Geldern: Zeuge: Angst vor dem Angeklagten
VON ANNA GRUTZA - zuletzt aktualisiert: 03.12.2008Geldern (RPO). Am Dienstag hatte die große Jugendkammer im Landgericht Kleve im Prozess des sexuellen Missbrauchs in 500 Fällen insgesamt fünf Zeugen geladen. Darunter befanden sich eine sehr enge Schulfreundin des Opfers und ein Verwandter. Vor Gericht steht der 67-jährige Duisburger und Vater des Opfers. Er ist angeklagt, seine Tochter zwischen 1991 und 2000 immer wieder sexuell missbraucht zu haben.
Seit dem achten Lebensjahr des Kindes soll der Angeklagte seine Tochter einmal wöchentlich nachts in ihrem Zimmer in der gemeinsamen Wohnung in Wachtendonk aufgesucht haben. Der Angeklagte wies bisher alle Vorwürfe zurück.
Freundinnen zelteten
Die erste Zeugin war eine Schulfreundin des Opfers. Im Sommer 2001 habe das Opfer ihrer Freundin von einem sexuellen Überfall durch einen völlig Fremden erzählt. Dies sei einige Jahre zuvor geschehen, als die beiden Freundinnen zelten waren. Doch die Zeugin hatte damals schon den Vater verdächtigt und das Opfer auf diesen Sachverhalt angesprochen. Das Opfer brach daraufhin zusammen. Die Zeugin hatte auf Grund der Erzählung der Freundin den Eindruck, dass es zwischen der Tochter und dem Vater zu Geschlechtsverkehr gekommen sei.
Der zweite Zeuge, ein Verwandter des Opfers, wurde durch einen früheren Vorfall in der Wachtendonker Wohnung stutzig. Bei einem Besuch gabe er in einer Nacht, als er in das Zimmer des Opfers trat, den Vater mit seiner Tochter in einer auffälligen Stellung im Bett gesehen. Dies sei das erste Alarmzeichen gewesen. Doch da er Angst vor seinem Verwandten hatte, habe er ihn nie darauf angesprochen.
Anzeige für die Mutter
Die letzte Zeugin, eine Kinder- und Jugendpsychotherapeutin, sagte, das Opfer habe die Anzeige gegen ihren Vater zumTeil für ihre Mutter gemacht.
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