Kolumne: Noch ein Spiel bis zum Finale
VON MARITH PRIESSEN - zuletzt aktualisiert: 26.07.2010Bochum hat sich mal wieder als gutes Pflaster für uns erwiesen. Auch unser drittes Spiel im Ruhrstadion haben wir gewinnen können. Und es ist ein schönes Gefühl, schon jetzt zu den besten vier Teams bei dieser WM zu gehören.
Info
Die Wachtendonkerin Marith Prießen (19) spielt derzeit mit der deutschen U 20-Nationalmannschaft bei der WM im eigenen Land. In loser Folge schreibt die Spielerin von Bayer Leverkusen für die RP-Leser ihre Eindrücke und Erlebnisse während dieses Turniers. Am Samstag siegte Deutschland im Viertelfinale gegen Nordkorea mit Marith Prießen in der Innenverteidigung mit 2:0.
Wir waren alle sehr erleichtert nach dem 2:0-Viertelfinal-Sieg gegen Nordkorea. Denn unterbewusst spielt schon auch immer etwas Angst mit, wenn man die Vorrunde mit drei Siegen so souverän durchläuft und es dann ins erste K.o.-Spiel geht. Doch je länger die Partie dauerte, um so mehr konnten wir unsere Nervosität ablegen. Immerhin haben wir gegen den U 20-Weltmeister von 2006 und Vize-Weltmeister von 2008 gespielt. Das 1:0 von Alexandra Popp hat uns die nötige Sicherheit gegeben, Korea auf Distanz zuhalten. Mit dem 2:0 war die Partie schließlich entschieden. Dabei kam uns sicher auch die Überzahl zugute, die wir nach der Gelb-Roten Karte in der zweiten Hälfte hatten. Zweimal hat mich meine Gegenspielerin gefoult – beide Male wurde sie verwarnt. Und mit Elf gegen Zehn zu spielen, bringt Vorteile. Ab dem Moment war gerade unsere Arbeit in der Defensive sehr viel entspannter.
Und auch die Zuschauer haben uns wieder toll unterstützt. Sie tragen uns von Spiel zu Spiel – und dafür haben wir uns mit einer Humba bedankt. Es ist schön, all das miterleben zu dürfen. Schon die Reise zurück vom letzten Gruppenspielort Augsburg war aufregend, denn wir hätten beinahe den Flieger von München aus verpasst. Wir gerieten mit dem Bus in einen Stau, und nur dank der Polizei haben wir den Flughafen noch rechtzeitig erreicht. Etwa eine Stunde bevor wir abheben sollten, kam die Polizei mit Blaulicht auf die Autobahn und hat uns über den Standstreifen Richtung Flughafen geleitet. Am Donnerstag geht's nun gegen Südkorea. Und jede Spielerin hat nur ein Ziel: ins Finale einzuziehen und zu gewinnen.
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