Geldern: Wohnheim soll erweitert werden
VON MARC CATTELAENS - zuletzt aktualisiert: 23.06.2009Geldern (RPO). Seniorenwohnplätze werden in Geldern immer mehr zum Thema. Während zahlreiche Investoren und Vereine die Drachenstadt als attraktiven Wohnort für Ältere entdecken (RP berichtete), will nun ein etablierter Anbieter seine Einrichtung erweitern: Das Haus Karin an der Weseler Straße soll großflächig umgebaut werden. Der Planungsausschuss hat dem Vorhaben nun einstimmig zugestimmt.
Die Einrichtung wird seit über 30 Jahren als Pflegeeinrichtung geführt. Am Westwall werden behinderte Menschen betreut, und im Pflegebereich an der Weseler Straße werden Menschen aufgenommen, die meist viele Jahre in psychiatrischen Einrichtungen betreut wurden und nun im hohen Alter gepflegt werden müssen.
Zurzeit leben an der Weseler Straße 52 Bewohner, verteilt auf vier Einzelzimmer und 24 Doppelzimmer. Nun will der Betreiber, Haus Karin GbR, die Einrichtung auf 52 Einzelzimmer und zwölf Doppelzimmer, verteilt auf sieben Hausgemeinschaften umbauen und erweitern. Wenn alles fertig ist, sollen dort 76 Menschen leben.
Eine zentrale Halle soll als Mittelpunkt fungieren und den Zugang zu den Hausgemeinschaften ermöglichen. Das Gebäude soll vier Geschosse haben, wobei das vierte ein Staffelgeschoss mit Dachgarten sein soll. Obwohl die Geschlossflächenzahl die Vorgaben geringfügig überschreitet, könnten laut Stadtverwaltung die planungsrechtlichen Befreiungen erteilt werden. Grund sei insbesondere, dass auf dem "ehemaligen Tankstellengrundstück eine für das Stadtbild negative ,wilde' Grundstücksnutzung wegfällt". SPD-Chef Hejo Eicker forderte, dass beim Umbau "das Optimum der Gestaltung erreicht wird". Den Wegfall der Brachfläche findet er "sehr positiv".
Arbeitsplätze
Hintergrund für die geplante Erweiterung ist, dass laut Rechtsverordnung die Träger von Pflegeeinrichtungen bis zum Jahr 2018 eine Einbettzimmerquote von 80 Prozent erreichen müssen. Die Verwaltung hat errechnet, dass dazu in der bestehenden Einrichtung 19 Doppel- in Einbettzimmer umgewandelt und das Haus um 33 Plätze verkleinert werden müsste. Das hätte zur Folge, dass unter anderem 15 Arbeitsplätze abgebaut werden müssten. Durch die Erweiterung würden hingegen 20 Arbeitsplätze hinzukommen.
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