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Handball: Kleinelützum erlöst den ATV

VON REINHARD PÖSEL - zuletzt aktualisiert: 06.02.2012

Handball (RP). Mit seinem elften Treffer wenige Sekunden vor dem Abpfiff sicherte der Rückraumspieler des TV Aldekerk seiner Mannschaft einen knappen 33:32-Sieg bei der HSG Düsseldorf II. Damit bleibt der ATV auch im achten Spiel in Folge unbesiegt und redet weiter mit im Spitzenkampf.

Sekunden nach dem 33:32-Siegtreffer des TV Aldekerk: Christoph Kleinelützum (Mitte) lässt sich von seinen Mitspielern Markus Nacken, Christopher Liedtke, Tobias Culm und Stefan Pietralla feiern.  Foto:  Andreas Girmendonk
Sekunden nach dem 33:32-Siegtreffer des TV Aldekerk: Christoph Kleinelützum (Mitte) lässt sich von seinen Mitspielern Markus Nacken, Christopher Liedtke, Tobias Culm und Stefan Pietralla feiern. Foto: Andreas Girmendonk

Die Situationen waren vergleichbar – am Samstagabend in der Sporthalle an der Rückertstraße gegen die HSG Düsseldorf II und ziemlich genau eine Woche vorher in der Vogteihalle gegen Hamborn 07. Beide Male zeigte die Hallenuhr Sekunden vor Schluss ein Unentschieden an – und jedes Mal hatte der Aldekerker Christoph Kleinelützum in aussichtsreicher Situation den Ball in der Hand.

Während Aldekerks Rückraum-Shooter gegen Hamborn von der Strafwurflinie aus am gegnerischen Keeper scheiterte, suchte er diesmal von der ihm angestammten halblinken Seite nach einem schnell ausgeführten Freiwurf die Entscheidung Mann gegen Mann. Nach ein, zwei Schritten Anlauf stand er kerzengerade in der Luft und zog die Kugel über die gegnerische Abwehr und am guten Düsseldorfer A-Jugend-Bundesliga-Torwart Maximilian Vitz vorbei ins Netz. Die Schlusssirene nahm Kleinelützum anschließend nur noch in einem Knäuel von Aldekerker Spielern war, die ihn nach dem Siegtreffer zum 33:32 fast zu erdrücken schienen.

Info

Namen & Zahlen

Aldekerk: Thommessen, Lindenau – Kleinelützum (11/1), Culm (4), Pietralla (4/1), Plhak (4/3), Opper (3), Nacken (3), Liedtke (3), Greven (1), Reich, Schäfer (n.e.), Wefers (n.e.), Wittwer (n.e.).

Haupttorschützen HSG II: Hinrichs (7), Schreiber (7), Neukirchen (6), Kronenberg (5), Hasan-Zada (5/2).

Nächstes Spiel: TV Aldekerk – MTV Dinslaken (Samstag, 11. Februar, 19.30 Uhr).

Aldekerk kämpft sich heran

Die Düsseldorfer Mannschaft präsentierte sich als der erwartet schwere Gegner. Beide Trainer hatten ihre Spieler taktisch hervorragend eingestellt. Überraschungen ausgeschlossen. "Auf die offfensive 3:2:1-Abwehr der Aldekerker waren wir vorbereitet", sagte HSG-Coach Benny Daser. Schließlich hätten die Aldekerker darüber im Hinspiel die Wende im Spiel zu ihren Gunsten eingeleitet.

Dem Düsseldorfer Christoph Schreiber, der sein vorerst letztes Spiel für die HSG-Farben bestritt, gelang es einige Male , in die freien Räume vorzustoßen und zum Torerfolg zu kommen. Dagegen unterbanden die Aldekerker von Anfang an die Wurfgewalt von Markus Neukirchen recht wirkungsvoll, der es auf "nur" sechs Treffer brachte und in der zweiten Halbzeit bei nachlassender Kraft und damit einhergehendem Konzentrationsmangel kaum noch in Erscheinung trat. Nicht ganz so gut kamen die Aldekerker hingegen mit dem Halbrechten der Düsseldorfer zurecht. Der Anfang Dezember neu-verpflichtete Malte Hinrichs traf besonders im ersten Durchgang immer wieder aus dem rechten Rückraum, ohne eine Gegenwehr zu spüren. Die Aldekerker Torhüter – die meiste Zeit stand Christoph Thommessen zwischen den Pfosten – bekamen nur die Hand an den Ball, als sie das Spielgerät aus dem Netz fischten.

Die Führung des Spiels wechselte hin und her. Nachdem die Aldekerker beim 6:8 nach einer Viertelstunde mit zwei Toren im Rückstand lagen, drehten sie in den Folgeminuten die Partie, zogen auf 12:9 (20.) weg und hielten den Abstand bis in die Schlussphase der ersten Halbzeit. HSG-Trainer Daser ließ dann Kleinelützum an eine immer kürzer werdende Leine legen. Auch wenn es den Aldekerker Spielfluss hemmte, was sich im Ergebnis nach 36 Spielminuten auch niederschlug (20:17), blieb Aldekerks Haupttorschütze präsent und erzielte wichtige Treffer.

Der ATV kämpfte sich wieder heran, obschon ihm das Pech bei Würfen von der Siebenmeter-Linie (drei Fehlwürfe) sowie Latten- und Pfostentreffer an den Händen klebte. Verlassen konnte er sich zunehmend mehr auf Keeper Thommessen, der jetzt hellwach war und einige Male bei verdeckten Würfen aus dem Rückraum die Flugbahn des Balles sehr gut vorausahnte.

Beim 24:24 (46.) hatte der ATV aufgeschlossen, lag ab der sechsten Schlussminute dann auch mit 29:28 (55.), 30:29 (57.) – beide Führungstore erzielte Tobias Culm – und 32:31 durch Kleinelützum in Front. Dann waren noch 30 Sekunden noch auf der Uhr. Düsseldorfs Björn Thanscheid glich gegen den eingewechselten Florian Lindenau von der Siebenmeterlinie aus: 32:32. Und welchen Ausgang der letzte Aldekerker Angriff dann nahm, davon war schon eingangs die Rede. ATV-Trainer Burkhard Heesen war erleichtert: "Wir haben das diesmal bei der Manndeckung gegen Christoph im Angriff besser als noch vor einer Woche gemacht. 33 geworfene Tore sind gut, 32 erhaltene etwas zu viel. Daran erkennt man schon, wo an diesem Abend unsere Probleme lagen." HSG-Trainer Daser haderte mit den Schiedsrichtern ("Ich bin richtig stinkig"), er fühlte seine Mannschaft benachteiligt. "Man darf schlecht pfeifen, aber nicht spielentscheidend sein", sagte Daser, der seine Mannschaft in der Schlussviertelstunde häufig in Unterzahl sah. "Da kannst du dann natürlich keine wirkungsvolle Abwehr mehr stellen." Heesen indes war andererseits zufrieden, dass die Härten gegen seine Spieler konsequent geahndet wurden.

Quelle: RP


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