Fußball: Grün-Gelbe Denkmalschützer
VON PETER JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 16.10.2006Fußball-Oberliga: Der SV Straelen verliert 1:2 bei RW Oberhausen. Das einzige, was gestern aus Sicht der Tecklenburg-Truppe nicht stimmte war das Ergebnis. RWO war eigentlich reif.
Die Pressekonferenz im Niederrheinstadion zu Oberhausen war extrem gut besucht. Vor allem zahlreiche Herren gesetzteren Alters, die aus dem angrenzenden VIP-Raum kamen, wollten es nicht verpassen, was „ihr“ Trainer Hans-Günter Bruns zu dem 2:1-Sieg zu sagen hatte. Dabei wurde, bevor Bruns den Raum betrat, ordentlich Stimmung gemacht. „Unglaublich, was die alles versiebt haben“; „Das Glück ist heute für die gesamte Saison aufgebraucht worden“; „Unser Torwart hat den ersten Ball in der 88. Minute festgehalten“ – alles nicht ganz falsch, dennoch kletterte RWO durch den Erfolg über Straelen an die Tabellenspitze der Oberliga. Und der Gast von der Grenze kassierte gestern seine dritte Pleite in Serie. Nach den Spielen gegen VfB Homberg (0:1) und SSVg. Velbert (1:2) wurde der SV Straelen nun in Oberhausen mit reichlich Komplimenten und mit extrem wenig Punkten bedacht.
Teams und Tore
Wechsel SV Straelen: 58. Barke (4) für Thönes, 66. Scherbe (–) für Ludwik; 80. Steinfort (–) für Knait
RW Oberhausen: Semmler – Embers, Pappas, Reichert, Narewsky, Jansen (89. Stiepermann), Terranova, Aksoy, Reichert T. (76. Robben), Landers, Celik (82. Ibrahim)
Tore: 1:0 Aksoy (53.), 1:1 Pütters (60.), 2:1 Robben (77.)
Zuschauer: 2382; Schiri: Margenberg (Wermelskirchen, Note 2)
Richtung Niemandsland
Hermann Tecklenburg hatte vor den beiden Spitzenspielen gegen Velbert und RWO gesagt, dann wisse man, ob Straelen mit den Top-Teams mithalten könne. Mithalten kann man, nur offensichtlich nicht gewinnen. Der Zug von der absoluten Spitzengruppe der Oberliga rast weiter Richtung Niemandsland. Weiterhin mit an Bord: die Grün-Gelben. Dass bei RW Oberhausen die Geflogenheiten immer noch ein bisschen so wie zu Zweitligazeiten sind, mussten die Aktiven des SVS erfahren. Da die Grün-Gelben in VW-Bussen anreisen und nicht in klimatisierten Reise-Palästen, durften die Bullys nicht am Stadion parken. Ein Kilometer Fußmarsch stand zwischen dem Parkplatz und den Stadiontoren von RWO. Im ersten Durchgang wirkten vor allem die Gäste hypernervös. Nach acht Minuten donnerte RWO-Akteur Landers die Kugel zurück auf seinen Torwart Semmler. Getreu dem Motto „Mein Name ist Programm“ semmelte der Keeper größtenteils neben den Ball. Straelens Pütters konnte die RWO-Katastrophen-Einlage jedoch nicht verwerten. Aus spitzem Winkel schob er am Tor vorbei. Knapp eine halbe Stunde vergeht, bevor SVS-Keeper Gbur erstmals am Boden liegt und einen Pass unter sich begräbt. Hinten stehen die Männer aus der Blumenstadt sehr ordentlich. Und im Mittelfeld ist es Straelens Ernst, der RWO-Superstar Terranova den ganz großen Spaß am Fußballspielen verdirbt. Die positive Grundstimmung der RWO-Fans schwindet merklich. Die Stotteranfälle mit Ball seitens der Gastgeber werden kurz vor dem Wechsel durch zwei Möglichkeiten nach Ecken unterbrochen.
Jubel in der Halbzeit
Der größte Jubel brandete im Stadion auf, als die Halbzeitergebnisse vorgelesen wurden. Die SSVg. Velbert lag 0:2 beim KFC zurück. Noch besser wurde die Stimmung, nachdem Aksoy für Oberhausen zum 1:0 trifft (53.). Gbur lässt eine Hereingabe drei Meter vor seinem Kasten an sich vorbeiziehen, Straelens Hintermannschaft bekommt die Kugel nicht weg und Aksoy steht richtig.
Die Antwort des SVS: Zunächst steht Kniat völlig frei vor Semmler und bringt die Kugel aus drei Metern nicht im Tor unter. Da machen andere Spieler zwei Tore raus. Als Pütters nach schöner Flanke von Ernst ein Traumtor zum 1:1 köpft (60.), ist der SVS wieder im Spiel. Genau bis zu dem Zeitpunkt als Bruns Robben einwechselt. Der trifft mit seinem ersten Ballkontakt einen Straelener Rücken, von dem aus der Ball unhaltbar zum 2:1 abgefälscht wird. Der SV Straelen gibt weiter Gas und merkt wie wacklig das Denkmal RWO ist. Pütters und Muminovic vergeben ausgezeichnete Chancen. Der SVS sichert sich erneut Respekt, aber eben keine Zähler.
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