Fußball: Auf der Müllkippe heimisch geworden
zuletzt aktualisiert: 30.07.2008Die Suche des SV Lüllingen nach einer Spielstätte hatte mit dem zu kurzen und zu schmalen Provisorium am Packschuppen nur einen Anfang genommen. Schnell war klar, dass etwas Größeres her musste. Schon allein aus dem Grund, um der Spielordnung zu genügen. „Du ging et ab norr Heuvens Karl in Spetzfäld“, erzählt Ehrenmitglied Hans van Leuven. 1961 wurde dort ein Pachtvertrag abgeschlossen. Richtig heimisch wurde der SVL dort aber nicht. Er hielt – zur Freude der durch den Spiel- und Trainingsbetrieb strapazierten Anlieger – Ausschau nach einem neuen, näher zur Klus gelegenen Gelände. Mit der alten Müllkippe hinter der Zollsiedlung fand man schließlich im Jahr 1969 das heutige Sportplatzgelände, das wegen der vormaligen Nutzung immer noch in Bewegung ist und wohl auf Dauer die Aussicht auf eine ebene Fläche verspielt hat. „Un datt Stankett kriegste och nie grad“, ist van Leuven überzeugt.
Von einigermaßen angenehmen Dusch- und Umkleidemöglichkeiten konnte anfangs keine Rede sein. Hans van Leuven bestätigt dies in gereimter Form: „Dusche koss man damals nit / Änn beche Water in et Gesecht / Änn beche Water ob de Kneije / Un dann wurd sech affgedröckt.“ Geschadet hat die kärgliche Wäsche niemanden. Zumal es mit den Jahren besser wurde. Im September 1974 kam Bürgermeister Wolfram an die Klus und weihte das neue Umkleidehaus ein. Ende der 70er Jahre wurde die erste Flutlichtanlage angeknipst und Anfang 1990 wurde in Eigenleistung – für derartige Aktionen sind die Kluser berühmt – das Umkleidehaus um Besucher-Toiletten, einen Geräteraum und später noch einen beleuchteten Trainingsplatz erweitert.
Zur Ruhe aber kam der Sportverein (noch) nicht. Schuld daran war die vormalige Nutzung des Sportgeländes als Müllkippe. Glasstücke und Drahtreste gelangten an die Oberfläche und gefährdeten die Gesundheit der Spieler. Dazu wurden die Unebenheiten immer gravierender. Im November 1990 zog die Stadt die Notbremse und sperrte den Platz. Erst nach eingehender Sanierung gab sie ihn ein halbes Jahr später wieder frei – noch gerade rechtzeitig, um der sportlich besten Zeit des Klubs zur Verfügung zu stehen. REINHARD PÖSEL
Wird fortgesetzt
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