Geldern: Visionen kennen keine Krise
VON JÜRGEN LOOSEN - zuletzt aktualisiert: 07.10.2009Geldern (RPO). Tag 2 der Münchner Gewerbeimmobilien-Messe Expo Real: Airport Weeze und Hafen Emmerich standen gestern am Niederrhein-Stand im Blickpunkt. Erste Bilanz des niederrheinischen Großauftritts mehr als positiv.
Expo Real, Tag 2 am Niederrhein-Stand: Im Blickpunkt des Geschehens die Entwicklung des Kreis Klever Leuchtturm-Projektes Airport Weeze und des Hafens Emmerich. Die 12. Expo Real in München ist die größte deutsche Fachmesse für Gewerbeimmobilien.
Pünktlich zum Bericht des Flughafen-Geschäftsführers Ludger van Bebber im Gespräch auf der Bühne des Stands mit Moderator Tom Hegermann tauchte unverhofft, ähnlich wie im Vorjahr, Airport-Besitzer Herman Buurman auf. Aber auch er konnte nicht seinen eigenen Flughafen für die Anreise nutzen, sondern musste ab Düsseldorf in die Luft gehen.
Ludger van Bebber gibt aber die Hoffnung nicht auf, bald ebenfalls mit der irischen Fluglinie Ryanair vom Niederrhein in die bayrische Metropole reisen zu können: "München ist das stärkste deutsche Flugziel und wir hoffen, es bald ansteuern zu können. Aber das ist eine Entscheidung der Airline", sagte er im Gespräch mit der RP.
Kuypers bilanziert
Das erste Kurz-Fazit des Kreis Klever Wirtschaftsförderers Hans-Josef Kuypers über den wie zur Premiere im Vorjahr 30 000 Euro teuren Auftritt auf dem Gemeinschaftsstand des Niederrheins: "Ich bin der festen Überzeugung, dass die Mitglieder unserer Abordnung aus dem Kreis Kleve die eine oder andere interessante Visitenkarte mit nach Hause nehmen können. Entscheidungen, das ist auf Messen nun mal so, werden in weiteren Gesprächen eingeleitet werden müssen."
Große Wachstumsraten
Was auf das Thema van Bebbers passte: Visionen kennen keine Krise, lautete sein Motto, untermauert von vielen Grafiken, Statistiken und lauter steil nach oben weisenden Zahlen. "Wir gehen nicht nur stabil durch die Krise, sondern mit großen Wachstumsraten."
In diesem Jahr werden etwa 2,3 Millionen Passagiere Weeze nutzen, 52 Prozent der Gäste stammen aus den Niederlanden. "Zehn Millionen Menschen wohnen im Radius von einer Autostunde", sprach van Bebber vom bi-nationalen Projekt Weeze. "Und die Niederländer lieben unser einfaches Produkt", so van Bebber, der betonte, Weeze sei mehr als Ryanair: "Wir bauen mehrere Säulen auf, haben im Moment schon acht Fluggesellschaften bei uns."
In welchem Tempo es auf dem Flughafen weiter geht, weiß van Bebber nicht, aber: "Wir können nicht jedes Jahr um 70 Prozent wachsen, aber unser Potenzial liegt weit oberhalb der heutigen 2,3 Millionen Passagiere." Das Thema Lübeck spielte in München noch keine Rolle (siehe Bericht unten).
Logistik+3modal+m2 = Emmerich am Rhein hieß die Devise von Bürgermeister Johannes Diks und Hafen-Geschäftsführer Ulrich Schnake, der kurz erläuterte: "Diese prägnante mathematische Formel bringt unsere Stärken auf den Punkt." Und der Bürgermeister konnte sich über eine aktuelle Nachricht freuen: "Wir haben an einem Logistik-Wettbewerb teilgenommen und landesweit in Nordrhein-Westfalen den vierten Platz belegt."
Betont von beiden Chefs wurden die grenzüberschreitende Situation und die exponierte Lage: "Wir verstehen uns als deutsch-niederländischer Hafen, eine Grenze kennen wir nicht mehr". Tatsache sei: Obwohl der Port Emmerich gerade erst um 10 000 Quadratmeter vergrößert wurde, reicht die Kapazität nicht mehr lange aus. "Wir brauchen mehr Fläche." Ebenfalls angesprochen wurden der Nettpark, in dem noch 30 Hektar Gewerbefläche zur Verfügung stehen und das 326 000 Quadratmeter große Kasernengelände, das noch nicht im Besitz der Stadt ist: "Wir hatten gerade auf der Expo ein Gespräch mit der Bundesbehörde und sind guter Dinge", sagte Diks.
Die erste Bilanz des zweiten Groß-Auftritts der Standort Niederrhein GmbH mit den Städten Krefeld und Mönchengladbach sowie den Kreisen Neuss, Wesel, Viersen und Kleve fiel gestern nicht nur bei den Partnern auf der Interview-Bühne mehr als positiv aus. Offenbar fühlen sich die Hauptdarsteller aus dem Kreis Kleve inzwischen wohl unter dem Niederrhein-Dach. Schneller als eigentlich erwartet.
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