. Die grüne Kurve, die dort in einer Grafik angezeigt wird, erhielt vor einer halben Stunde einen starken, rot gefärbten Ausschlag nach oben. "Da hat meine Frau vermutlich den Wasserkocher angeschaltet. Das geht schnell, verbraucht aber in dem Moment viel Strom", sagt der Wachtendonker. Die genaue Überwachung seines Stromverbrauchs via Internetseite verdankt Hegmans einer neuen Entwicklung der Firma "Plan-Energie".
Das Unternehmen ist Messstellen-Betreiber und bietet damit unabhängig vom Stromlieferanten Stromzähler an. "Es handelt sich um einen intelligenten Stromzähler, den ich ,Heinz' getauft habe und der auf seine Art einmalig ist", behauptet Hegmans, der die Firma "Plan-Energie" vor 35 Jahren gegründet hat und nun Projektleiter der Neuentwicklung ist.
Smart Meter
Feldversuch RWE macht seit 2008 ein Pilotprojekt, bei dem 16 000 Smart Meter in Wohnhäusern des Mülheimer Stadtteils Saarn eingebaut wurden. 2012 werden die Ergebnisse ausgewertet
Konkurrenz Etwa Yellow Strom bietet den Smart Meter an, der den Verbrauch live am PC anzeigt
Besonderheit "Plan-Energie" ist nur Messstellen-Betreiber und ermittelt daher unabhängig den besten Stromtarif
Gesetzlich vorgeschrieben
Nicht einmalig ist der Stromableser selbst, der den Namen Smart Meter trägt. "Im Zuge der Energiesparmaßnahmen hat die Bundesregierung den Smart Meter gesetzlich vorgeschrieben. Er wird inzwischen in allen Neubauten eingesetzt", erklärt Hegmans. Einmalig an "Heinz" sei es, dass er zudem online mit dem neutralen Energieberater verbunden ist. Der ermittelt innerhalb der gewählten Kategorie Graustrom/Strommix, Grünstrom/Ökostrom oder Besttarif beim Wunschlieferanten den besten Stromtarif innerhalb Deutschlands.
"Orientierung bietet dabei der individuelle Stromverbrauch. Die Messergebnisse stellt ,Heinz' zeitgleich auf dem Computer dar", sagt Hegmans. So kann der Wachtendonker mittels einer Kurve sehen, wann er oder seine Frau den Wasserkocher, die Waschmaschine oder den Fernseher angestellt haben und wie hoch der Verbrauch dabei war. "Das hilft auch Stromfresser zu identifizieren."
Darüber hinaus gibt "Heinz" die Zählerergebnisse an den örtlichen Netzbetreiber weiter, damit dieser die Stromrechnung schreiben kann. Der Stand des Stromzählers, dessen Einbau 69 Euro kostet und für den die monatliche Gebühr fünf Euro beträgt, ist dank Internet für den Kunden jederzeit aktuell einsehbar. Auch Daten aus der Vergangenheit bleiben erhalten.
"Für den Einzelnen kann sich das lohnen. Vor allem die hohe Transparenz ist ein Vorteil. Stromkunden müssen nicht ein Jahr warten, bis sie auf der Jahresabrechnung ihren Verbrauch sehen können", sagt Claudia Bruhn von der Verbraucherzentrale NRW. Ihrer Einschätzung nach ist das Angebot aber nicht für alle etwas. "Die Investition von 69 Euro und weiteren fünf Euro monatlich muss sich rentieren. Für Menschen mit geringem Verbrauch lohnt sich das Angebot nicht." Sie hält es außerdem für wichtig, dass die Software erklärt wird. "Es handelt sich um eine Dienstleistung mit Energieberatung. Das Anbringen des Smart Meter allein reicht nicht", sagt Bruhn.
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