Golf-Krise: Es geht ums Geld
VON PETER JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 27.09.2007Dem GC Schloss Haag stehen in einer Mitgliederversammlung lebhafte Diskussionen bevor. Dr. Siegfried Henders, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, will mehr Geld vom Verein. Der Beitrag soll um knapp 25 Prozent steigen.
Golfvereine zählen in der Regel nicht zu den bedürftigen Sportvereinen. Beim Golfclub Schloss Haag könnte man jedoch den Eindruck gewinnen, dass sich dies bald ändern könnte. Für Dr. Siegfried Henders, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, ist jedenfalls ein Punkt erreicht, an dem es nur noch eine Möglichkeit gibt, den Standard des Klubs zu wahren: Die Mitgliedsbeiträge müssen angehoben werden. Und dies um eine nicht zu verachtende Summe. Knapp 25 Prozent sollen die Schläger-Schwinger demnächst mehr an den Verein überweisen und somit auch mehr Euro in die Kasse der Betreibergesellschaft spülen. 12 Prozent der Beiträge behält der Golfclub, 88 Prozent, die noch versteuert werden müssen, landen bei Henders.
Heute Versammlung
Zu der außerordentlichen Mitgliederversammlung lädt der GC Schloss Haag seine Mitglieder für heute Abend in das Freizeit-Center Janssen, Dieselstraße 3, Geldern, ein. Beginn der Veranstaltung ist um 19.30 Uhr.
Beitragserhöhung
Nun soll auch bei Golfern der Spaß beim Geld irgendwann aufhören, doch ist für Henders eine drastische Erhöhung unumgänglich: „Wir sind mit 104 Hektar die zweitgrößte 18-Loch-Anlage Deutschlands. Die will gepflegt werden. Seit Jahren haben wir ständig an der Verbesserung des Umfelds gearbeitet. Wenn wir finanziell über die Runden kommen wollen, müssen wir den Beitrag erhöhen.“ Weitere Probleme seien, so Henders weiter, dass die Beiträge im Vergleich zu anderen Golfklubs eher im unteren Drittel der Rangliste lägen. Hinzu käme, dass zu wenig neue Mitglieder sich den Golfern am Schloss anschließen würden. Derzeit stehen 778 Golfer in der Mitgliederliste. „Mittlerweile gibt’s so viele Golfanlagen, dass die Spieler aus unseren Randgebieten wie Essen oder Düsseldorf wegbrechen“, erklärt der Chef der Betreibergesellschaft. Sollte der enorme Anstieg der Beiträge nicht abgesegnet werden, zeichnet Henders Szenarien auf, die kaum einem Mitglied gefallen dürften: „Dann müssen wir Werbung machen. Etwa in Holland und Golfer mit Bussen zu unserer Anlage fahren.“
Diese Gastspieler werden aus verschiedenen Gründen nicht immer mit offenen Armen empfangen. So blockieren sie etwa den Platz für die Vereinsmitglieder. Zum anderen hinterlassen einige Fremdspieler die Bahn als wäre das Ziel ihres Ausflugs für möglichst viele Erdbewegungen beim Gastgeber zu sorgen. „Auch am Personal müsste ich sparen. Dann wird eben nur noch einmal in der Woche gemäht. Die Qualität kann so nicht gehalten werden“, sagt Henders. Nun ist es für den GC Schloss Haag jedoch nicht damit getan, zähneknirschend einer Beitragserhöhung um nicht zu verachtende 25 Prozent zuzustimmen, um dann locker zur Tagesordnung über zu gehen. Bei dieser Steigerung würde der Golfclub nämlich seine Gemeinnützigkeit verlieren. Und dies hätte, so Jürgen Brockhaus, Präsident des Clubs, schwerwiegende Folgen für den Verein. Henders kann dies nicht nachvollziehen: „Andere Klubs, wie etwa Issum, haben diese Gemeinnützigkeit schon lange nicht mehr. Die paar Spendenquittungen, die bei uns ausgestellt werden, können nicht der Grund sein, daran festzuhalten.“ Insgesamt seien dies, so Henders, etwa 1600 Euro im vergangenen Jahr gewesen. Das Ausstellen von Spendenquittungen sei nur ein Nebenprodukt, stellt Präsident Brockhaus klar: „In der Satzung ist die Gemeinnützigkeit verankert. So einfach ist das nicht, diese zu ändern. Das hätte nur negative Folgen.“ Folgen, die heute lebhaft diskutiert werden dürften. Denn das Interesse an der außerordentlichen Mitgliederversammlung ist entsprechend der geplanten Beitragserhöhung: extrem groß.
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