Geldern: Wöchentlich wilder Müll
VON CHRISTIAN BREUER - zuletzt aktualisiert: 19.08.2010Geldern (RPO). Kühlschränke am Waldesrand, alte Autoreifen auf der Wiese – einige Menschen entsorgen ihren Abfall in der Natur. Dabei nimmt der Wertstoffhof fast jede Sorte Müll an, oft sogar kostenlos.
Eine lange Autoschlange hat sich vor dem Wertstoffhof an der Liebigstraße gebildet. Theo Beermann lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen, unbeirrt verteilt er an die Neuankömmlinge gelbe Karten, wirft einen kritischen Blick auf die Ladung und erklärt dann kurz, wo abgeladen werden kann. Beermann arbeitet für die Firma Schönmackers, die den Wertstoffhof im Auftrag der Stadt betreibt.
"Jetzt habe ich ein paar Minuten nicht hingeschaut, und das ist das Resultat", sagt Beermann und deutet auf einen blauen Müllsack, der im Container für Bauschutt liegt. Immer wieder landet der abgeladene Müll in falschen Containern, doch Beermann versucht mit stoischer Ruhe, Ordnung in die Abfallberge zu bringen.
Sünder melden
Wer beobachtet, wie wilder Müll in der Natur abgeladen wird, soll sich sofort an die Polizei oder das Ordnungsamt wenden – darum bittet Guido Ingenbleek vom Büro des Bürgermeisters. Denn die Abfälle sehen nicht nur unschön aus, sie können auch für Mensch und Natur gefährlich sein. Gefundenen Abfall sollte man nicht auf eigene Faust untersuchen, sondern die Behörden informieren.
Nur sperrige Gartenabfälle
Auf dem Wertstoffhof können Bürger aus Geldern insbesondere den Müll entsorgen, den die regelmäßige Abfuhr nicht mitnimmt. Sperrmüll etwa, Elektroschrott und sperrige Gartenabfälle. Doch da fangen die Probleme manchmal schon an. Dieter Schraetz von der Stadtverwaltung ist als Leiter der Steuerabteilung auch für den Wertstoffhof zuständig und erklärt: "Normale Gartenabfälle, die auch in die braune Tonne passen, können hier nicht kostenlos angenommen werden, dafür ist ja die Tonne da."
Kostenlos abgegeben werden können kaputte Haushaltsgeräte, zum Beispiel Fernseher und Kühlschränke. Für sie steht ein großer Container bereit – doch schon auf dem Weg zum Wertstoffhof sieht man ein ausgedientes Kühlgerät auf dem Bürgersteig.
"Warum Leute ihren Müll in die Natur schmeißen und mit ihrem Auto teils in kleine Waldwege fahren, statt die Kühlschränke bequem direkt hier am Container abzuladen, das verstehe ich überhaupt nicht", sagt Beermann und schüttelt den Kopf.
In der Tat kommt es immer wieder vor, dass in Geldern in der freien Natur Müll abgeladen wird. "Etwa zwei bis drei Mal in der Woche gibt es einen entsprechenden Anruf beim Ordnungsamt", sagt Guido Ingenbleek vom Büro des Bürgermeisters. Für die Beseitigung seien im Jahresetat der Stadt 5000 Euro eingeplant – die aber nicht immer reichen. Denn wenn, wie erst kürzlich geschehen, ganze Lkw-Ladungen voller Altreifen abgeladen werden, dann ist diese Summe schnell überschritten.
Daher versucht die Stadt auch, die Umweltsünder ausfindig zu machen. Sie müssen dann nicht nur die Entsorgungskosten zahlen, gleichzeitig droht ihnen ein Ordnungsgeld. Eine Art "Mülltourismus" scheint es übrigens nicht zu geben: Die meisten Ertappten stammen, so Ingenbleek, aus der Umgebung. KOMMENTAR
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