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"Das ist so ein schöner Lauf"

VON REINHARD PÖSEL - zuletzt aktualisiert: 09.01.2012

Den zum zehnten Mal ausgetragenen Marathon in Kevelaer gewann bei den Männern Marc-André Ocklenburg von der LG Alpen. Als schnellste Frau trug sich mit Mariette ten Bokkel-Ammerlaan zum ersten Mal eine Niederländerin in die Siegerliste der Kevelaerer Veranstaltung ein.

In der Bildmitte das Spitzentrio bei den Männern kurz nach dem Start auf dem Michelsweg: Marc-André Ocklenburg (235), Thorsten Kwekkeboom (124) und zwischen beiden Torsten Schneider.  Foto:  Jürgen Venn
In der Bildmitte das Spitzentrio bei den Männern kurz nach dem Start auf dem Michelsweg: Marc-André Ocklenburg (235), Thorsten Kwekkeboom (124) und zwischen beiden Torsten Schneider. Foto: Jürgen Venn

Niemand habe die Absicht, 100 Meilen zu laufen, lautete die Aufschrift auf dem Trikot eines Marathonläufers. Recht hatte er. Denn auch für ihn war gestern beim Marathon in Kevelaer nach 42,195 Kilometern Schluss. Begleitet von einem lang anhaltenden Piep-Ton, den die im Ziel ausgelegte Kontaktmatte aus rotem Kunststoff auslöste.

Kurze Zeit später standen auch schon Mitarbeiter des Veranstalters bereit, hüllten die Läufer in eine gegen Auskühlung schützende Plastikfolie und hielten gegen den Durst eine Auswahl von Getränken bereit – von Wasser bis hin zu alkoholfreiem Bier. Mundgerecht zugeschnittene Bananen und Honigkuchen gab es überdies für die "Finisher" – für die 300 der ursprünglich 400 vorangemeldeten Läufer, die erfolgreich die Strecke bewältigen.

329 Teilnehmer hatten gestern Morgen bei einigermaßen guten äußeren Bedingungen an der Startlinie auf dem Michelsweg Aufstellung genommen. Dort, wo dann später der Wendepunkt des sechs Kilometer langen Rundkurses eingerichtet wurde. Kevelaers Bürgermeister Axel Stibi hatte es sich bei der zehnten Austragung des Marathonlaufes nicht nehmen lassen, um 10 Uhr den Läuferpulk auf die Strecke zu schicken. Im freien Feld zwischen Ferienpark und Winnekendonk blies ein frischer Wind den Läufern ins Gesicht. Nach etwa zwei Stunden kamen auch noch Regenschauer dazu.

Zu diesem Zeitpunkt jedoch bereitete sich die Spitze bei den Männern bereits auf die entscheidende Schlussetappe vor. Marc-André Ocklenburg von der LG Alpen hatte verhältnismäßig früh im Rennen das Heft des Handelns in die Hand genommen und sich aus einer kleinen Führungsgruppe abgesetzt. "Ich wollte meinen eigenen Rhythmus finden", sagte der 26-Jährige später im Ziel. Seine Strategie sollte sich auszahlen. Ocklenburg kontrollierte das Rennen und war in 2:44,43 Stunden im Ziel, zweieinhalb Minuten vor dem Zweitplazierten Torsten Schneider (LAZ Puma Troisdorf). 2:47,09 Stunden benötigte der 29-Jährige, der nach eigener Aussage "einfach nur Spaß haben und Zweiter oder Dritter werden wollte" und von daher mit dem Ergebnis zufrieden war. Nicht ganz zwei Minuten später hatte es auch Thorsten Kwekkeboom (LG Alpen ) geschafft, der bei seinem vierten Start auf dieser Strecke mit 2:48,57 Stunden seine für Kevelaer bisher beste Zeit erreichte. "Das war ein Wind. Ich bin ja so eingegangen", meinte der Drittplatzierte.

Der Winnekendonker Manfred Schax, schnellster Läufer aus dem Kreis Kleve, haderte nicht mit sich. Obwohl er die Drei-Stundenmarke (3:01,21) verfehlt hatte, gab es für den 45-Jährigen an diesem Tag keinen Grund zum Jammern. "Ich weiß, was ich kann, und ich weiß auch, wie viel mehr ich hätte trainieren müssen, um unter drei Stunden zu bleiben", sagte Schax, dem es "wie in den Vorjahren Spaß gemacht hat, hier zu laufen." Und Schax hat auf dieser Strecke noch einges vor. "20, 25 – was weiß ich, wie lange die Leute das noch machen", meinte er mit Blick auf Peter Wasser und dessen Mitstreiter von der LLG Kevelaer, die aber nicht den Anschein erweckten, als seien sie bereits nach zehn Jahren der Organisation dieser Laufveranstaltung überdrüssig.

Galt etwas mehr als eine halbe Stunde die Aufmerksamkeit im Ziel ausschließlich den Männern, war es dann eine Niederländerin, die entsprechend wortgewaltig durch Streckensprecher Laurenz Thissen angekündigt nach 3:16,59 Stunden frischen Wind in die männliche Einförmigkeit brachte. Ganz gezielt hatte sich die 50-Jährige aus Doetinchem, die beim Amsterdam-Stadtmarathon in 3:11 Stunden ihre Bestzeit gelaufen war, in den zurückliegenden acht Wochen auf den Kevelaerer Lauf vorbereitet. Ihrem Tempo war an diesem Tag keine weitere Läuferin gewachsen. "Ich bin wirklich sehr zufrieden", sagte die Frauen-Schnellste und strahlte dabei übers ganze Gesicht. Da wollte man sie gar nicht mehr nach Wind und Regen fragen, der bestimmt auch ihr das Leben schwer gemacht hat. Zumal sie die meiste Zeit allein laufen musste und sich zwischendurch nicht einmal für einen kurzen Moment in einem größeren Läuferpulk verstecken konnte.

Als sich die Niederländerin im Ziel noch feiern ließ, waren die meisten Läufer noch draußen auf der Strecke. Andere hatten ihre Startnummer schon vom Trikot abgenommen und damit ihren Ausstieg bekannt gemacht. Wie auch Sabine Heinrich, Moderatorin bei 1Live im Westdeutschen Rundfunk. Nach 30 Kilometern war für sie wie geplant Schluss. Doch trotzdem war für sie Kevelaer wieder eine Reise wert. "Das ist ja so ein schöner Lauf", sagte Heinrich nach ihrer vierten Teilnahme. Einmal nur habe sie den Lauf beendet, aber "da gab's auf der Strecke Glühwein". Der habe sie wohl besoffen gemacht, dass sie nicht auf die Idee kam, auszusteigen. Dann lachte sie laut und schien mit sich und ihren bewältigten 30 Kilometern sehr im Reinen zu sein.

Info

Marathon kevelaer

Männer

1. Marc-André Ocklenburg (LG Alpen, Hauptklasse) 2:44,43 Stunden, 2. Torsten Schneider (LAZ Puma Troisdorf, M 40) 2:47,09, 3. Thorsten Kwekkeboom (LG Alpen, M 40) 2:48,57, 4. Frank Hardenack (Neuenkleusheim, M 35) 2:54,59, 5. Gerd Kehrbusch (Athletik Waldniel, M 45) 2:59,31, 6. Roland Riedel (Adler-Langlauf Bottrop, M 45) 3:00,00, 7. Viktor Krings (SG Bütgenbach, M 50) 3:00,25, 8. Manfred Schax (SV Viktoria Winnekendonk, M 45) 3:01,21, 9. Johannes Waldschmidt (Rudergesellschaft Wetzlar, Hauptklasse) 3:02,12, 10. Karl Berndstrotmann (SuS Olfen, M 55) 3:05,06, 11. Andreas Jago (LG Monheim/Baumberg, M 50) 3:05,41, 12. Arndt Ollig (LAZ Puma Troisdorf/Siegburg, M 45) 3:07,41, 13. Bernd Engel (LG Kalt, M 45), 14. Rafael Rodriguez-Baena (TC Kray, M 40) 3:11,33, 15. Markus Apelmeier (SuS Schalke 04, M 40) 3:12.27, 16. Karsten Rannacher (DJK Gütersloh, M 45) 3:14,32, 17. Werner van Dongen (TSV Weeze, M 50) 3:14,42, 18. Jörg Schierholz (SV Siegfried materborn, M 30) 3:15,00, 19. Rupert Deml (LT Hainsacker/TEA) 3:15,13, 20. Volker Gierling (Tura Brüggen, M 45) 3:15,21, 21. Torsten Schwerkolt (Marathon Mülheim, M 35) 3:15,30, 22. Martin Brudereck (JBG-Team 135, M 45) 3:15,50, 23. Franz Lämmlein (LLG St. Augustin, M 60) 3:16,18, 24. Michael Janssen (JBG-Team 135, M 40) 3:16,18, 25. Antonius Barten (GSV Geldern, M 55) 3:18,18, 26. Klaus Rodermond (SuS Grün-Weiß Kalkar, M 45) 3:19,48, 27. Ralph Dietz (11 Marathon Club, M 45) 3:20,37, 28. Stefan Güdden (JBG-Team 135, M 50) 3:20,35, 29. Peter Kaminsky (LG Emsdetten, M 35) 3:21,34, 30. Stefan Beckmann (TV Borken, M 50) 3:21,34, 31. Dietmar Janke (LG Westerwald/SC Seltes, M 60) 3:21,52, 32. Stefan Klotz (ASV Köln, M 50) 3:21,57, 33. Christoph Verhalen (LG Alpen, M 30) 3:23,21, 34. Rainer Schmidt (LG Alpen, M 45) 3:23,21, 35. Sascha Mörth (Team Erdinger Alkoholfrei, M 40) 3:23,21, 36. Klaus Hahne (Frankfurt am Main, M 35) 3:24,11, 37. Frank Wefers (marathonteam-online.de, M 45) 3:24,45, ... 43. Theo Toonen (TSV Weeze, M 50) 3:26,20, ... 51. Klaus Terhorst (Geldern, M 55) 3:29,45, ... 57. Rainer Faulstich (NiersRunners Wachtendonk, M 45) 3:35,14, ... 60. Josef Peters (Kevelaerer SV, M 50) 3:35,57, ... 64. Laurenz Thockok (SV Straelen, M 55) 3:37,39, ... 122. Johannes Thockok (SV Straelen, M 45) 3:55,34, ... 124. Ludger Schmitz (LT Issum Turboschnecken, M 50) 3:55,59, ... 126. Leo Aben (Geldern, M 55) 3:56,34, 127. Wolfgang Wysocki (SV Straelen, M 50) 3:56,44, ... 135. Thomas Beckmann (LG Niers, M 45) 3:58,42, 136. Matthias Geiger (NiersRunners Wachtendonk, M 50) 3:58,51, ... 149. Ralph Sachs (Viktoria Winnekendonk, M 50) 4:04,39, ... 156. Jürgen Wüstenberg (TV Geldern, M 45) 4:07,52, ... 191. Wilhelm Scheepers (Geldern, M 70) 4:24,56, ... 196. Johannes Kühnen (TSV Weeze, M 50) 4:27,45, ... 199. Ralf Groß (Issum, M 40) 4:29,13, 200. Ralph Addo (Straelen, M 45) 4:29,56, ... 203. Willi Milkereit (LT Issum Turboschnecken, M 60) 4:33,01, ... 216. Klaus Leenen (NiersRunners Wachtendonk, M 55) 4:42,19, ... 218. Toni Radau (Viktoria Winnekendonk, M 55) 4:43,32, ... 240. Dieter Kopka (Kevelaer, M 55) 5.31,30

Frauen

1. Mariette ten Bokkel-Ammerlaan (Atletico '73, W 50) 3:16,59 Stunden, 2. Sybille Möllensiep (SuS Schalke 96, W 50) 3:19, 07, 3. Anke Lehmann (Sport Matern, W 40) 3:21,39, 4. Carina Fierek (LG Alpen, Hauptklasse) 3:23,14, 5. Ute Claus (LT Issum Turboschnecken, W 45) 3:32,14, 6. Conny Wiethoff (Renntiere, W 45) 3:33,49, 7. Heide Schneider (LAZ Puma Troisdorf, W 40) 3:39,43, 8. Ruth Schreier (SV Schermbeck, W 50) 3:43,27, 9. Britta Falkenstein (Schermbeck, W 45) 3:47,17, 10. Silke Ebert (k1-media, W 40) 3:48,21, 11. Iris Rammonat (Schermbeck, W 30) 3:51,48, 12. Evelyne Adamczak (LT Alsdorf-Ost, W 40) 3:53,12, 13. Sabine Fieker (Homberger TV, W 40) 3:56,14, 14. Els Annegarn (AvVN Niederlande, W 55) 3:56,24, 15. Sabine Churavy (LT Krefeld-Oppum, W 40) 3:57,33, 16. Tanja Niedick (Jogmap Ruhr, W 35) 3:58,55, 17. Silvia Rusche (SuS Olfen, W 50) 3:59,38, 18. Kerstin Grätz (KUMPels Dorsten, W 45) 4:02,06, 19. Elke Link-Holtermann (TuS Breckerfeld, W 40) 4:03,54, 20. Regina Schweigert (LT Ansbach-Nord) 4:04,49, 21. Sabine Schier (Beimer-Team, W 45) 4:04,47, 22. Sandra Struck (Lauftreff TuRa Brüggen, W 35) 4:06,07, 23. Lianne van Avesaath (Funrunners Nederland, W 45) 4:09,31, 24. Birgit Bruder (LTF Marpingen, W 45) 4:12,37, 25. Christiane Schmiedel (SV Siemens, W 45) 4:13,08, 26. Angelika Aengenheyster (Kevelaer, M 55) 4:13,47, 27. Sylvia Passon (Beimer-Team, W 45) 4:14,23, 28. Sylvia Frühauf (Osnabrück, W 45) 4.14,33, 29. Isolde Schoenfeldt (TV Goch, W 45) 4:14,53, 30. Carola Christ (LG Alpen, W 50) 4:17,31, 31. Maria Rolfers (LT Waldschl.Lohne, W 55) 4:18,05, 32. Birgit Lorenz (Geldern, W 45) 4:19,59, 33. Verena Pinten (Geldern, W 30) 4:20,07, 34. Karin Helmes (LT Issum Turboschnecken, W 50) 4:20,23, 35. Katrin Roth (BSG Stadtwerke Duisburg, W 40) 4:20,47, 36. Britta Hübner (Duisburg, W 45) 4:21,39, 37. Doris Zachow (LG DUV, W 45) 4:21,51, 38. Evelyn Kolenda (Dortmund, W 40) 4:23,04, 39. Ina Heemann (LT Issum Turboschnecken, W 55) 4:25,23, 40. Annette Sondermann-Bieger (LT MG-Volksgarten, W 40) 4:25,37, ... 51. Siggi Herring (Geldern, W 45) 4:42,18, ... 59. Nora Senzek (LT Issum Turboschnecken, W 55) 5:39,13

Mannschaftswertung

1. LG Alpen (Ocklenburg, Kwekkeboom, Fierek) 08:56,59 Stunden, 2. JBG-Team (Brudereck, Janssen, Güdden) 09:53,20, 3. SuS Schalke 96 (Apelmeier, Möllensiep, Thamm) 10:02,41, 4. 100 Marathon Club (Dietz, Wenzel, Schmidt-Soltau) 10:53,08, 5. Troisdorfer LG (Irrgang, Mosler, Becker) 10:56,26, 6. LG Alpen II (Verhalen, Schmidt, van Nahmen) 11:04,21, 7. SuS Grün-Weiß Kalkar (Rodermond, Heißing, Peters) 11.07,04, 8. TSV Weeze (van Dongen, Toonen, Kühnen) 11:09,21, ... 12. SV Straelen (L. Thockok, J. Thockok, Wysocki) 11:30,41, ... 15. LT Issum Turboschnecken (Claus, Schmitz, Helmes) 11:50,12, ... 17. Viktoria Winnekendonk (Schax, Sachs, Radau) 11:50,30, ... 19. Niesrrunners Wachtendonk (Faulstich, Geiger, Leenen) 12:17,03, ... 25. LT Issum Turboschnecken II (Heemann, Milkereit, Senzek) 14:39,18

Weitere Ergebnisse unter www.llg-kevelaer.de

Foto
Zum ersten Mal in der zehnjährigen Geschichte des Kevelaerer Marathons gewann mit Mariette ten Bokkel-Ammerlaan eine Niederländerin. Foto:
Quelle: RP


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