Geldern: Swingerclub im Restaurant
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 11.09.2008Geldern (RPO). Ein seit Jahren leer stehendes Gebäude an der Weseler Straße soll zu einem Etablissement für Partnertausch umgebaut werden. Ein Bauantrag als „Gaststätte mit Hotelbetrieb“ ist bereits gestellt.
Das frühere Lokal „Thessaloniki“ an der Weseler Straße soll zur „Gaststätte mit Hotelbetrieb“ werden. Ein Duisburger Investor hat einen entsprechenden Bauantrag bei der Stadt gestellt. Hinter „Gaststätte mit Hotelbetrieb“ verbirgt sich allerdings kein Restaurant mit Schlafmöglichkeit, sondern ein Swingerclub. Derzeit laufen die Behördenbeteiligungen, zudem fehlt noch ein Brandschutzkonzept, erklärt Stadt-Sprecher Herbert van Stephoudt. Mit einem Ergebnis sei in etwa einem Monat zu rechnen.
Weit weg von Wohngebieten
Fachleute halten es für nahezu sicher, dass der Antrag durchgeht. Das Haus, das jahrelang leer stand, liegt weit genug von Wohngebieten entfernt und soll – so sieht es der Bauantrag vor – außerdem hinter einer Mauer verborgen werden. Zurzeit wird der Keller des Hauses trocken gelegt.
Partnerwechsel
Was In einem Swingerclub treffen sich Paare oder auch Einzelpersonen, um Partnerwechsel zu betreiben oder den eigenen Voyeurismus auszuleben.
Finanzierung Die Gäste zahlen in der Regel Eintritt für den Clubbesuch.
Bedeutung Der Begriff stammt aus dem Englischen. „To swing“ bedeutet „schwingen“ oder auch „sich frei bewegen“.
Bereits vor mehr als zwei Jahren hatte der türkischstämmige Duisburger das Haus ersteigert. Gebäude-Experten staunten damals über den Kaufpreis, der rund 200.000 Euro über dem Verkehrswert des Hauses lag. Dass der Investor bereit war, so viel für ein Gebäude, das umfangreich saniert und trocken gelegt werden müsste, zu zahlen, erklärte sich jedoch schnell: Die Lage scheint in der Swingerclub-Branche begehrt zu sein.
Der Duisburger wollte zwei weitere Interessenten ausstechen, die ebenfalls planten, das frühere Restaurant zu einem Partnertausch-Bereich umzubauen. Alle Drei wollten das Haus unbedingt: Der Standort gilt wegen Autobahn- und Bundesstraßennähe jenseits von Wohngebieten als ideal.
Der Käufer berichtete damals gegenüber der Rheinischen Post begeistert von seinen Visionen. Ein orientalisch eingerichtetes Etablissement sollte es werden, verschiedene Bereiche malte er sich bereits samt Farbwahl und Dekorationen aus. Dass sein Angebot Interessenten finden würde, war sich der Duisburger sicher: Viele Paare aus dem Ruhrgebiet, den Niederlanden und auch aus dem Gelderland hätten Interesse an einem Swingerclub. Geplant war, den Club pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zu eröffnen.
Aber der Laden blieb erstens unrenoviert und zweitens zu. Der Investor erkundigte sich zwar bei der Stadtverwaltung nach Vorschriften, weiter passierte jedoch nichts. Auf einen Bauantrag warteten die städtischen Mitarbeiter damals vergebens. Der Käufer, der nach seiner Auktion am Handy begeistert von seinen Plänen berichtet hatte, meldete sich nicht mehr. Sein Telefon schaltete er ab. Erst jetzt reichte er den Bauantrag bei der Stadt Geldern ein.
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