Gelderland: Valentin liebt Karneval nicht
VON MICHAEL KLATT UND NATHALIE WÖBEL - zuletzt aktualisiert: 11.02.2010 - 11:51Gelderland (RPO). In diesem Jahr fällt der Tag der Verliebten, der 14. Februar, mit dem Karnevalssonntag zusammen. Das wirkt sich erfahrungsgemäß negativ auf den Blumenverkauf aus. Manche Floristen haben ihre Läden Sonntag extra geöffnet.
Valentinstag – der Tag für Verliebte. Das bedeutet Hochbetrieb für Gärtner und Floristen. Denn ein Blumenstrauß ist am 14. Februar das begehrte Zeichen der Wertschätzung für die Liebste – oder den Liebsten. Doch in diesem Jahr muss sich das Fest der Zärtlichkeit gegen jecke Konkurrenz wehren. Just am kommenden Sonntag bewegen sich viele Karnevalszüge durch die Straßen des Gelderlands, unter anderem in Geldern.
Mit Herzen
Dabei kommen die Wagen und Fußgruppen auch am Blumenladen Brings an der Hartstraße vorbei. Dort sind die Schaufenster schon passend für den 14. Februar geschmückt – und die Befürchtungen groß, dass der Verkauf unter dem Karnevalszug leidet. "Wir öffnen extra für den Valentinstag von 9 bis 13 Uhr. Sonst haben wir sonntags geschlossen", sagt die Auszubildende Vanessa Hüpen. Beliebt sind an diesem Tag nicht nur rote Rosen, sondern auch Gestecke mit Herzen, die im Schaufenster des Blumenladens zu sehen sind.
Die Favoriten
Schnittblumen Hier stehen laut Landgard die Rosen auf Platz eins, gefolgt von Tulpen, Orchideen (Cymbidium, Frauenschuh und Phalaenopsis) und Gerbera.
Topfblumen Der Renner sind hier bepflanzte Schalen.
Verzierung Topfblumen und Schnittblumen werden entsprechend dekoriert (Herzen und ähnliches) verkauft.
Farbe Die wichtigste Farbe zu Valentin ist traditionell Rot, danach folgen frische Frühlingsfarben, allerdings mit Abstand.
Nicht ganz so arg sind die Befürchtungen im Blumenladen "Gänseblümchen" in Issum. Der Karneval könne sich zwar schlecht auswirken, jedoch wüssten alle, dass Valentinstag ist, sagt die Geschäftsführerin. Daher macht sie auch keine zusätzliche Werbung und hofft auf einen guten Verkauf am Samstag davor.
Ganz andere Auswirkungen erwartet Alois Irtenkauf. Der Geschäftsführer von Blumen Vossen in Straelen fährt auf einen Wochenmarkt ins Ruhrgebiet, um seine Blumen zu verkaufen. "Da Karneval dort eine nicht so große Rolle spielt, habe ich Glück, dass der Valentinstag auf einen Sonntag fällt." Würde Irtenkauf ausschließlich in Straelen verkaufen, hätte er allerdings auch die Befürchtung, dass sich Karneval negativ auf den Blumenverkauf am Valentinstag auswirkt. Rosen sind natürlich auch bei ihm an diesem Tag sehr beliebt. Jedoch betont er auch, dass Tulpen ebenfalls gefragt seien.
Egal, welche Kalender-Konstellation: Die Woche vor dem Valentinstag ist für Landgard, die Blumenversteigerung in Herongen, die umsatzstärkste Woche, höchstens übertroffen von der Zeit unmittelbar vor Muttertag. "Im vergangenen Jahr waren an den fünf Verkaufstagen vor Valentin 13,5 Millionen Blumen bei der Versteigerung in Herongen, in der Woche davor 9,5 Millionen Blumen", berichtet Hans-Peter Riskes, Sortimentsmanager Schnittblumen Deutschland bei der Landgard Blumen & Pflanzen GmbH.
Wie von Landgard weiter zu erfahren war, sieht der größte Teil der Fachhändler ein Problem, wenn Valentin auf ein "normales" Wochenende fällt. Bei einen Tag in der Woche würden gute Mehrverkäufe erzielt, speziell ab 16 Uhr, wenn Männer auf dem Heimweg Blumen für ihre Frauen einkaufen. An Wochenenden gehe man eher mit der Partnerin in ein Restaurant oder zum Shopping, der Blumenkauf gehe dann zurück.
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