Motorsport: Hoormann fährt allen davon
VON MARKUS HAEGERT - zuletzt aktualisiert: 23.10.2008Der Gelderner Motorsportler war ursprünglich nur als Notlösung aufs Quad gestiegen. Im Saisonfinale in der Eifel feierte der 44-Jährige dann den deutschen Meistertitel.
Quad Enduro Cup
Ein Lauf im Quad Enduro Cup besteht zumeist aus einer bis drei Sonderprüfungen, die durch Verbindungsetappen verknüpft sind. In diesen Parcours geht es um die schnellste Zeit, hier entscheidet sich, wer das Rennen gewinnt. Die Verbindungsetappen müssen lediglich innerhalb eines Zeitrahmens gefahren werden.
Der Gelderner Motorsportler Ralf Hoormann hat die Deutsche Meisterschafts-Serie Enduro Quad Cup 2008 gewonnen. Schon vor dem abschließenden von insgesamt sechs Läufen war er von der Konkurrenz nicht mehr einzuholen. Trotzdem gewann der 44-Jährige auch das Finale im Eifelort Kempenich und setzte der Saison damit die Krone auf.
Hoormann war selbst überrascht von seinem Erfolg: „Ich war eigentlich nur eine Notlösung.“ Kurz vor der Saison war dem E.ATV-Team aus Neukirchen-Vluyn ein Fahrer abgesprungen, und der Gelderner hatte sich spontan überreden lassen, die Serie mitzufahren. Das sollte nicht sein Nachteil sein. „Viele in der Szene kannten mich gar nicht und hatten mich nicht auf der Rechnung.“
„So schnell verlernt man nichts“
Dabei hätte der Konkurrenz ein Blick in Hoormanns Vita geholfen: Er war in den Achtzigern zweimal Deutscher Meister im Motocross-Seitenwagen und fuhr auf zweite Plätze bei Welt- und Europameisterschaften. Nach seinem Wechsel aufs Quad gewann er 1991 und 1993 auch dort zwei nationale Titel. Dann legte er 2000 eine sechsjährige Pause vom Motorsport ein, ehe er 2006 wieder ins Renngeschehen eingriff. Und Hoormann stellte fest: „So schnell verlernt man nichts.“
Trotz der vorzeitigen Entscheidung um die Deutsche Meisterschaft war der Lauf in Kempenich keine reine Schaufahrt für Ralf Hoormann. „Die beiden Sonderprüfungen waren das Härteste, was ich bisher gefahren bin.“
„Eigentlich wollte ich es etwas langsamer angehen lassen, um meinem Teamkollegen Josef Schneider noch den Sprung auf Platz zwei der Gesamtwertung zu ermöglichen“, so Hoormann über die Rennstrategie. Doch Schneider fiel mit Defekt aus, und der Gelderner fuhr zum Sieg. Im Ziel wurde er dann von seiner Familie und dem Rennstall mit einem riesigen Transparent erwartet.
Ob er 2009 seinen Titel verteidigen wird, lässt Ralf Hoormann noch offen. „ Ich muss das jetzt erst mal sacken lassen.“ Stattdessen kann er sich auch eine neue Herausforderung vorstellen: die Quad-Europameisterschaft.
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