Issum: Töpferei und Hexen-Gerichte
VON TIMO STEPPAT - zuletzt aktualisiert: 04.10.2010Issum (RPO). Hunderte Besucher fanden den Weg nach Sevelen. Dort luden Töpfer- und Trödelmarkt zum Einkaufsbummel ein, parallel wurde Dorffest gefeiert. Es gibt Überlegungen, künftig einen Kunst-Handwerkermarkt zu veranstalten.
"Zwei Euro!" - das ist Jans Angebot. Die Kundin will schon einwilligen, da meint Nils: "Das ist viel zu wenig. Drei Euro!" Das ist der Besucherin dann doch zu viel für das gebrauchte Spielzeug. Am Ende einigt man sich auf 2,50 Euro. "Das ist ein guter Preis", sagt der 12-jährige Nils fachmännisch.
Seit 6.30 Uhr am Stand
Viele Dutzend Kinder und Jugendliche, oft begleitet von ihren Eltern, handeln an diesem Sonntagmorgen auf dem Clemens-Pasch-Platz und der kleinen Straße hin zum Kirchplatz mit Spielzeug und Allerlei vom heimischen Dachboden. "Man trennt sich von den Dingen, die man nicht mehr braucht und an denen man nicht mehr so sehr hängt", erklärt Kristina Winter. Zusammen mit ihrer Schwester Cedina steht sie seit 6.30 Uhr an ihrem Stand.
Modell des Denkmals
Zum ersten Mal präsentierte der Verein der Natur- und Heimatfreunde Sevelen das Model des Töpferdenkmals. Bis Sonntag waren bereits 11 000 Euro gesammelt worden. Das bronzene Denkmal soll rund das Doppelte kosten und nach Fertigstellung zwischen Kirche und Kirchplatz stehen.
Der traditionelle Töpfermarkt fand vor allem auf der Marienstraße und auf dem kleinen Platz vor der Kirche statt. Während es klassische Töpfereien, aber auch kunsthandwerkliche Gegenstände zu kaufen gab, bot eine Vielzahl von Ständen eher saisonale Dekorationsartikel an.
Anette Glasmachers kommt seit sieben Jahren nach Sevelen. Die Töpferin aus dem Ruhrgebiet hat im Hexenland ihre Stammkunden. "Die kommen jedes Jahr vorbei", berichtete sie. Früher habe sie auch mit einer Töpferscheibe vor Ort gearbeitet. "Das ist mir im Oktober aber inzwischen doch zu kalt", sagte sie.
Insgesamt sinkt die Zahl der klassischen Töpferstände seit einigen Jahren kontinuierlich. Für die Zukunft wollen die Veranstalter (Intressengemeinschaft, Vereinsgemeinschaft und Gemeinde Issum) aus dem Töpfermarkt eher einen Kunst-Handwerkermarkt machen. "Was angeboten wird, soll dann auch mit den eigenen Händen, und ohne Maschinen gefertigt sein", so Stephan Lingen von der Interessengemeinschaft.
Die Imbissstände auf dem Kirchplatz boten eine Besonderheit. Überall gab es, typisch für Sevelen, "Hexen-Gerichte": Hexensuppe (sehr scharf, mit Mais und Bohnen), Hexenbrot oder, als Wurst, Hexen-Beißer. Der Zuspruch zu Trödelmarkt, Töpfermarkt und Dorffest, an dem sich auch die Rheinische Post beteiligte, stimmte. Während des ganzen Tages strömten hunderte Besucher in das Dorf. "In den vergangenen Jahren hatte es oft geregnet. Deshalb freuen wir uns natürlich besonders über das gute Wetter", sagte Norbert Smeets von der Vereinsgemeinschaft. "Die Geschäftsleute fiebern in jedem Jahr dem Dorffest entgegen", berichtete Norbert Lingen. Auch in diesem Jahr dürften sie mit dem Umsatz zufrieden sein.
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