Geldern: Wer bei Wasserschäden zahlt
VON FABIAN VIDACEK - zuletzt aktualisiert: 01.09.2010Geldern (RPO). So verregnet wie in diesem Jahr war der August noch nie. Stehen der Keller oder die Wohnung unter Wasser, kann oft nur noch die Feuerwehr helfen. Doch wer zahlt den Einsatz und die Schäden am Eigentum?
Im Norden Nordrhein-Westfalens war die Feuerwehr am vergangenen Wochenende im Dauereinsatz. Heftige Regenfälle verursachten schwere Schäden, zahlreiche Keller mussten leer gepumpt werden. Zwar war die Situation rund um Geldern in den vergangenen Wochen keineswegs so dramatisch wie etwa im Kreis Steinfurt, wo pro Quadratmeter bis zu 190 Liter Regen fielen. Doch sollten auch hier die Menschen gewappnet sein vor den starken Regenfällen und ihren Folgen.
"Zusatzbeitrag empfehlenswert"
Theo Meyer, Versicherungssprecher im Bezirksverband Niederrhein Nord, warnt vor den aufkommenden Kosten nach Wetterschäden. "Schäden durch Starkregen, Hochwasser und Überschwemmungen übernimmt die klassische Hausrat- und Wohngebäudeversicherung nicht." Dafür müsse man eine zusätzliche Elementarschadenversicherung abschließen. "Die Zusatzdeckung in der Wohngebäudeversicherung übernimmt dann die Kosten etwa für die Gebäudetrocknung, die Hausratversicherung sichert die Sachwerte, wie das Mobiliar, ab", so Meyer. Generell empfiehlt Meyer jedem Eigentümer den Abschluss einer solchen Zusatzversicherung. Bisher verfügten aber nur 20 bis 30 Prozent der Kunden am nördlichen Niederrhein über eine Elementarschadenversicherung. Grundsätzlich komme im Schadensfall eine Eigenbeteiligung von 500 bis 1000 Euro dazu. "Die Zusatzversicherung kann man von jetzt auf gleich abschließen. Befürchtet man am Abend starke Unwetter, ist der volle Versicherungsschutz gegeben, auch wenn man die Versicherung erst um 12 Uhr mittags abschließt", erklärt Meyer.
Niers tritt über die Ufer
Im Bereich Viersen stehen derzeit an die Niers angrenzende Grünflächen unter Wasser, weil der Fluss stellenweise über die Ufer getreten ist. "Wir rechnen mit weiteren Ausuferungen im Bereich Geldern und Goch", sagt Margit Heinz vom Niersverband. "Unsere Mitarbeiter stehen mit den Feuerwehren und Behörden in Kontakt."
Feuerwehreinsatz ist kostenlos
Ist der Keller einmal vollgelaufen, bleibt oft nichts anderes übrig, als die Feuerwehr zu rufen. "Der Feuerwehreinsatz ist grundsätzlich kostenlos für den Haus- oder Wohnungseigentümer", erklärt Gelderns Stadtpressesprecher Herbert van Stephoudt. "Außer, die Gefahr oder der Schaden wurde vorsätzlich herbeigeführt – was bei heftigen Regenfällen eigentlich auszuschließen ist." Die jüngsten Unwetter waren im Bereich Geldern jedoch nicht so stark, dass die Feuerwehr ausrücken musste, um beispielsweise mit Wasser vollgelaufene Keller leerzupumpen.
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