Geldern: Wohnmobile auf der Boeckelt
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 29.10.2008Geldern (RPO). Ein Investor möchte auf der Boeckelt einen „Touristikfreizeitpark“ eröffnen. Geplant sind Plätze für 740 Wohnmobile. Die Stadtverwaltung findet die Idee gut. Heute Abend entscheidet der Ausschuss für Stadtentwicklung.
Wer schon nicht fest in Geldern wohnt, soll wenigsten mobil in der Herzogstadt unterkommen. Die Stadtverwaltung freut sich über den Plan eines Gelderner Investors, auf der Boeckelt einen „Touristikfreizeitpark“ einzurichten. Bis zu 740 Wohnmobile könnten dort abgestellt werden.
„Die vorhandenen Reisemobilstellplätze Am Holländer See, am Walbecker Waldfreibad und in Veert werden sehr gut angenommen und sind gut ausgelastet. Von daher ist es positiv, gerade in diesem Segment ein weiteres Angebot zu schaffen“, sagt Stadt-Sprecher Herbert van Stephoudt.
CDU und Stadt wollen’s kleiner
Aktuelles Angebot
Wie viele Derzeit hat die Stadt Geldern 138 Wohnmobilplätze.
Wo Diese Plätze verteilen sich nach Angaben der Stadtverwaltung auf Gebiete rund um den Holländer See (38 Plätze), 20 Pätze gegenüber des Platzes auf dem Ausweichplatz, 50 Plätze der „Topplatz-Kategorie“ am Waldfreibad Walbeck und 30 Plätze in Veert am Sportplatz.
Die Dimensionen, in denen der Investor denkt, wünscht sich die Verwaltung aber kleiner: Statt der langfristig geplanten 740 Plätze, mit denen der aktuelle Bestand mehr als verfünffacht würde, „scheint es wohl realistisch zu sein, sich derzeit nur über die Bereiche 1 und 2 Gedanken zu machen“, so van Stephoudt.
Das sieht auch die CDU-Fraktion so: Nach Angaben von Fraktionschefin Marianne Ingenstau wollen die Christdemokraten nur die „kleine“ Lösung. Die bedeutet zwar 500 Wohnmobil-Plätze weniger als vorgesehen, würde aber dennoch die Zahl der vorhandenen Plätze auf einen Schlag fast verdreifacht.
Als „Bereiche 1 und 2“ bezeichnet der Plan die unmittelbare Umgebung des Baggersees nördlich der Danziger Straße auf der Boeckelt. Eine gute Lage, meint die Stadt Geldern. Dort habe sich bereits einiges getan, „was einer touristischen Nutzung durchaus entgegenkommt“, sagt van Stephoudt und zählt Golfplatz und Seehotel auf. Zudem arbeite der Kneipp-Verein an der Realisierung eines Kneipp-Parks für die Lage am Rayers See.
Ohne Hürden umzusetzen ist die Touristikpark-Idee allerdings nicht. Die Umweltschutzbeauftragte der Stadt hält das Vorhaben für „bedenklich“. Der Baggersee, um den herum der Wohnmobilpark entstehen soll, ist Laichgebiet für viele Amphibien.
Die Stadt möchte nun den Naturschutzbund und die Landschaftsbehörde zu Rate ziehen. Bevor jemals ein Wohnmobil in dem neuen Gebiet parkt ist, muss der Flächennutzungsplan geändert werden. Dass ein „Touristikfreizeitpark“ zur Konkurrenz der bestehenden Wohnmobilplätze wird, glaubt man in der Stadtverwaltung nicht.
„Während die naturräumlichen Potenziale in Walbeck eher für die aktive Erholung Wandern und Reiten, der Holländer See vermehrt auch für Veranstaltungen und der Heidesee für Wassersport genutzt werden, sind die Bereiche nördlich der Ortslage Geldern bis hin zur Ortschaft Kapellen eher unter dem Natur- und Landschaftsschutzgesichtspunkt zu sehen.“ Wo nichts los ist, sollen Geldern-Besucher sich gut erholen können.
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