Leichtathletik: Für Neeten war Berlin eine Reise wert
VON MICHAEL BÜHS - zuletzt aktualisiert: 19.07.2008Am ersten Tag der Jugendmeisterschaften stand Marc Neeten (LAZ Wachtendonk) aus Sicht des Gelderlandes im Fokus des Interesses.
Der 16-jährige Schützling von Trainerin Hilde Allofs verpasste das Finale der besten zehn 800-m-Läufer nur um eine Hunderstelsekunde.Es wurde am Ende richtig knapp. Nur ein hunderster Bruchteil einer Sekunde fehlte Marc Neeten, um in den Endlauf der B-Jugend über 800 Meter einzuziehen. Doch auch mit seiner Zeit von 1:58,89 Minuten darf er seine erste Teilnahme an Deutschen Leichtathletik-Jugendmeisterschaften als Erfolg verbuchen. „Wir sind mehr als zufrieden“, sagte Hilde Allofs, Trainerin beim LAZ Wachtendonk. „Wer hätte gedacht, dass Marc in seinem ersten B-Jugend-Jahr auf Platz elf läuft.“
Lehrgeld gezahlt
Es lag wohl auch am Lehrgeld, das ihr 16-jähriger Schützling zu zahlen hatte, dass es fürs Finale nicht ganz reichte. „Als wir nach 100 Metern nach innen gingen, gab’s genug Gerempel“, berichtete Marc Neeten. Und auch bei der Entscheidung auf der Zielgeraden „wurde viel geschubst. Da fehlte mir die Erfahrung.“ Zuvor hatten die acht Athleten seines Lauf „ziemlich gebummelt“, meinte Hilde Allofs. Die Durchgangszeit von rund 59 Sekunden nach der ersten Stadionrunde fand sie recht langsam, „normalerweise geht Marc etwa drei Sekunden schneller an“. Eingekeilt auf der Innenbahn fand Neeten im Schlussspurt nicht mehr die Möglichkeit, an den Läufern vor ihm vorbeizuziehen.
Rahmen-Programm
„Das würde ich im nächsten Jahr gerne wieder erleben“, sagte Marc Netten. „Ich bin auch zuversichtlich, dass es klappt.“ Heute und morgen steht gemeinsam mit Trainerin und Familie Sightseeing an. „Vielleicht geht’s auch noch mal ins Stadion.“ Am Ende wird Marc Neeten sagen: Berlin ist eine Reise wert.
Dennoch: „Es war die Erfahrung wert, hier dabei gewesen zu sein“, sagte Allfos. „Marc hat seine Leistung mehr als bestätigt.“ Und das trotz der Nervosität, die ihn in den zurückliegenden Tagen beschlichen hatte. „Aber beim Warmmachen ging‘s schon wieder“, berichtete Marc. Für den 16-Jährigen war es aber nicht allein der Sport, der den Reiz der Meisterschaften ausmachte. „Als ich durchs Olympia-Tor ins Stadion gekommen bin, das war schon geil“, schilderte Marc seine Eindrücke. „Gut voll“ sei es im Rund gewesen, „da war der Bär los. Die Tröten, die Plakate und die Anfeuerungsrufe – da habe ich schon eine Gänsehaut bekommen.“ Bislang konnte Marc nur Teilnahmen an Nordrhein-Meisterschaften verbuchen, „Berlin ist damit aber überhaupt nicht zu vergleichen“. Schon Einlauf-Platz und Call-Room hinterließen Eindruck bei ihm. „Das kannte ich noch nicht. Jeder Teilnehmer wurde einzeln aufgerufen, dann wurde alles nochmals kontrolliert“, erzählte Marc die Momente vor dem Start. Da habe noch alles um sich herum mitbekommen, „aber auf dem Weg zum Start und während des Laufes selbst ist man voll konzentriert und nimmt kaum etwas um einen herum wahr“. Erst im Ziel hatte er dafür wieder Augen und Ohren.
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