ATV II siegt verdient
zuletzt aktualisiert: 01.03.2010Bittere Wahrheit für den ATV
Handball-Landesliga-Frauen: TV Aldekerk II – TV Kaldenkirchen 25:13 ( 10:8). Hans-Jürgen Ürlings, der neue Trainer des ATV II, formulierte seine Analyse präzise wie einer aus dem diplomatischen Corps: "So wie das Spiel gegen den TV Kaldenkirchen gelaufen ist, mit unserer frühen 5:1-Führung und dem Elan bis zum Schlusspfiff ist der Sieg völlig verdient." Es war in der Tat eine Partie nicht fern der spielerischen Schönheit. Der Angriff mit sehenswerten Treffern, und Anika Höner mit tollen Paraden standen im Vordergrund.
Es knisterte endlich wieder in der Vogteihalle, und es wollte gar nicht enden. Noch ein Angriff, noch ein Tor – noch einmal Lisa und Hannah Baur und Meike Brüser. Da war fast jeder Wurf ein Treffer. Die Aldekerkerinnen hatten nach dem starken Start diesmal nicht den Faden verloren. Das lag auch daran, dass die Defensive mit Dauer des Spiels immer sicherer wurde. Sie war in den letzten Wochen ja auch arg in die Kritik geraten. Sie hat aber deutlich an Qualität gewonnen und wohl auch deshalb den Gegner immer im Griff gehabt.
ATV II: Höner, Stahlberg – Dabrowski (1), S. Thönes (1), Konrads, Sandmann (3), Asbeck, Angenvoort, Brüser (4), H. Baur (6), K. Thönes (1), Hilbertz (3), L. Baur (6), Schönmakers.
Aldekerks Trainer Burkhard Heesen versprühte zum ersten Mal in der Saison vor einem Spiel seiner Mannschaft keinen Optimismus. Man bereite sich ordentlich auf die Partie in Mönchengladbach vor, sagte er kleinlaut, aber wie die wurfgewaltigen Simon Welzel und Christoph Kleinelützum ersetzt werden sollen, könne er nicht sagen. Dazu komme ja auch noch Lars Wittwer, der die Folgen einer Kreuzband-OP auskuriert. Ausgerechnet in der Phase der Saison, in der auf den ATV im Kampf um die Meisterschaft die Spiele der Wahrheit warten, sieht sich Heesen einer kaum zu bewältigenden Aufgabe gegenüber. In Mönchengladbach merkte man dem Aldekerker Spiel die geringer gewordenen personellen Alternativen deutlich an. Diese gehen einher mit einer Abnahme taktischer Variationsmöglichkeiten, die das Aldekerker Spiel ausgezcihnet haben. Respekt vor der couragierten Leistung des jungen Can Greven und dem leidenschaftlichen Einsatz seiner Mitspieler gegen die Borussia, aber drei Rückraumspieler mit mehr als bisher geworfenen 200 Toren sind von heute auf morgen nicht zu ersetzen. Jedenfalls nicht in solchen Begegnungen, in denen der Gegner dem ATV auf Augenhöhe begegnet. REINHARD PÖSEL
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