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Wachtendonk: Wachtendonk entdecken

VON ULLI TÜCKMANTEL - zuletzt aktualisiert: 16.05.2008

Wachtendonk (RPO). Mehr als jedes zweite Haus, insgesamt 116 Gebäude, steht im Wachtendonker Ortskern unter Denkmalschutz. Ein kleiner Rundgang durch die am besten und schönste erhaltene historische Innenstadt im Kreis Kleve.

Info

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Zum Erleben Das Büro für Touristik und Kultur im Haus Püllen (Nr. 11 auf der Karte, Postanschrift: Feldstraße 35, 47669 Wachtendonk, Tel. 02836/9155-65) bietet Stadtführungen an.

Zum Nachlesen Sehr empfohlen sei der „Stadtführer durch den historischen Ortskern“, den der Kulturkreis Wachtendonk im vergangenen Jahr herausgegeben hat (4,80 Euro), und auf dem auch unser Rundgang beruht.

Zum Surfen Einen virtuellen Rundgang gibt es auch auf der Internetseite der Gemeinde

www.wachtendonk.de

Wenn Sie das historische Wachentendonk wirklich kennenlernen wollen, dann gibt es eigentlich keine Alternative zu einem Rundgang mit Stadtführer Heinz Rütten. Versprochen: Das sind zwei der unterhaltsamsten und lehrreichsten Stunden, die Sie in Wachtendonk verbringen können. Hier eine kleine Appetitanregung zum Spaziergang in einer großen Geschichte.

1) Lohmühle: Start ist an der ehemalige Wassermühle (18. Jahrhundert), in der früher für die ortsansässigen Gerberbetriebe pflanzliche Gerbmittel zerkleinert und gemahlen wurden. 1896 zum Wohnhaus umgebaut, können Sie heute hier Kunst gucken und kaufen.

2) Der „schwarze Adler“ heißt schlicht so, weil er schon immer über der Tür war. In Höhe des Hauses befand sich früher das Stadttor (im Straßenpflaster hervorgehoben)

3) Die Dramaturgie der Stadtführung will es, dass Sie jetzt zur Pfarrkirche St. Michael gehen. Ausgangspunkt des Baus war eine 1382 geweihte Kapelle. Bis dahin mussten die Wachtendonker ihre schützende Stadtmauern verlassen, um zur Kirche gehen zu können.

4) Wie das frühere Kloster zu dem Namen „Thal Josaphat“ gekommen ist, weiß heute keiner mehr. Kirche und Stadt teilen sich die Nutzung des Komplexes. Hier können Sie die wachtendonker Ratssitzungen verfolgen, auch die meisten Veranstaltungen des Kulturkreises Wachtendonk finden hier statt.

5) Das Pfarrhaus stammt im Kern aus dem Jahr 1709. Hier war übrigens der Gründer des „Historischen Vereins für das Gelderland und Umgegend“ zuhause, Pfarrer Joseph Hubert Mooren (1826–1887).

6) Das „St.-Ferdinand-Hospital“ war bis 1969 das Krankenhaus von Wachtendonk. Inzwischen befinden sich darin Wohnungen.

7) Bruchstraße 9: Hier war Wachtendonk früher zu Ende, zumindest stand dort das Bruchtor. Hinter der Putzfassade vom Beginn des 20. Jahrhunderts verbirgt sich das erste Haus, das nach der Schleifung der Stadtmauern um 1624 an der Erweiterung der Bruchstraße errichtet wurde.

8) Weinstraße 20: Die Erbauer dieses Hauses waren schlau. Weil Sie vor ihr Fachwerkhaus die imposanten Backsteinfassade mit dem schön geschweiften Stufengiebel setzten, überstand der Bau den Stadtbrand von 1708 – der gleich gegenüber in einer Scheune ausbrach.

9) Weinstraße 8: In diesem Geschäftshaus hat es in den vergangenen 300 Jahren fast alles einmal gegeben – von der Brauerei bis zur Zigarrenfabrik.

10) Rathaus: Napoleon ist schuld. Unter ihm verlor die Gemeinde ihre Stadtrechte (und gehörte plötzlich zur „Mairie Wankum“). Über dem Eingang steht es trotzdem noch – und heute stimmt es sogar wieder. „Stadt Wachtendonk“ ist seit 1998 wieder der Eigenname des Ortsteils Wachtendonk in der Gemeinde Wachtendonk.

11) Haus Püllen: Das Doppelhaus der Familie Püllen (heute Touristikbüro und Informationszentrum des Naturparks Schwalm-Nette) ist vor 1634 erbaut worden und hat alle Katastrophen, Brände und Kriege überstanden. Es ist das Wahrzeichen Wachtendonks.

12) Mühlenstraße 25: Hier konnte man früher nasse Füße kriegen. Am niedrigsten Punkt der Stadt (27 Meter über Normalnull) war nämlich die städtische Wassermühle in die Stadtmauer eingebaut. Das ging bei Niers-Hochwasser regelmäßig schief. Wenn es ganz schlimm kam, war die Mühlenstraße angeblich mit einem Kahn befahrbar.

13) Das ehemalige Herren- und Verwaltungshaus der früheren Seidenweberei, die einmal mit 300 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber Wachtendonks war. Heute nutzt der Straelener Tiefkühlkost-Spezialist Bofrost das Gebäude als Schulungs und Logistikzentrum.

14) Der Pulverturm, der für unsere heutigen Maßstäbe gar nicht wie ein Turm aussieht, ist das letzte erhaltene Bauwerk der früheren Stadtbefestigung. Gut und trocken verwahrt wurde dort nicht nur das Schießpulver: Bis 1812 war im Keller das städtische Gefängnis untergebracht.

15) Jetzt brauchen Sie viel Phantasie: Sie betreten die ehemalige Burganlage der Festung Wachtendonk, deren Grundriss erst vor 30 Jahren wieder freigelegt wurde. Während des Niederländischen Befreiungskriegs war sie die südlichste Befestigung der Holländer gegen die katholischen Spanier.

16) Am früheren Kleinbahndamm befindet sich die (Ende 2006 erneuerte) Brücke der früheren Gelderschen Kreisbahn von Kempen nach Kevelaer. Damm und Brücke wurden 1901 errichtet.

17) Schanz: Der hübsche Backsteinbau an der Neustraße 17 heißt wohl so, weil das Haus über einen Keller verfügte, in dem sich seine Bewohner „verschanzen“ konnten.

18) Der Prinzenhof: So wohnte ab 1620 der Adel ohne Burg, die ja abgerissen worden war. Offiziell hörte es auf den Namen „Haus Wachtendonk“, die Wachtendonker nannten es stattdessen „Et Hoff“.

Quelle: RP

 
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