Schieß-Sport: SSG kämpft um Bundesliga-Aufstieg
zuletzt aktualisiert: 14.12.2010Der Wettkampfplan der 2. Bundesliga Luftgewehr-West hätte nicht besser Regie führen können. Am letzten Wettkampftag kam es im hessischen Mengshausen in der letzten Begegnung des Tages zum Aufeinandertreffen der bisher verlustpunktfreien Mannschaften. Die beiden führenden Teams, die Schieß-Sport-Gemeinschaft (SSG) Kevelaer und SGi Mengshausen, wiesen sogar die identische Einzelpunktzahl auf. Weil es aber im Ligamodus "Fünf gegen Fünf" kein Remis gibt, konnte am Ende nur eine Mannschaft den Stand als Sieger verlassen. In diesem Fall war es Mengshausen.
SSG nun Außenseiter bei der Quali
Aber die Kevelaerer konnten die Niederlage verschmerzen, hatten sich beide Teams doch schon vorzeitig für die Aufstiegsrunde zur Bundesliga qualifiziert. Trotzdem wichen die Schützen der SSG nicht von ihrem gewohnten Rhythmus ab und fuhren wie gewohnt am Vortag zum Wettkampfort, um dort das Abschlusstraining zu absolvieren. Und es erwartete sie ein außergewöhnlicher Wettkampf – denn Gegner Mengshausen hatte mit seinem Rahmenprogramm und der Spitzenbegegnung 500 Zuschauer angelockt.
Von dieser Kulisse zeigte sich auch die Nummer eins der SSG, Sergy Rikhter, beeindruckt. "Ich war zu Beginn mega nervös und konnte mich nicht voll konzentrieren", erklärte der israelische Spitzenschütze. Seine Nervosität war in Zahlen auszudrücken. Ungewohnte 95 Ringe standen für ihn nach der ersten Serie auf der Anzeigetafel. Am Ende waren es noch 390 Ringe, womit er gegen die auch nicht überragenden 393 Ringe des Engländers Kenneth Parr verlor. Eine knappe Angelegenheit war der Wettkampf an Position zwei. Alexander Thomas gestaltete sein Match gegen die Nationalmannschaftsschützin Jaqueline Orth bis zum Schluss ausgeglichen. Beide kamen auf 391 Ringe. Hier musste das Stechen entscheiden. Mit einer 10,0 gegen eine 9,8 hatte die Hessin aber schließlich das Glück auf ihrer Seite. Nils Schumacher, der wieder im Team eingesetzt wurde, verkürzte mit 393 Ringen gegen 384 auf zwischenzeitlich 1:2. Aber Josefine Dohmen (387) und Amelie Kleinmanns (388) verloren ihre Wettkämpfe jeweils mit sechs Ringen Rückstand.
So stand es am Ende 1:4. Trotz der Niederlage herrschte im Team der SSG jedoch keine niedergedrückte Stimmung. "Natürlich hätten wir gerne gewonnen. Aber auch diese Niederlage wird unsere sportliche Entwicklung voranbringen", sah Rudi Joosten positiv in die Zukunft.
Ein Grund war auch das Gesamtergebnis. Die 1949 Ringe der SSG waren zwar das schlechteste Saisonergebnis, damit lagen sie aber nur sechs Ringe hinter Mengshausen. "Bei der Aufstiegsqualifikation sind wir Außenseiter. Und so wie das Ligafinale als Generalprobe für die Relegation missglückt ist, hoffen wir nun auf die Aufstiegsrunde als Premiere, die ja bekanntlich immer besser verläuft", blickte Joosten hoffnungsvoll auf das neue Jahr.
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