Fußball: Bereit für den Abflug
VON MICHAEL BÜHS - zuletzt aktualisiert: 29.07.2008Mit einem knochenharten Konditionsprogramm bringt Trainer Karl-Heinz Keysers die Fußballer des SV Herongen in Form.
Damit soll das erreicht werden, was in der vergangenen Saison verpasst wurde: der Aufstieg in die Bezirksliga.Der Kader
Tor
René Janßen 1981
Abwehr
Steffen Deckers 1989 Frank Koenen 1979 Stefan Linssen 1984 Marcus Teeuwen 1980 Daniel Timong 1980 Joost van Keeken 1985
Mittelfeld
Simon Ewald 1989 Andreas Fleuth 1989 André Hüpen 1987 Tim Lassig 1989 Sven Maaßen 1982 Marc Topoll 1988 Freddy Usler 1980 Marc Wasserheß 1984
Angriff
Pascal Bially 1989 Klaus Kox 1977 Winfried Paul 1986 David Petri 1984 Xav Young 1988
Zugänge: Winfried Paul, Marc Wasserheß (beide SV Walbeck), Andreas Fleuth, Tim Lassig (beide eigene Jugend)
Abgänge: Marcel Cox (SV Straelen II), Andreas Rasch (SV Straelen III), Andreas Pasch (pausiert)
Die Enttäuschung über den verpassten Aufstieg saß beim SV Herongen tief. Doch inzwischen ist sie neuem Tatendrang gewichen. Die bislang erfolgreiche Vorbereitung soll Schwung geben für den erneuten Angriff auf die Spitze.
Der Trainer: Seit seinem 27. Lebensjahr ist Karl-Heinz Keysers als Trainer im Gelderland unterwegs. Dabei hatte der heute 53-Jährige immer Erfolg. Sein Rezept: „Ich bin sehr begeistert bei der Sache und versuche, das an meine Spieler weiterzugeben.“ Keysers steht dabei für viel Spaß, aber auch ein „hartes Training. Ich verlange viel von mir und der Mannschaft. Manchmal hasst man mich auch dafür oder nennt mich einen Schleifer.“ Doch damit könne er leben – denn der Erfolg gab ihm stets Recht.
Das Team: Im vergangenen Jahr hatte Herongen einige Probleme mit Langzeitverletzten, die den kleinen Kader auf eine harte Probe stellten. Nun hat Keysers 20 Spieler zur Verfügung. Die Abgänge von Stammkräften wie Rasch, Cox oder Pasch „tun weh, aber die Neuen gleichen das aus“. Neben den ehemaligen A-Jugendlichen, auf die nun „mehr Verantwortung“ zukomme, scheint es vor allem der Ex-Walbecker Winfried Paul Keysers angetan zu haben: „Es ist ein quirliger Typ, auf ihn freue ich mich.“
Die Stärken: Die Luft dürfte der Keysers-Elf so schnell nicht ausgehen, dafür hat der Trainer in „starken Laufeinheiten“ im Verlauf der ersten Vorbereitungswochen gesorgt. Auch spielerisch habe er schon „gute Ansätze gesehen, auch wenn wir noch nicht so weit sind, wie ich es mir gewünscht hätte“. Dennoch reichte es zu vier recht souveränen Erfolgen im Voba-Cup, darunter auch das 2:1 gegen Landesligist Walbeck. Dafür sorgte – trotz der Abgänge – nicht zuletzt eine sichere Defensive, in der „immer gut nach hinten gearbeitet“ wurde, sowie ein hohes Maß an taktischer Disziplin. „Das läuft fast schon zu gut“, meint Keysers. Doch er weiß, dass niemand im Team abheben wird, denn: „Wir haben einen sehr guten Charakter in die Mannschaft“, die Keysers als intaktes „Kollektiv“ bezeichnet.
Die Schwächen: Obwohl bereits manches sehr gut lief, muss Herongen auch spielerisch noch zulegen. „Wir haben allerdings noch nicht so viel mit Ball gemacht“, erklärt Keysers. Nun werden Schnelligkeit, Spritzigkeit und der Torabschluss verstärkt auf dem Trainingsplan stehen. „Gegen Walbeck hätten wir durchaus mehr als nur zwei Treffer erzielen können“, meint Keysers.
Das Ziel: Auch Herongens Trainer will „oben mitspielen“. Allerdings erwartet er eine schwierige Saison, da gleich sieben bis acht Mannschaften um den Aufstieg mitspielen könnten. „Das wird ein heißer Tanz“, meint Keysers.
Die Favoriten: Zwei Mannschaften sieht Keysers ganz weit vorne. Der SV Straelen III mit seinen Landesliga-erfahrenen Leuten und der SV Sevelen, der sich „sehr gut verstärkt“ hat. Daneben zählt Keysers den TSV Weeze und die SGE Bedburg-Hau zu den potenziellen Aufsteigern. „Und wir wollen auch dabei sein.“
RP-Prognose
In der Offensive ist der SV Herongen ohne Zweifel durchschlagskräftig besetzt. Die große Frage wird sein, ob die Lücken in der Abwehr, die Rasch, Cox und Pasch hinterlassen, geschlossen werden können. Gelingt dies – und können die Nachwuchskicker Ewald, Deckers und Bially an die starke Rückrunde anknüpfen –, kann die Keysers-Elf wieder um den Aufstieg mitspielen.
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