Geldern: Umweltbewusst in die Zukunft
VON MARC CATTELAENS - zuletzt aktualisiert: 30.10.2009Geldern (RPO). Die Kommunen Geldern, Venray, Helden, Straelen und die "Regio Venlo" nehmen gemeinsam am Projekt "Congres IEM 2.0" teil. Ziel ist es, erneuerbare Energien zu fördern. Bürger sollen erfahren, wo sich deren Einsatz lohnt.
Das Programm
Das Fördergebiet des INTERREG IV A-Programms "Deutschland – Nederland 2007-2013" erstreckt sich von der Nordseeküste bis zum Niederrhein. Das sind etwa 460 Kilometer entlang der Grenzlinie. Das Gebiet hat eine Gesamtfläche von 46 737 Quadratkilometern, auf denen mehr als zwölf Millionen Menschen leben.
Potentiellen Häuslebauern soll der neue Gelderner Stadtteil Nierspark auch dadurch schmackhaft gemacht werden, dass sie dort alternative, sprich aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnene Energien nutzen können. Deswegen will die Stadt das Areal hinterm Bahnhof genau analysieren. Die Leitfrage dabei lautet: Wo lohnt sich der Einsatz welcher Technologie?
Ihre Erkenntnisse will die Stadt anschließend nicht nur der Nachbarstadt Straelen, sondern auch den niederländischen Kommunen Venray und Helden sowie der Region Venlo zur Verfügung stellen – und andersherum. Dazu haben sich die Vertragspartner gestern im Gelderner Bürgerforum mit der Unterzeichnung des Interreg-Projekts "Congres IEM 2.0" der Euregio Rhein Maas Nord verpflichtet.
Machbarkeitsstudie
Das niederländische Helden will als so genannte Agro-Gemeinde (der Anteil der Landwirtschaft dort beträgt 25 Prozent) neu entstehende Wohngebiete mit landwirtschaftlich erzeugter Bio-Energie versorgen. Venray untersucht, wie Gewerbegebiete mit Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien beliefert werden können. Lei Helden von der Gemeinde Venray: "Wir werden eine Machbarkeitsstudie durchführen, die klären soll, ob Unternehmen, die sich neu ansiedeln wollen, Interesse am Bezug regenerativer Energien haben. Wir wollen einen Weg finden, diese Energien preisgünstiger als die herkömmlichen anzubieten. Wahrscheinlich werden wir die erneuerbaren Energien zunächst fördern müssen. Ziel soll es sein, langfristig ohne diese Förderung auszukommen."
Erfahrungen austauschen
Wenn Erfahrungen aus allen drei Unterprojekten vorliegen, sollen sie unter den Kommunen ausgetauscht werden. Daraus soll anschließend auch jeder Hauseigentümer dies- und jenseits der Grenze einen Vorteil ziehen können. Eine Karte, auf der jedes einzelne Grundstück verzeichnet ist, soll im Internet bereitgestellt werden. Darauf soll abrufbar sein, welche Voraussetzungen für die Nutzung regenerativer Energien vorliegen. Gelderns Bürgermeister Ulrich Janssen: "Die Bürger können dann erfahren, welche Technik sich am meisten lohnt, sei es Geothermie, Wind-, Sonnen-, Bio- oder Wasserenergie. Wenn der Bedarf beim Einzelnen nicht groß genug ist, kann es sinnvoll sein, sich mit Nachbarn zusammenzuschließen."
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