Gelderland: Wir sagen euch an…
VON MARCO BÜREN - zuletzt aktualisiert: 28.11.2009Gelderland (RPO). …den lieben Advent. Pfarrer des Gelderlandes erklären die Bedeutung der Vorweihnachtszeit. Von Sonntag zu Sonntag verlagert sich der Inhalt der Lesungen. Besonders eindrucksvoll sind die Frühmessen.
Der Beginn der Adventszeit ist leicht zu bestimmen: "Wenn das erste Kerzlein brennt", heißt es in einem Gedicht. Der Adventskranz gibt Orientierung in der Vorweihnachtszeit. Wenn alle vier Kerzen am Kranz brennen, dann ist Weihnachten nicht mehr fern.
Zeit der freudigen Erwartung
"Die Adventszeit ist im doppelten Sinne eine Zeit der freudigen Erwartung", fasst Theodor Prießen, Pfarrer in Nieukerk und Stenden, zusammen. "Denn zum einen ist es die freudige Erwartung der Geburt Christi, zum anderen ist der Advent die Zeit der Besinnung auf Jesu Rückkehr am jüngsten Tag." So erklärt sich auch das Wort "Advent".
Krippe im Advent?
Da die Adventszeit die Zeit der Erwartung Jesu Christi ist, ist die Krippe bis zum Heiligen Abend fehl am Platze. "Schließlich wurde Jesus erst zu Weihnachten geboren", unterstreicht Pfarrer Theodor Prießen. Die Krippe kann bis zum Ende der Weihnachtszeit, dem Sonntag nach dem Dreikönigstag, stehen gelassen werden.
Es bedeutet "Ankunft". Die Adventszeit bildet den Auftakt des Kirchenjahres. Zeichen der Besinnung ist die liturgische Farbe Violett, sowohl bei Katholiken als auch bei Evangelen. In der Tracht des katholischen Priesters wird dies besonders deutlich. Violett steht für Übergang und Verwandlung.
Die Ausnahme bildet der dritte Adventssonntag, auch als "Gaudete" bekannt. Es ist neben dem dritten Sonntag der österlichen Fastenzeit der einzige Tag im Kirchenjahr, an dem auch ein rosafarbenes Gewand getragen werden kann. Davon machen nur wenige Pfarrer des Gelderlandes Gebrauch.
Der Begriff "Gaudete" leitet sich vom Introitus, also vom Einzugs-Psalm, ab. Während er noch bis zum letzten Konzil maßgeblich das Motto der Adventssonntage bestimmte, verlagert sich der Inhalt der Lesungen.
"Der erste Adventssonntag", erklärt Stefan Keller, Pfarrer von St. Anna Issum und Sevelen, "befasst sich im Wesentlichen mit dem Ende der Welt und der Wiederkehr Jesu am Jüngsten Tag." Johannes der Täufer, der "letzte" Prophet des Alten Testaments, der den "wahren" Messias ankündigt, bildet den thematischen Schwerpunkt des zweiten und dritten Adventssonntages.
Der vierte Sonntag, sagt Pfarrer Ralf Lamers von St. Marien Wachtendonk, "steht dann im Zeichen der Gottesmutter Maria". Ergänzend zu den Advents-Messen gibt es zudem Roraten, Frühmessen im Kerzenschein.
Neben der geschmückten Kirche fällt dem Gottesdienstbesucher das fehlende Gloria auf. "Nicht jedoch bei den Evangelen", merkt Straelens evangelischer Pfarrer Ralf Krebber an. Ansonsten gleichen sich die Gottesdienste in der Auswahl an Adventsliedern. "Wobei man trennen muss zwischen Advents- und Weihnachtsliedern", bittet Theodor Prießen. Denn "O du fröhliche" gehört nicht in den Advent. Mit der Vesper am Heiligen Abend endet dann die Adventszeit.
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