Große Sprünge in Aldekerk
VON JULIA BLUMENKEMPER - zuletzt aktualisiert: 27.07.2010Beim Reitverein "Marschall Vorwärts" fand am Wochenende das große Sommerturnier statt. Rund 900 Nennungen waren für die Veranstaltung eingegangen. Der Gastgeber selbst gewann das Teamspringen.
900 Nennungen, verteilt auf zwei Tage und vier Reitplätze – bei solch einer Größenordnung eines Turniers wie dem in Aldekerk, muss die Organisation stimmen. Einmal im Jahr herrscht dort Ausnahmezustand, und alle Mitglieder müssen mit anpacken, um einen reibungslosen Ablauf der Prüfungen zu gewährleisten. "Das kann dann schon mal stressig werden", weiß Isabel Runge, Reitlehrerin des Reitvereins und Teilnehmerin am zweitägigen Sommerturnier. "Gerade wenn man berufstätig ist, nach der Arbeit dann noch helfen muss und zusätzlich seine eigenen Pferde auf das Turnier vorbereiten möchte."
Reitverein Aldekerk
Das Angebot Der Reitverein trainiert während der Sommermonate, etwa von April bis Oktober, auf den vier geräumigen Außenplätzen. Da keine eigene Reithalle vorhanden ist, müssen die Reiter im Winter auf naheliegende Hallen ausweichen.
Der Reitverein bietet Dressur- und Springunterricht, sowie Voltigieren für Kinder an.
Tempel startete mit fünf Pferden
Vormittags half sie im Springparcours mit. Aus Zeitgründen hatte sie ihr Pferd deshalb schon einen Tag vorher für das Turnier startklar gemacht. Am Mittag dann traf Runge die letzten Vorbereitungen, um selbst reiten zu können. In diesem Jahr startete sie beim L-Springen – und anschließend mit den anderen Mitgliedern aus ihrem Verein auch im Mannschaftsspringen. "In den vergangenen Jahren haben wir leider nie eine eigene Vereinsmannschaft zusammen bekommen, weil es bei uns überwiegend Dressurreiter gibt", erklärt Runge. "Dabei ist es schon etwas Besonderes, wenn man beim eigenen Turnier vor der Haustür antreten kann. Da kennt man viele Leute."
Und tatsächlich gelang es dem Verein in diesem Jahr, ein Team aufzustellen, das neben Runge in der Besetzung Nicole Höhn, Sara Cleven und Norbert Nickolay überraschend und nach einem spannenden, aber nicht ganz fehlerfreien Wettkampf, die Prüfung gewinnen konnte.
Auch bei den Dressurreitern war der Aldekerker Reitverein vertreten. Ina Tempel beispielsweise hatte gleich für beide Tage mehrere Nennungen abgegeben. Die Pferde-Liebhaberin, die sich von klein auf auf dem Pferderücken wohlfühlt, betreibt einen eigenen Berittstall und war am Samstag und Sonntag mit insgesamt fünf Vierbeinern in den jeweiligen Dressurprüfungen am Start. Logistische Probleme gab es dabei aber nicht. "Wenn die Richter wissen, dass man mit zwei Pferden in einer Prüfung antritt, dann wird alles so gelegt, dass man genügend Zeit hat", erläutert Tempel. "Ich beginne dann mit einem Pferd gleich zu Anfang, und das zweite ist dann eben erst als letztes an der Reihe."
Neben der Unterstützung der Mitglieder, sei es als Teilnehmer beim Turnier oder als Helfer im Hintergrund, hat der ausrichtende Verein aber noch viele weitere Aufgaben und Auflagen zu erfüllen. Er muss beispielsweise gewährleisten, dass ein Hufschmied vor Ort ist, sollten die Tiere ein abgetretenes Eisen haben oder aber auch, falls ein Teilnehmer die Stollen zum Springen vergessen hat. Noch dazu ist ein Tierarzt ständig in Reichweite, um in Notfällen zur Stelle zu sein und um stichprobenartig Kontrollen durchzuführen.
Insgesamt war das Aldekerker Turnier dank der guten Zusammenarbeit in sportlicher wie auch aus Sicht des Vereins ein voller Erfolg, der durch den Sieg im Mannschaftsspringen gekrönt wurde.
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