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Handball: KSV vor dem Gipfeltreffen

VON STEFANIE SANDMEIER - zuletzt aktualisiert: 01.03.2010 - 18:00

Gut möglich, dass es wieder komische Blicke gibt. Christian Dörr kennt das, wenn er mit seinen zehn Handball-Damen vom KSV Kevelaer zu Auswärtsspielen fährt, fremde Hallen betritt und mangels Personal mitleidig nach Verletzten gefragt wird.

Die Handballerinnen des Kevelaerer SV suchen auch morgen beim TV Voerde die Lücke in der gegnerischen Abwehr.  Foto: Klaus-Dieter Stade
Die Handballerinnen des Kevelaerer SV suchen auch morgen beim TV Voerde die Lücke in der gegnerischen Abwehr. Foto: Klaus-Dieter Stade

Nur drei Auswechselspielerinnen hat er bestenfalls auf der Bank sitzen, „aufgrund dieser Situation fühlte sichschon so mancher Gegner als sicherer Sieger”, erzählt der Trainer.

Doch spätestens, wenn die Partien zu Ende waren, hinterließen die Kevelaererinnen nicht selten ungläubige Gesichter. Die Damen sind trotz Rumpfkader derzeit Spitzenreiter der Bezirksliga und schicken sich an, nach dem Aufstieg aus der Kreisliga den direkten Durchmarsch in die Landesliga zu schaffen. Ärgster Konkurrent ist der TV Voerde, der punktgleich auf Platz zwei liegt, und den es morgen in fremder Halle (19 Uhr) zu schlagen gilt. Angst habe niemand, versichert Dörr. „Die Mädels sind allenfalls positiv nervös, denn von uns erwartet niemand, dass wir gewinnen.”

Tabellenlage

Solche Worte verwundern angesichts der Tabellenlage. „Aber für uns ist es eine Überraschung, dass wir überhaupt dort oben stehen. Kaum einer hat uns zugetraut, dass wir das schaffen”, sagt der Trainer, der ganz liebenswürdig nur von seinem kleinen, aber eingeschworenen Haufen spricht. „Nicht selten sitzen wir nach Siegen gemeinsam zusammen und fragen uns, wie wir das wieder gemacht haben.”

Kevelaer ist als Aufsteiger der Kreisliga gestartet, hat noch dazu zwei Spielerinnen aus beruflichen Gründen verloren und besitzt in seinem aktuellen Zehner-Kader drei Spielerinnen, die vor nicht allzu langer Zeit erst mit dem Handballspielen begonnen haben. Doch fehlende Spielstärke kompensiert die Truppe mit Kampfkraft und hat dadurch schon so manche Partie drehen können. Nur einmal in dieser Saison ­ am ersten Spieltag ­ hat der KSV das Feld als Verlierer verlassen. Von da an ging es stetig bergauf. Das soll in Voerde am liebsten so bleiben. Doch das Team wird Kevelaer mit 16 fast gleichstarken Spielerinnen empfangen. Darüber können die Handballerinnen aus der Marienstadt nur staunen. Und wohl auch einige Zuschauer drumherum, wenn sie die Auswechselbank der Teams vergleichen. Den Fehler werden sie beim TV Voerde aber ganz sicher nicht mehr machen.


 
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