Geldern: Woolworth: Kein Nachfolger in Sicht
VON ULLI TÜCKMANTEL - zuletzt aktualisiert: 07.06.2007Geldern (RPO). Über mangelnde Medien-Aufmerksamkeit für ihr Grand Hotel in Heiligendamm kann sich die Fundus-Gruppe derzeit nicht beklagen. Für das weit weniger prominente Woolworth-Gebäude am Gelderner Markt können die G8-Gastgeber auch eine Woche vor der Schließung noch keine Lösung für eine Nachfolge-Nutzung präsentieren.
Damit droht der 1A-Lage nach dem letzten Verkaufstag von Woolworth ab 16. Juni mindestens vorrübergehend der Leerstand. Und offenbar vermag niemand zu sagen, wie lange er anhält.
Weder sei die angedachte Aufteilung des Gebäudes in eine Passage mit mehreren Geschäften vom Tisch, noch die Vermietung der 2700 Quadratmeter Verkaufsfläche an einen einzelnen Nutzer, hieß es gestern aus der Vermietungsabteilung von Fundus in Düren.
Die Gruppe hat sich auf die Finanzierung und Verwaltung von Spitzen-Hotels spezialisiert, zu den Vorzeigeobjekten gehört neben dem G8-Gipfelhotel in Heiligendamm auch das Adlon in Berlin und der Quellenhof in Aachen. Daneben betreibt und verwaltet Fundus mehrere großflächige Einkaufszentren in Deutschland, das Gelderner Woolworth-Gebäude ist allerdings eher untypisch für den Immobilienbestand von Fundus.
Wie bereits mehrfach berichtet, plant Woolworth seit November 2006 die Schließung der Gelderner Filiale, die nach Konzern-Angaben seit Jahren unter rückläufigen Umsätzen leidet und Verluste machen soll.
Weder in Verhandlungen mit Fundus über den Mietpreis noch mit der Belegschaft über Personalabbau und teils massive Lohnabstriche konnte Woolworth das zur Weiterführung des Standorts verlangte Einsparziel 160 000 Euro erreichen. Dies hätte der Gelderner Filiale einen Aufschub von zunächst einem Jahr gebracht. Von der Schließung der Woolworth-Filiale sind insgesamt rund 60 Mitarbeiter betroffen.
Derzeit läuft mit Rabatten zwischen 30 und 70 Prozent der Ausverkauf der Filiale, mehrere Abteilungen sind bereits ausgeräumt. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass Woolworth während des Räumungsverkaufs deutlich mehr Umsatz als während des Weihnachtsgeschäfts gemacht hat.
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