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Kalz siegt im Regenchaos

VON STEFANIE SANDMEIER UND MICHAEL BÜHS - zuletzt aktualisiert: 17.07.2010

Bei strahlendem Sonnenschein wurden die Teilnehmer der dritten Etappe des Sparkassen-Giro auf die Strecke geschickt. Doch einsetzender Regen beendete das Rennen vorzeitig – in einer Ausreißergruppe gewann Marcel Kalz vor Phillip Mamos, Björn Thurau und Mirko Brinkmann.

Mittendrin, statt nur dabei: Auch bei der 6. Auflage der Nacht von Geldern konnten die Zuschauer entlang der Rundstrecke in der Innenstadt die Radrennfahrer hautnah erleben und sie anfeuern.  Foto: RPO
Mittendrin, statt nur dabei: Auch bei der 6. Auflage der Nacht von Geldern konnten die Zuschauer entlang der Rundstrecke in der Innenstadt die Radrennfahrer hautnah erleben und sie anfeuern. Foto: RPO

Es lief richtig gut. Nach rund einer halben Stunde hatte die vierköpfige Ausreißergruppe mit dem Gelderner Mirko Brinkmann, Björn Thurau, Marcel Kalz und Phillip Mamos das Hauptfeld fast schon eingeholt. Dann aber kündigte ein Blitz das drohende Unheil an: Einsetzender Regen sorgte kurz vor 21 Uhr für einen vorzeitigen Abbruch des Hauptrennens bei der 6. Nacht von Geldern. Nichts ging mehr, innerhalb von wenigen Minuten stand Gelderns Innenstadt – und damit die Rundstrecke – unter Wasser. "Der Abbruch war definitiv die richtige Entscheidung", meinte der Viertplatzierte Mirko Brinkmann. "Wenn die Strecke so nass ist, ist das Kopfsteinpflaster wie Schmierseife. Dann geht's in der Kurve nur noch geradeaus."

Info

Gesamtwertung

1. Björn Thurau (Team Bergstraße) 24 Punkte; 2. Vladi Riha (Felt-Ötztal X-Bionic) 23 Punkte; 3. Alexander Aeschbach (BMC/Laser-Tec/Sika) 22 Punkte.

Die weiteren Platzierungen standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest, da der Film der Zieldurchfahrt zunächst nicht ausgewertet werden konnte.

Das Zielfoto musste entscheiden

Wegen des drohenden Unwetters war das Rennen schon vor dem Start verkürzt worden. Statt 90 Runden sollten nur eine Stunde plus zehn Runden gefahren werden. Eine erste Ausreißergruppe wurde vom Feld nach 13 Minuten geschluckt. Kurz darauf setzten sich Marcel Kalz und Florian Schweter nochmals ab, doch für Schweter war der Versuch nach nur zwei Runde schon wieder beendet. Kalz hielt das Feld auf Distanz, aus dem sich dann Brinkmann, Thurau und schließlich auch Mamos lösten.

Schnell hatte sich die Vierergruppe formiert und ihren Rhythmus gefunden. "Es lief sehr harmonisch", berichtete Brinkmann, der als Gelderner für die RSG Straelen startet und damit den Heimvorteil genießen durfte. "Wir haben versucht, richtig am Horn zu ziehen." Dies gelang der Gruppe, die dem Feld pro Runde zwei bis drei Sekunden aufbrummte.

Gut Lachen bei strahlendem Sonnenschein hatte Vladi Riha, der Sieger des Zeitfahrens. Foto: RPO

Nach einer halben Stunde musste das Begleitfahrzeug am Ende des Feldes bereits Platz machen für das Führungsauto und das Quartett an der Spitze. Doch bevor Brinkmann und seine drei Mitstreiter das Feld einholen und anschließend sogar überrunden konnten, wurden sie unsanft und vor allem nass vom Regen gestoppt – nach nur 32,54 Minuten Fahrzeit.

Damit fiel nach in Rheinberg bereits die zweite Etappe dem schlechten Wetter zum Opfer. "Das ist schade, denn das Rennen hatte gerade an Fahrt aufgenommen", sagte Sven Kraus. In diesem Fall ging die Sicherheit der Fahrer jedoch vor, merkte auch Organisator Michael Zurhausen an, der "so etwas in den vergangenen Jahren noch nicht erlebt hat. Das ist eine Katastrophe."

Nichts ging mehr. Binnen weniger Minuten stand gestern die Strecke in der Innenstadt unter Wasser. Foto: RPO

Somit musste schließlich das Zielfoto die Entscheidung über den Etappensieg bringen: Marcel Kalz vor Phillip Mamos, Björn Thurau und Mirko Brinkmann hieß der Einlauf. Und das wirbelte auch die Gesamtwertung im Sparkassen-Giro noch einmal durcheinander. Björn Thurau hatte letztlich die Nase vorne. Der Fahrer vom Team Bergstraße gewann vor Vorjahressieger Vladi Riha und Alexander Aeschbach, die sich vor dem Beginn der Niederrhein-Tour beide Hoffnungen auf den Gesamtsieg gemacht hatten. "Bei solchem Regen ist es unmöglich zu fahren", bestätigte auch Aeschbach, der sich prompt an das Rennen vor drei Jahren erinnerte. Damals kam er mit einer Bereifung an den Start, die für ein schnelles Rennen ausgelegt war. "Und dann fing es höllisch an zu regnen. So wie dieses Mal", so der Schweizer Meister im Einzelzeitfahren, der nach dem Rennen etwas ungläubig gen Himmel blickte. "So ein Wetter macht keinen Spaß – und das liegt mir persönlich auch nicht."

Gestern hielt sich Aeschbach lange im hinteren Teil des Feldes auf. "Ich wollte, dass sich die Jungs vorne erst mal müde fahren", so die Taktik. Als es anfing zu nieseln, arbeitete er sich vor. Letztlich brachte ihm das die entscheidenden Punkte zu Platz drei. "Aber ich hätte hier schon gerne noch mal gewonnen", wie der zweimalige Sieger in Geldern zugabt.

Quelle: RP

 
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