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Geldern: Totalschaden im Bahnhof

VON STEFAN KRIEGEL - zuletzt aktualisiert: 09.08.2010 - 11:10

Geldern (RPO). Ein Güterzug krachte am Samstag in den frühen Morgenstunden in zehn geparkte Personenzüge der Nordwestbahn. Auch wegen Gleisbauarbeiten in Richtung Kleve läuft nun im Gelderner Bahnhof nichts mehr.

Die Gesichter einiger Schaulustiger spiegeln das Entsetzen wieder. Sie formulieren diese Regungmit dem Satz: "Was hätte passieren können, wenn schon Fahrgäste in den Personenzügen gesessen hätten?" Am Unfallort auf den Gleisen kurz vor dem Gelderner Bahnhof riecht es unangenehm nach ausgelaufenem Diesel. Rund um die Unfallstelle bewegen sich Fachleute und erstellen die Schadensbilanz eines Zugunglücks. Darunter befinden sich auch einige Beamte der Bundespolizei.

Auf dem Bahnsteig im Gelderner Bahnhof steht Rolf Aal, Leiter der Bundespolizeiinspektion Kleve, und informiert einige Reisende. Er schildert den Hergang des Unfalls so: "Am Samstag gegen 5.20 Uhr kam aus Richtung Krefeld ein Güterzug. Er sollte eigentlich auf dem Gleis 2 durch den Gelderner Bahnhof fahren. Denn wegen Gleisbauarbeiten und der Sperrung der Strecke zwischen Geldern und Kleve parkten die Nacht über Personenzüge der Nordwestbahn auf dem Gleis 1. Wegen eines falsch gestellten Signals fuhr der Güterzug auf das Gleis 1 und prallte mit etwa 40 Stundenkilometern Geschwindigkeit auf die Personenzüge." Dabei sei ein Rangierhelfer, der sich im Führerhaus der Lok befand, leicht verletzt worden (Schulterprellung).

Info

Ersatzverkehr

Durch den Unfall im Gelderner Bahnhof wurde der Schienenersatzverkehr um die Strecke von Geldern bis Nieukerk erweitert. Bisher bestand diese Ausweichmöglichkeit bereits zwischen Kleve und Geldern. Das Angebot der Nordwestbahn musste wegen Gleisbauarbeiten eingerichtet werden. Die Arbeiten an der Strecke zwischen Geldern und Kleve sollen noch bis zum 22. August dauern.

90 Tonnen schwere Lok

Es muss durch den Aufprall der etwa 90 Tonnen schweren Diesellok gewaltig gescheppert haben. Sie zog nämlich noch 19 so genannte Flachwaggons hinter sich her. Durch den Aufprall sei die Lok aus den Schienen gesprungen, wie Udo Kampschule, Sprecher der Deutschen Bahn AG, bestätigte. Über die Schäden an der Lok konnte er gestern noch nichts sagen, da sie in der Werkstatt erst genau untersucht werden müsse. Gestern Nachmittag waren Fachleute noch dabei, mit Hilfe eines 150-Tonnen-Krans die Lok wieder auf die Gleise zu stellen.

Kampschulte hofft, dass dies spätestens in der Nach zum heutigen Montag gelingt, damit sich die Arbeiter dann den Personenzügen der Nordwestbahn widmen können. Der erste Zug, auf den die Diesellok krachte, habe vermutlich, nach Aussage der Nordwestbahn-Sprecherin Katrin Hoffmann, nur noch Schrottwert. Das Führerhaus wurde total eingedrückt. Außerdem knickte der gesamte Waggon in der Mitte durch. Ebenso erheblich beschädigt, berichtet Katrin Hoffmann, seien die beiden Züge, die hinter dem total zerstörten Zug standen. "Auch die anderen sieben Waggons, die noch in Richtung Kleve geparkt waren, müssen in der Werkstatt erst noch einmal untersucht werden, da die Diesellok durch die Wucht des Aufpralls alle Züge aufeinander geschoben hat." Über die genaue Schadenssumme wollte die Bahnsprecherin gestern nichts sagen. Sie vermutet jedoch, dass die Strecke zwischen Geldern und Nieukerk bis etwa einschließlich Mittwoch gesperrt bleibt. Es wurde, wie zwischen Geldern und Kleve, auch auf dieser Strecke ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. KOMMENTAR

Quelle: RP

 
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