Wachtendonk: Warten auf den Supermarkt
VON MICHAEL KLATT - zuletzt aktualisiert: 28.07.2010Wachtendonk (RPO). Alle Versuche, im neuen Baugebiet "Östlich auf dem Kuckuck" einen Discounter oder Vollversorger anzusiedeln, sind bisher gescheitert. Jetzt wird über Alternativen nachgedacht – bis hin zu einer Bürgerinitiative.
Es wäre eine ideale Lage. Meint zumindest Wachtendonks Bürgermeister Udo Rosenkranz. Direkt an der L 140 gelegen, könnte ein künftiger Supermarkt auch an Wankum vorbeifahrende Autofahrer als Kunden gewinnen. Ein Argument, das bei den Handelsketten offensichtlich nicht ankommt. Kein Discounter oder Vollversorger hat sich bisher gefunden, um auf einem Grundstück im neuen Baugebiet "Östlich auf dem Kuckuck" eine neue Filiale zu errichten.
"Fast wie ein Ausverkauf"
Seit Jahren bemüht sich die Gemeindeverwaltung darum, einen Supermarkt nach Wankum zu holen, um die Grundversorgung der Ortschaft zu sichern. Es hätten alle abgewunken, zieht der Bürgermeister Bilanz. "Es muss dringend etwas passieren", fordert Ortsvorsteher Matthias Küppers.
Im Hauptausschuss
Stand Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 24. Juni den Abschluss eines Erschließungsvertrags für das Baugebiet "Östlich auf dem Kuckuck" gebilligt. Zugleich hat er die erneute Offenlage des betreffenden Bebauungsplans beschlossen.
Termin In der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wird laut Bürgermeister Udo Rosenkranz der Supermarkt für Wankum erneut Thema sein. Die Sitzung findet am Donnerstag, 9. September, statt.
Er verweist darauf, dass erst vor ein paar Monaten die Drogerie im Dorf geschlossen hat. Es gebe noch zwei Bäckereien am Ort, davon eine mit einem Fleischer. "Das ist fast wie ein Ausverkauf Wankums", sagt der Ortsvorsteher.
Gescheitert ist auch der vorerst letzte Vorstoß für einen Supermarkt in Wankum. Dem Vorbild zum Beispiel in Sevelen folgend, sollte im neuen Baugebiet ein Cap-Markt angesiedelt werden. "Wir haben in Abstimmung mit der Gemeinde und der Voba Wohnbau ein Gutachten in Auftrag gegeben", berichtet Petra Keysers von der Geschäftsführung des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer, dem potentiellen Betreiber des Cap-Marktes.
Das Ergebnis war "niederschmetternd", so Ortsvorsteher Küppers. Laut Gutachten hätte der Markt nur eine Miete von 4,20 Euro pro Quadratmeter erwirtschaftet. "Zu wenig, um die Sache für einen Investor interessant zu machen", teilt Petra Keysers mit. Die Einwohnerzahl Wankums sei einfach zu gering. Außerdem habe das Gutachten festgestellt, dass aus dem gut mit Einzelhandelsgeschäften ausgestatteten Wachtendonk niemand einen Wankumer Markt aufsuchen würde.
Hoffnung nicht aufgeben
Ein Alternativmodell hat die Caritas nicht parat. Dass man die Hoffnung nicht aufgeben solle, findet nicht nur Bürgermeister Rosenkranz, sondern auch Ludwig Ramacher (Bündnis 90/Grüne). Er regt an, dem Gedanken einer Genossenschaft näher zu treten. "Wir sind überzeugt, dass gerade in Wankum Ansätze, die die Bevölkerung stärker einbeziehen, gut funktionieren können." Ortsvorsteher Küppers ist einer Bürgerinitiative als Betreiber des Marktes nicht abgeneigt.
Unter Umständen wäre die Gemeinde zu Subventionen beim Grundstücksverkauf für den Supermarkt bereit. Allerdings schätzt Bürgermeister Rosenkranz die Chancen hierfür als nicht wirklich groß ein. Bei dem betreffenden Grundstück von 6000 Quadratmetern würde leicht eine sechsstellige Summe für die Gemeinde zusammen kommen.
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