Geldern: Werbetour für Kaplanei
VON MICHAEL KLATT - zuletzt aktualisiert: 09.09.2006Geldern (RPO). Der Vorsitzende des Wankumer Geschichtskreises will bis zur Sitzung des Gemeinderates bei den Fraktionen für die Umwandlung der alten Kaplanei zur Dorfstube werben.
Antrag zum Kauf
Antragsteller Wankumer Wählergemeinschaft (WWG).
Ziel Gemeinde soll die alte Kaplanei für einen symbolischen Betrag von einem Euro vom Bistum Münster kaufen.
Konsequenz Dann könnten sowohl die 32 000 Euro von der Gemeinde als auch die 80 000 Euro von der NRW-Stiftung für die Sanierung fließen.
Erbpacht Der Geschichtskreis Wankum wird durch Erbpacht Mieter der alten Kaplanei und für ihre Unterhaltung zuständig.
Wankum In den nächsten Wochen wird Hans Druyen noch mehr als sonst unterwegs sein. Überzeugungsarbeit möchte der Vorsitzende des Wankumer Geschichtskreises leisten. Den Fraktionen will er anhand von Planungsunterlagen und Kostenplänen beweisen, dass die Nutzung der alten Kaplanei als Wankumer Dorfstube die beste Lösung sei.
Einen kleinen Erfolg hat Druyen für sich verbucht: „Ich habe im Haupt- und Finanzausschuss eine Vertagung des Themas angeregt.“ Das Gremium folgte dem Vorschlag. Jetzt wird der Gemeinderat am 28. September entscheiden, ob die Gemeinde ihren 32 000-Euro-Zuschuss auch fließen lässt, wenn der Geschichtskreis statt des alten Feuerwehrgerätehauses die alte Kaplanei, die noch der Kirche gehört, als Dorfstube nutzt. Bisher sei die Mehrheit gegen diese Umschichtung, schwant Druyen. Für ihn ist der Knackpunkt, ob die Gemeinde von ihrer Linie abweiche, Zuschüsse nur bei der Aufwertung eigener Gebäude zu geben.
Gemeinde kauft nicht
Dass er dazu nicht bereit sei, bekräftigte Bürgermeister Udo Rosenkranz gestern gegenüber der RP. Selbst wenn der Geschichtskreis die alte Kaplanei kaufe, gebe es den Zuschuss nicht. Und einen Erwerb durch die Gemeinde, wie ihn die WWG beantragt (siehe „Info“), schloss der Rathaus-Chef einmal mehr kategorisch aus: „Wir haben schon Stress mit den Häusern Feldstraße 5 und Weinstraße 3.“ Sorgen bereiten ihm der Sanierungsaufwand, der laut Kirchengemeinde rund 100 000 Euro betragen soll, und die Folgekosten.
Druyen bestreitet, dass für die Renovierung der alten Kaplanei so viel getan werden müsse. Die Belastung durch Schimmelpilze sei nicht gegeben, ebenso wenig Feuchtigkeitsschäden. „Wenn wir einen Nutzungsvertrag von der Gemeinde bekommen, werden wir die alte Kaplanei für 120 000 Euro sanieren“, so der Geschichtskreis-Vorsitzende.
Er kalkuliert mit 80 000 Euro von der NRW-Stiftung, die jedoch nur gezahlt werden, wenn auch die Gemeinde ihren 32 000-Euro-Zuschuss gibt. In der nächsten Woche will sich laut Druyen das Bistum Münster entscheiden, ob die alte Kaplanei überhaupt verkauft oder nur per Nutzungsvertrag überlassen wird.
„Abriss wäre eine Schande“
Mit Ulf Schroeders hat der Geschichtskreis einen Baudenkmal-Fachmann für die Restaurierung an der Hand. Die alte Kaplanei bezeichnet er als „interessantes Objekt“ in Wankum, das mit historischer Substanz nicht so reich bestückt sei. „Ein Abriss wäre eine Schande“, meint er. Das Gebäude erhalte seine schlichte Eleganz schon durch seine vierflügeligen Fenster mit Sprossen und durch seine Schlagblenden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


