Leichtathletik: Nina Janssen mit Podestplatz
VON REINHARD PÖSEL - zuletzt aktualisiert: 28.07.2008Nina Janssen (SV Straelen) und Andreas Grieß (Kevelaerer SV) erreichten in ihren Disziplinen die Plätze sieben und elf. Diskuswerfer Florian van Dijck (TSV Nieukerk) blieb ohne gültigen Versuch im Vorkampf hängen.
Bevor am Samstagnachmittag Petrus die Schleusen öffnete und es über Recklinghausen wie aus Kübeln regnen ließ, bestritt Andreas Grieß seinen Vorlauf über die 400 Meter. Der 21-jährige Kevelaerer war mit gedämpften Erwartungen nach Recklinghausen zu den Deutschen Meisterschaften der Junioren gefahren. Zu unbeständig war die Freiluftsaison für ihn verlaufen. Immer wieder hatten ihn kleine Verletzungen zurückgeworfen, so dass sich das so dringend benötigte Stehvermögen in der Schlussphase des Rennens nicht ausbilden konnte.
Zuletzt bei den Landesmeisterschaften in Essen machte sich der Trainingsrückstand besonders eklatant bemerkbar. Da sei er bei gewohnt hohem Anfangstempo auf der Zielgeraden förmlich gestorben, wie Grieß seinerzeit plakativ formulierte. Am Samstag im Vorlauf der DM reduzierte sich die Phase des Sterbens auf die letzten 50 Meter. „Das ist schon ein Erfolg gewesen“, sagte Grieß, der das Ziel als Elfter in einer neuen Saisonbestleistung von 48,69 Sekunden erreichte. Da zwei qualifizierte Läufer auf das Finale verzichteten, fehlte Grieß letzten Endes nur ein Platz am Endlauf , das Martin Grothkopp vom Dresdner SC in 46,37 Sekunden hauchdünn vor dem Potsdamer Thomas Schneider (46,42 Sekunden) für sich entschied.
Ohne gültigen Versuch
Florian van Dijck vom TSV Nieukerk hatte wegen Rückenproblemen das Diskus-Training extrem zurückgeschraubt und jede größere Belastung vermieden. Auf Kosten der Sicherheit, wie sich bei der DM in Recklinghausen herausstellte. Bei einem Wurf verließ van Dijck den Ring, zwei andere Würfe landeten außerhalb des Sektors, so dass der 20-Jährige ohne gültigen Versuch in der Ergebnisliste geführt wird.
Nina Janssen auf Platz 7
Für den Hochsprung der Juniorinnen, der gestern Mittag für 13.10 Uhr in den Zeitplan der Deutschen Meisterschaften gerückt worden war, hatten sich eine Dreiviertelstunde vorher 14 Teilnehmerinnen im Callroom versammelt, um nach recht langem Zuwarten geschlossen ins Stadion geführt zu werden. Darunter auch die Straelenerin Nina Janssen, die sehr konzentriert wirkte und das bei ihren ersten Sprüngen auch unter Beweis stellte. Ihre ersten drei Höhen von 1,65 Metern über 1,70 Meter bis auf 1,74 Meter meisterte die 20-jährige Studentin ohne Fehl und Tadel.
„Mit jedem Versuch wurde sie lockerer. Im Gegensatz zu anderen, die gerade bei den Anfangshöhen Schwierigkeiten hatten“, stellte Trainer Heinz Peters fest. Doch als es für seinen Schützling bei 1,78 Meter in den persönlichen Grenzbereich ging, begannen die Probleme. Bei allen drei Versuchen über diese Höhe folgte die Latte der Schwerkraft, „auch wenn ein Versuch dabei war, der sehr gut aussah“, wie Peters sagte. Doch offensichtlich müsse man erkennen, dass mit den bisherigen, vergleichsweise dosierten Trainingsumfängen „bei 1,80 Feierabend ist.“ Daraus müsse man nun die richtigen Schlüsse ziehen, ohne den Bogen zu überspannen. „Wir nehmen die Sache mit großer Motivation in Angriff“, versicherte Peters, der sich mit seiner Athletin über den siebten Platz freute. „Über die Leistung von 1,74 Meter bin ich allerdings enttäuscht“, gab Nina Janssen unumwunden zu. Zu gerne wäre sie bei Höhen um 1,80 Meter noch im Wettbewerb gewesen.
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