Straelen: Zwei auf Kontrollgang
VON MICHAEL KLATT - zuletzt aktualisiert: 04.09.2010Straelen (RPO). Die Stadt Straelen hat den Ordnungsamt-Außendienst verstärkt. Das Duo Michael Rosche und Wolfgang Walter soll vor allem Bürgerservice vor Ort sein.
Die junge Mutter auf dem Spielplatz nickt den beiden Männern freundlich zu. Für manche Straelener sind Michael Rosche und Wolfgang Walter schon ein gewohnter Anblick. Allzu lange sind die beiden in den dunkelblauen Uniformen mit silbernem Schriftzug aber noch nicht im Dienst. Seit Mitte Juli verstärken sie das Ordnungsamt in der Blumenstadt. Keine "schwarzen Sheriffs" sollen sie sein, betont Dezernent Dietmar Maaßen. Sie seien vielmehr als Ansprechpartner für die Bürger gedacht, als "Bürgerservice vor Ort".
Schon seit dem Frühjahr trug man sich im Rathaus nach Aussage Maaßens mit dem Gedanken, die Kontrollen zu intensivieren. Ursächlich seien nicht Presseberichte über zunehmenden Vandalismus gewesen. Rosche und Walter wurden als Stundenkräfte eingestellt. Ihre Einsätze gestalten sie flexibel, die Routen und die Dauer der Kontrollgänge und -fahrten variieren. "Feste Kontrollpunkte sind das Schulzentrum und die Spielplätze", erklärt der 41-jährige Rosche, bevor er sich mit seinem fünf Jahre älteren Kollegen auf den Weg macht.
Aktionsradius
Räumlich Michael Rosche und Wolfgang Walter sind im Stadtkern in der Regel zu Fuß unterwegs. Für die Außenbereiche benutzen sie das Dienstfahrzeug des Ordnungsamtes.
Zeitlich Die beiden Männer sind auch abends und am Wochenende im Einsatz, zum Beispiel heute während "Straelen live".
Dauer Ihr Arbeitsvertrag ist zunächst bis Ende September befristet. Dann wird laut Dezernent Dietmar Maaßen ein Fazit gezogen. Die Resonanz aus der Bevölkerung sei bisher positiv.
Blicke schweifen umher
Vom Rathaus aus laufen sie an diesem Tag zum Marktplatz, überqueren diesen auf dem Weg zum Schulzentrum. Sie schlagen ein mittleres Tempo an, lassen die Blicke aufmerksam umherschweifen. Walter trägt unter dem Arm eine Mappe, die einen Notizblock enthält, Einweghandschuhe, die das Duo zum Beispiel beim Beseitigen von Scherben überzieht, und Info-Material, um Bürgern unter anderem schnell Auskunft über Apotheken-Notdienste geben zu können. Auch eine Digitalkamera und ein Handy gehören zur Ausrüstung.
Auf dem Spielplatz Gieselberg ist alles in Ordnung. Nicht jedoch einige Meter weiter am Hockeyfeld. Ein Holzbrett des Unterstandes ragt zerbrochen in die Luft. "Das war vor zwei Tagen noch nicht so", konstatieren die Kontrolleure. Die Schadensmeldung werden sie nach ihrer Rückkehr im Rathaus an den zuständigen Mitarbeiter weitergeben.
Auf der Bertha-von-Suttner-Straße fallen die zusätzlich zu den farblich hervorgehobenen Pflasterungen markierten Parkplätze auf. Damit, so Maaßen, sei die Stadt den Anregungen vieler Anwohner nachgekommen. Der Fahrer eines Autos mit Viersener Kennzeichen jedoch hat sein Fahrzeug, die wenige Schritte entfernten Parkbuchten ignorierend, nicht vorschriftsmäßig abgestellt. Rosche fotografiert, und Walter notiert den Fall.
Und beide erfüllen gleich darauf ihre Funktion als Ansprechpartner für die Bürger. Eine Frau kommt auf sie zu und bringt das Parkproblem aufs Tapet. Es sei ja von der Stadt großzügig markiert worden, räumt sie ein. "Aber wenn mein Sohn um halb sechs kommt, findet er kaum was zum Parken." Er habe schon ein Knöllchen bekommen. Rosche und Walter nehmen es zur Kenntnis. Dann setzen sie ihren Kontrollgang fort.
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