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ATV im Hinspiel wie gelähmt

VON REINHARD PÖSEL - zuletzt aktualisiert: 11.02.2012

Mitte Oktober geriet der TV Aldekerk beim MTV Dinslaken mit 19:28 (10:14) böse unter die Räder. Heute Abend stehen sich in der Handball-Oberliga beide Teams erneut gegenüber. Anwurf in der Vogteihalle ist um 19.30 Uhr.

Das Gesicht der Aldekerker Mannschaft auf dem Bild hat sich gegenüber heute in Teilen verändert. Was indes in den Spielen der Aldekerker gegen den MTV Dinslaken gleich blieb, ist der kollektive Kampf gegen die Offensivqualitäten des MTV-Spielertrainers Marius Timofte.  Foto:  Gerhard Seybert
Das Gesicht der Aldekerker Mannschaft auf dem Bild hat sich gegenüber heute in Teilen verändert. Was indes in den Spielen der Aldekerker gegen den MTV Dinslaken gleich blieb, ist der kollektive Kampf gegen die Offensivqualitäten des MTV-Spielertrainers Marius Timofte. Foto: Gerhard Seybert

Heute Abend trifft in der Vogteihalle in Nieukerk der Handball-Oberligist TV Aldekerk auf den MTV Dinslaken. Entgegen der Gewohnheit erfolgt der Anwurf dieses immer wieder interessanten Niederrheinduells eine halbe Stunde später. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Und gleichgültig mit wem man sich im Vorfeld dieser Partie unterhält, fast automatisch gehen dessen Gedanken einige Wochen zurück. Genau bis zum 16. Oktober des vergangenen Jahres. Es war der fünfte Spieltag in der noch jungen Saison, und die Mannschaft des Aldekerker Turnverein glaubte nach der herben Auftaktschlappe bei Mettmann Sport in die Spur gefunden zu haben. Mit Heimsiegen gegen TuSEM Essen II und die HSG Düsseldorf II sowie einem Auswärtserfolg bei den Hamborner Löwen schien die Mannschaft über genügend Selbstbewusstsein zu verfügen, um in der Douvermannhalle in Dinslaken gegen den dortigen Männer-Turnverein bestehen zu können. Von dem ungewohnten Vormittagstermin wollte sich das Team von Trainer Burkhard Heesen nicht sonderlich beeindrucken lassen.

Info

Komplette Besetzung

"Das wird ganz schwer, da müssen wir schon über unsere Grenzen gehen, um bestehen zu können", weiß Dinslakens Spielertrainer Marius Timofte, dem der komplette Kader zur Verfügung steht. Auch Sebastian Brandscheid hat nach seiner Erkrankung wieder trainiert und ist laut Timofte etwa bei 70 Prozent seiner Leistungsfähigkeit. Daneben befindet sich Kreisläufer Ralf Willam seit zwei Wochen wieder im Training.

Doch was sich dann ab 11.15 Uhr 60 Minuten lang mit und um den ATV ereignete, war in einer kaum fasslichen Art und Weise lange schon nicht mehr da gewesen. Der Drittliga-Absteiger schien von allen guten Geistern verlassen zu sein, schenkte Bälle gleich in Serie ab, biss sich im Angriff an der kompakten 6:0-Abwehr der Gastgeber die Zähne aus, wurde dabei immer einfallsloser in seinen Mitteln und fand schließlich in der Abwehr kein Rezept gegen das auf Marius Timofte zugeschnittene und durch ihn inspirierte Spiel.

Der ATV erwischte an jenem Sonntagvormittag einen durch und durch abgestandenen Tag, den sich ein ambitioniertes Team während einer Saison nicht allzu oft leisten sollte. Weniger Treffer, als der ATV seinerzeit erzielte, hat bisher keine andere Mannschaft gegen den MTV Dinslaken geworfen. "Wir waren wie paralysiert", erinnert sich Heesen, "im Spiel – und danach noch mehr."

Doch zwischen diesem sportlichen Tiefpunkt des ATV und der heutigen Neuauflage der Begegnung liegen nicht nur vier Monate, sondern auch 15 Meisterschaftsspiele, in denen die Aldekerker Handballer zu einer immer besser funktionierenden Einheit zusammenwuchsen. In der vergangenen acht Spielen blieb das Team um Kapitän Tobias Culm unbesiegt, ließ während dieser Zeit beim 26:26 vor zwei Wochen gegen Hamborn 07 nur einen Zähler liegen und geht mit der Empfehlung des Last-Minute-Sieges bei der HSG Düsseldorf II in die heutige Partie.

Dennoch weiß ATV-Coach Heesen noch nicht so richtig, woran er nach der Weihnachtspause mit seiner Mannschaft ist. Wirklich überzeugend sei im neuen Jahr nur das Spiel bei TuSEM gewesen, sagt Heesen und gibt sich bei der Einschätzung der Schwere des heutigen Spiels eher zurückhaltend. "Das ist eine unangenehme und schwere Aufgabe", sagt der Aldekerker Coach, der im physischen und athletischen Bereich Vorteile bei seiner Mannschaft sieht, die aber erst einmal noch nichts darüber aussagen, dass seine Mannschaft während der 60 Minuten auch handballerisch die Oberhand behält.

Erfreulich bei alledem ist aber, dass Heesen personell bis auf den erkrankten Carsten Wefers und den an der Schulter verletzten Christian Welzel eine schlagkräftige Formation aufbieten kann, aus der sich mehr als nur eine starke Sieben bilden lassen sollte.

Quelle: RP


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