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Handball: ATV in der Komfortzone

VON REINHARD PÖSEL - zuletzt aktualisiert: 28.01.2012

Handball (RP). Personell befindet sich der TV Aldekerk vor der Partie mit den Hamborner Löwen in einer guten Situation. ATV-Coach Heesen weiß alle Spieler seines Kaders an Bord, wenn heute um 19 Uhr die Partie angepfiffen wird.

Die Aldekerker Markus Nacken und Thomas Plhak (im Vordergrund v.l.) erwarten den Angriff des Hamborners Max Krönung.  Foto:  Andreas Probst
Die Aldekerker Markus Nacken und Thomas Plhak (im Vordergrund v.l.) erwarten den Angriff des Hamborners Max Krönung. Foto: Andreas Probst

Heute Abend kommt es in der Nieukerker Vogteihalle zu einer Begegnung, bei der man als Spieler die eine oder andere anstrengende Trainingseinheit, die man im Stillen verflucht hat, bestimmt in einem anderen Licht sieht. Vorausgesetzt natürlich, man ist gesundheitlich fit und kann als Teil seiner Mannschaft mit auf der Platte stehen, wenn in der Oberliga der Männer der TV Aldekerk die Sportfreunde Hamborn 07 empfängt. Häufig resultierten daraus äußerst spannende Spiele, gespickt mit reichlich Emotionen auf beiden Seiten.

Die Handballer von Trainer Sebastian Mühleis, der bei den Hambornern vor der Saison aus der Rolle des Co-Trainers in die Chefposition wechselte, liegen nach 16 Spielen mit 17:15-Punkten auf dem sechsten Platz der Tabelle. Dagegen ist der TV Aldekerk mit 24:8-Punkten auf dem dritten Platz der Tabelle um einiges besser gestellt. Die Mannschaft von Trainer Burkhard Heesen gehört damit zu den fünf Mannschaften, die nach jetzigem Stand wohl die Meisterschaft unter sich austragen werden. Sie liegt damit im Soll – und das trotz zweier unnötiger Auswärts-Niederlagen zu Saisonbeginn in Mettmann und Dinslaken.

Info

Wefers in der Reserve

Ein Hauch von Luxus herrschte unter der Woche beim Training beim Oberligisten TV Aldekerk. "Inklusive der Jugendlichen waren 20 Spieler beim Training der Ersten", berichtete ATV-Trainer Heesen, der sich noch sehr gut an Zeiten erinnern kann, wo er selbst ins Tor gehen musste, damit überhaupt Drei gegen Drei gespielt werden konnte. Von daher kann man es sich auch erlauben, Carsten Wefers an diesem Wochenende noch ein weiteres Mal an die Zweite abzugeben.

Doch während die Aldekerker rechtzeitig die Kurve bekamen, dabei anfangs Handball eher arbeiteten als – wie jetzt der Fall – sehenswert kombinieren, dauerte es bei den Hambornern etwas länger, ehe sie in die Spur fanden. Erst im fünften Spiel der Saison kamen die Duisburger zu ihren ersten Punkten. Zu spät wohl, um in dieser Saison noch aktiv in das Geschehen an der Spitze einzugreifen.

Aber längst nicht zu spät, um mit einem erstklassig besetzten Kader aus erfahrenen und talentierten jungen Spielern viele Mannschaften in der Liga vor eine gewaltige Aufgabe zu stellen. Das selbst in einer personell nicht optimalen Besetzung. Bereits vor dem letzten Heimspiel gegen die HG Remscheid, das Hamborn nach einem Viertore-Rückstand zur Pause noch in einen Sieg umdrehen konnte, reichten 07-Trainer Mühleis die Finger einer Hand nicht aus, um seine verletzten Spieler aufzuzählen. Darunter mit Guido Cassel und Artur Groß zwei Langzeitverletzte. "Jetzt stehen mir noch weniger Spieler zur Verfügung", erklärte Mühleis vor der Begegnung in der Vogteihalle. Er leitete daraus ab, dass seine Mannschaft heute Abend gegen den TV Aldekerk nur krasser Außenseiter sei. Wegen der durch die Ausfälle bedingten eingeschränkten taktischen Möglichkeiten ginge es aus Hamborner Sicht in erster Linie darum, sich so teuer wie möglich zu verkaufen.

ATV-Trainer Burkhard Heesen, der die bereits am vergangenen Wochenende personell geschwächte Hamborner Mannschaft im Spiel gegen Remscheid beobachtet hat ("Dafür habe ich eine Halbzeit des EM-Spiels der deutschen Mannschaft geopfert"), will nicht so ganz verstehen, weshalb sein Kollege auf Hamborner Seite seine Mannschaft klein redet. Und nennt dann Fakten, die sich an den Spielern André Niese, Fabian Schneider, Max Krönung, Martin Dudler, Sebastian Bartmann und Tobias Krokott festmachen, die "teilweise höherklassig gespielt haben oder das mit Zweitspielrecht heute noch tun". Das seien Spieler, die weit über dem Oberliga-Durchschnitt Handball spielten, betont Heesen und macht dann klar, dass auf seine Mannschaft heute Abend ein schweres Stück Arbeit wartet.

"Wenn es uns allerdings gelingt, von Anfang an voll dagegen zu halten, bin ich zuversichtlich, dass wir unsere Serie von sechs Spielen ohne Niederlage weiter ausbauen können", sagte Heesen. Der Aldekerker Trainer ist personell in der komfortablen Situation, auf einen breiten Kader einsatzfähiger Spieler zurückgreifen zu können. Gesund meldete sich unter der Woche auch Torwart Florian Lindenau zurück.

Quelle: RP


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