Fußball: Fit in
VON PETER JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 26.07.2007Deutschland
Wenn der Anführer des SV Straelen, Hermann Tecklenburg, im Nachbarland einkauft, dann bringt er meistens Abwehrspieler mit. In den vergangenen zwei Spielzeiten war Dave Joosten in der Hintermannschaft des SVS aktiv. Der war von überschaubarer Statur. Wenn Joosten hochstieg, um den Ball per Kopf zu spielen, müssen sich die meisten Innenverteidiger der Liga bücken. Joosten ist weg, jetzt ist Sander Lenders (21) da. Das einzige, was er mit Joosten gemein hat, ist die Sprache. Beim SVS hat man offensichtlich die Vorzüge ausgedehnter Innenverteidiger schätzen gelernt. Zusammen mit Hajo Peters besitzen die Grün-Gelben auf diesen Positionen zwei komfortable Bollwerke. Der neue Akteur aus Holland ist 1,90 Meter lang und 82 Kilo schwer.
Lenders wohnt in Venlo und stieg mit dem dortigen VVV vergangene Saison in die Eredivisie auf. Doch konnte Lenders die erfolgreiche Saison meistens an der Seite seines Trainers verfolgen. „Ich bin fünf oder sechsmal eingewechselt worden“, hielten sich seine Einsatzzeiten in einem überschaubaren Rahmen. Reichlich Unterschiede zwischen der deutschen und niederländischen Art, sich auf eine Saison vorzubereiten, oder was was im Spiel anders ist, sind ihm aufgefallen: „Hier wird viel mehr auf die Physis geachtet. Ein großer Unterschied im Spiel ist, dass man hier darauf wartet, dass der Ball zu einem kommt. Das Spiel ohne Ball ist nicht so ausgeprägt.“ Nun gut, Quartettspielen auf dem Platz geht auch in Deutschland nicht, doch hat Lenders in seinen Einsätzen gezeigt, was er meint. Fast immer anspielbar, gutes Stellungsspiel, besitzt er auch ein gutes Auge für den nächsten Mann. Ebenfalls für ihn neu war, wie viele Partien hier in der Vorbereitung absolviert werden: „In Holland hatten wir vielleicht fünf Spiele vor der Saison.“ Der SVS bewegt sich da in ganz anderen Dimensionen: Elfmal wird für den Ernstfall getestet.
Lenders war Verteidiger seit er denken kann. „Ich habe immer hinten gespielt“, weiß der 21-Jährige. Neben Fußball ist sein zweites Hobby Gewichte heben: „Ich gehe regelmäßig ins Fitness-Studio.“ Einen Vorteil hat der Wechsel nach Deutschland für ihn schon jetzt: „Ich war noch nie so fit vor einer Saison“, sagt er und schränkt dann ein: „Wenn ich fit bleibe.“
Derzeit kann sich Lenders noch ganz auf die Sportart Fußballspielen konzentrieren. Ab September wird er eine Ausbildung beginnen. Einmal in der Woche muss er dann nach Belgien. Dort will er den Beruf des Schreiners erlernen. Für ihn Neuland, denn rumholzen ist eigentlich nicht seine Art.
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