Fußball: Auf Plastik keine Punkte
VON KARL DICKS - zuletzt aktualisiert: 23.10.2006Im Spiel beim GSV Moers rutschte der SV Walbeck auf dem glatten Kunstrasen aus. Mit 3:0 gewannen die Moerser gegen eine verunsicherte Walbecker Elf. Der Fußballgott möge uns vor solchen Plätzen im Meisterschaftsbetrieb bewahren. Kunststoffrasen ist prima fürs Training bei Schlechtwetter, weil theoretisch bei jeder Wetterlage geübt werden kann. Aber für ein richtiges Spiel? Steril, ohne Leben, rutschig, Ungeübte auf diesem Geläuf sind nicht nur psychologisch dick benachteiligt.
Das waren in diesem Spiel die Walbecker, die während des gesamten Spiels verunsichert wirkten, bei jedem Richtungswechsel auf dem Hintern saßen und überhaupt nur wenig Mut gegen den Tabellenführer zeigten.
Es fing schon schlecht an. In der achten Minute schickte Isailovic einen Freistoß aus dem Halbfeld in Richtung Walbecker Tor, der Ball hüpfte zwischen Freund und Feind hindurch, Mario Möllecken drückte Jens Jütten aus der Schussbahn, und ohne weitere Berührung landete der Ball zum 1:0 im Walbecker Tor. Danach wurden die Walbecker zu Dauerrutschern. Sie standen unter mächtigem Druck und konnten sich erst in der 25. Minute ein wenig befreien, als Möllecken einen starken Kopfball knapp über das Moerser Tor setzte. Es war die erste und einzige Chance während der ersten Halbzeit. Obwohl die GSVer dauernd drückten: Einen so glanzlosen Tabellenführer hat die Liga lange nicht gehabt, und die Walbecker hätten gut daran getan, ihren Respekt abzulegen. Es waren wohl die Standschwierigkeiten, die daran hinderten.
Hatte man zur Pause noch Hoffnung bei den Grünen haben dürfen, so war diese bald vorbei. Torwart Sascha Wicher, der vorher dickste Sachen von Schulz, Zenzoul und Petric zunichte gemacht hatte, war gegen den Elfmeter von Saklavaci ohne Chance, der für Moers das 2:0 einbrachte. Möllecken war der Ball versprungen, van Stiphoudt glaubte, Zenzoul foulen zu müssen, da hatte der Schiri keine andere Wahl. Danach fiel die Walbecker Abwehr ein wenig auseinander. Das nutzten die Moerser, und schon zwei Minuten später war der Endstand von 3:0 erreicht. Petric ließ die Walbecker Abwehr stehen und gab auch Wicher keine Chance. Danach flachte das eh schon flache Spiel noch mehr ab, lediglich eine einzige Walbecker Chance war zu vermerken: Eine gute Walbecker Kombination schloss Möllecken ab, traf aber neben das Tor. Feststellen sollte man, dass die etwa 250 Zuschauer einen verdienten Sieg des Tabellenführers gesehen haben.
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