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"Jünter" hautnah erlebt

VON MARTIN VAN DER PÜTTEN - zuletzt aktualisiert: 16.03.2010

Die jüngsten Nachwuchskicker des Kevelaerer SV reisten zum Bundesligaspiel nach Mönchengladbach.

Sie ließen sich auch von einem 0:4 der Borussia gegen den VfL Wolfsburg nicht die Freude am Fußball verderben.
Der Fußballnachwuchs des Kevelaerer SV hatte schon vor dem Anpfiff seinen Spaß. Grund hierfür war die Begegnung mit dem Borussen-Maskottchen. Foto: RPO

Pünktlich zur Abfahrt dröhnte die Gladbacher Fanhymne "Elf vom Niederrhein" von einer eigens für diese Fahrt gebrannten CD durch die Lautsprecher des angemieteten Reisebusses und viele Insassen sangen textsicher mit: "... Borussia unser Dream-Team, denn du bist unser Verein." Insgesamt 75 Personen umfasste die Gruppe, bestehend aus Bambini- und F-Jugendfußballern des Kevelaerer SV und deren Eltern oder Großeltern. Gemeinsam besuchten sie das Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem VfL Wolfsburg.

Caféteria-Gewinn investiert

Die Idee einer gemeinsamen Fahrt zu einem Bundesligaspiel kam erstmals im vergangenen Jahr auf. Zwei Bambini-Treffs veranstaltet der Kevelaerer SV nämlich im Jahr, und den Gewinn aus den dortigen Kaffee- und Kuchenverkäufen galt es sinnvoll zu investieren. "Wir haben uns dazu entschieden, nicht nur Bälle oder Ähnliches zu kaufen, sondern den Kindern ein tolles Erlebnis zu ermöglichen", berichtete Fridjof Lücke, einer der Organisatoren. Mönchengladbach habe man sich aufgrund der Nähe und der guten Stimmung dort ausgesucht. So feierte die Bundesligafahrt im vergangenen Jahr Premiere, als das Spiel der Gladbacher gegen Hamburg besucht wurde. Dieses endete mit einem tollen 4:1 für die Borussia. "Man hat in den Wochen danach sogar gemerkt, dass die Kinder viel motivierter beim Training waren. Damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet", erinnerte sich Lücke.

Info

Training der Bambinis

Die jüngsten Nachwuchsfußballer des Kevelaerer SV trainieren jeden Freitag um 15.30 Uhr in der Zweifachturnhalle in Kevelaer. Dabei wird nicht nur der Umgang mit dem Ball trainiert, sondern auch Bewegung und Koordination geübt. Etwa 75 Minuten dauern die Trainingseinheiten. Jungen und Mädchen ab einem Alter von etwa vier Jahren sind jederzeit zu einem kostenlosen Schnuppertraining eingeladen.

Der siebenjährige Nico war schon gegen die Hamburger dabei und erzählte auf der Hinfahrt: "Seitdem ist Marko Marin mein Lieblingsspieler, obwohl der ja jetzt bei den Bremern ist. Heute tippe ich ein 3:1 für Gladbach." Für viele Kinder war es aber auch ihr erster Besuch im Stadion, wie für die fünfjährige Tamara, die im Gladbach-Trikot durch den Bus lief. "Das hat mein Vater mir von einem anderen Spiel mitgebracht", meinte sie und tippte auf ein 1:0.

Im Familienblock des Stadions angekommen, wartete noch eine besondere Überraschung auf die Kleinen. Das Maskottchen der Borussia, Fohlen Jünter, besuchte vor dem Anpfiff die Gladbach-Fans. Hände schütteln, Autogramme geben und für Fotos posieren, für all das nahm sich Jünter, umringt von einer Horde Kindern, Zeit. Dass das Spiel dann aus Gladbacher Sicht überhaupt nicht gut verlief, störte höchstens die Erwachsenen. Die Kinder machten sich nichts daraus, im Gegenteil, als nach dem 0:4 die Menschen zu Tausenden vorzeitig das Stadion verließen, stimmten die Fußballer des KSV noch einmal einen zehnminütigen "Mönchengladbach, Mönchengladbach"-Gesang an, so dass sich andere Zuschauer verwundert nach hinten umdrehten.

Später im Bus gab es dann noch genügend Zeit sich lautstark und lachend über das Erlebte auszutauschen. Pünktlich zur Rückkehr ins Kevelaerer Stadtgebiet lief dann noch einmal die Elf vom Niederrhein und wieder sangen viele mit: "... und geht das Spiel auch mal verloren, dann macht uns das gar nichts aus."

Bayern-Fan sein wäre schön

Nur ein Junge, dessen Name an dieser Stelle ausdrücklich nicht genannt werden soll, weil er sonst noch in 20 Jahren darauf angesprochen würde, machte sich so seine Gedanken. "Du Papa", sagte er, "manchmal wäre ich schon gerne Bayern-Fan. Die stehen nämlich immer an Nummer eins." "Was?", antwortete der verdutzte Vater sichtlich um Fassung bemüht, die er dann auch schnell wiederfand und entgegnete: "Also darauf kommt es beim Fußball doch gar nicht an." Ob das der Filius in dem Moment verstanden hat?

Quelle: RP

 
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